Der Schlussstein ist platziert: Die Emmishofer Narren nehmen zum Fasnachtsauftakt die Stadthaus-Frage selbst in die Hand

Maskiert statt geschminkt treten die Mitglieder der Narrengesellschaft am 11. November um 11 Uhr 11 vor die Medien. Das Verwirrspiel um das seit 40 Jahren geplante Kreuzlinger Verwaltungsgebäude treibt sie um. Also werden sie selber aktiv.

Urs Brüschweiler
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Wie würde der Stadtrat jubilieren, dürfte er endlich den Grundstein für das neue Verwaltungsgebäude setzen.

Wie würde der Stadtrat jubilieren, dürfte er endlich den Grundstein für das neue Verwaltungsgebäude setzen.

(Bild: Andrea Stalder)

Ein Fastnachtsaufakt ohne eine subversive Aktion der Narrengesellschaft Emmishofen? Undenkbar in Kreuzlingen!

Von einem historischen Ereignis spricht Präsident Markus Baiker am 11. November, pünktlich um 11 Minuten nach 11 Uhr auf dem Bärenplatz. Er sagt:

«Wir nehmen den Lösungsweg in der Stadthausfrage nun selber in die Hand.»

Zuvor hat ein Kran einen tonnenschweren Felsbrocken auf der Festwiese abgeladen und platziert. Er symbolisiert den viel diskutierten «Schlussstein». So lautet nämlich der Projektname für das geplante neue Verwaltungsgebäude, über welches – der Zufall will es – am heutigen Donnerstag im Stadtparlament wieder einmal verhandelt wird.

«Grundstei oder Grabstei zum Stadthuusprojekt Schlussstei - Üs Narre isch es einerlei, denn mir sind z Emmishofe dihei», steht auf dem Schild.

«Grundstei oder Grabstei zum Stadthuusprojekt Schlussstei - Üs Narre isch es einerlei, denn mir sind z Emmishofe dihei», steht auf dem Schild.

(Bild: Urs Brüschweiler)

Die Frage, ob ihr Brocken der Grundstein oder der Grabstein für das neue Kreuzlinger Stadthaus sein soll, lassen die Narren bewusst unbeantwortet.

«Üs Narre isch es einerlei, denn mir sind z’Emmishofe dihei.»

Maskiert statt geschminkt

Die Narren – für einmal maskiert und nicht geschminkt – stellen ihren Schlussstein zusätzlich auf einen Kreisel. Nicht ohne Grund: «Üsen liebe Stadtrat dreiht sich scho sit 40 Johr mit hocher Gschwindigkeit im Kreis und weiss vor luuter Kreisle nüme, wo ihm dä Chopf stoht. Im Volksmund seit me denn: Däm isch glaub trümlig.»

Die Verwirrung beim Stadthaus­projekt ist in der Tat gross. Oder wie es Obernarr Baiker ausführte: «Die vermeintlich einfache Volksinitiative zur Freihaltung der Festwiese beim Bärenplatz ist total kompliziert. Denn ein Ja zur Initiative zum Nein für den Schlussstein, sei ja gar kein Nein zum Schlussstein. Obwohl sie meinen, es sei ein Nein.»

Der Findling wird auf den Kreisel gesetzt.

Der Findling wird auf den Kreisel gesetzt.

(Bild: Andrea Stalder)

Die Night-Shows werden sicher nicht einfach abgesagt

Die Emmishofer Narren sind derzeit an den Vorbereitungen für ihre traditionelle Night-Show, die am 19. Februar Premiere feiern soll. Ob und in welcher Form die bunten Abende stattfinden, ist gemäss Markus Baiker noch nicht entschieden.

«Wir werden sie aber sicher nicht einfach absagen. Wenn es nicht auf der Bühne geht, werden wir unsere Show dem Publikum anders präsentieren.»