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Interview

Der Romanshorner Stadtpräsident David H. Bon gibt sich gefasst: «Ich muss die Abwahl aushalten.»

Zum Verhängnis geworden sei ihm, dass er sich stets seine Unabhängigkeit bewahrt habe. Er sei aber froh um die Deutlichkeit des Ergebnisses. Wie es beruflich weiter gehe, wisse er nicht, sagt Bon. «Es gab keinen Plan B.»
Markus Schoch
David H. Bon wird Ende Mai das Büro im Stadthaus räumen müssen. (Bild: Andrea Stalder)

David H. Bon wird Ende Mai das Büro im Stadthaus räumen müssen. (Bild: Andrea Stalder)

Herr Bon, Sie haben es trotz eines aufwendigen Wahlkampfes nicht geschafft, das Vertrauen der Romanshorner zu erhalten. Woran lag es?

Die Meinungen waren wohl bereits im letzten Herbst gemacht. Die inhaltliche Auseinandersetzung spielte leider nur eine untergeordnete Rolle. Es war eher ein rein emotionaler Entscheid. Mit Argumenten war nicht dagegen anzukommen. Bereits vor zweieinhalb Jahren haben gewisse Kreise beschlossen, mich aus dem Amt zu drängen, was ihnen jetzt gelungen ist. Es war bekannt, dass schon seit langer Zeit eine Kampfwahl vorbereitet wurde. Das ist in einer Demokratie aber auch legitim.

Warum wollte man sie weg haben?

Ich bin ein durchwegs unabhängiger Mensch. Ich gehe auf alle zu, lasse mich aber nicht für jemanden oder eine bestimmte Agenda vor den Karren spannen. Ein Stadtpräsident muss das langfristige Allgemeinwohl und die Interesse aller im Auge behalten. So musste ich schon vor acht Jahren nach meiner Wahl einen eigenen Weg finden weil, ich enorm stark mit konkreten Forderungen auch aus eigenen Kreisen konfrontiert wurde, die ich so in einer Kollegialbehörde nicht erfüllen konnte und wollte.

Auf dem Wahlplakat wünscht David H. Bon den Romanshornern alles Gute: (Bild: Andrea Stalder).

Auf dem Wahlplakat wünscht David H. Bon den Romanshornern alles Gute: (Bild: Andrea Stalder).

Roger Martin hat im zweiten Wahlgang den Abstand zu Ihnen sogar noch vergrössern können. Sie gingen von einem knappen Resultat aus und haben sich geirrt.

Das Ergebnis ist hart. Es ist ein unmissverständliches Zeichen. Ich bin aber für Romanshorn auch froh um die Deutlichkeit. Es gibt nichts am Resultat zu deuteln. Ich muss die Abwahl aushalten. Denn ich stehe weiter ein für Integrität, Verlässlichkeit, Anstand und Toleranz. Nicht mehr im Rampenlicht zu stehen, bereitet mir keine Probleme. Und mich von den vielen Termin entlasten zu können, ist auch eine befreiende Perspektive.

Haben Sie sich bereits Gedanken über Ihre berufliche Zukunft gemacht?

Nein, es gab keinen Plan B. Wenn ich etwas mache, dann mache ich es richtig. Das war auch im Wahlkampf so.

Und wie geht es politisch mit Ihnen weiter? Sie sitzen im Kantonsrat und präsidieren die Kantonalpartei der FDP.

Das Interesse an der Politik hat mit der Abwahl nicht aufgehört. Ich bleibe weiterhin FDP-Kantonalpräsident und Mitglied des Grossen Rates. Ich werde die Situation aber mit der Parteileitung offen diskutieren.

Romanshorn bekommt einen neuen Stadtpräsidenten und sechs neue Mitglieder im achtköpfigen Stadtrat. Wie schwer wiegt der Erfahrungsverlust?

Niemand ist unersetzlich, auch ich nicht. Die Welt geht ohne mich nicht unter. Die Ausgangslage für jemanden ohne Erfahrung in der Politik ist in Romanshorn aber sicher ideal: Wir haben die Hausaufgaben gemacht. Ich hoffe einfach, Roger Martin nimmt sich die nötige Zeit, um zu verstehen, was wir wie und warum gemacht haben, bevor er beginnt, an den Schrauben zu drehen.

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