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Der Rhythmus der Seele im Arboner Schlosshof

Das Sinfonische Orchester Arbon nahm das Publikum mit auf eine Klangreise durch die Welt des Tangos.
Max Eichenberger
Verschmelzung von Musik und Tanz: Morena Mermelstein und Patrick Arellano. (Bild: Max Eichenberger)

Verschmelzung von Musik und Tanz: Morena Mermelstein und Patrick Arellano. (Bild: Max Eichenberger)

Der dunkle Vorhang beim Aufgang bietet Einlass zum Freiluftkonzertsaal. Begrenzt ist der Schlosshof durch den Burgturm, den Trakt des Museums und das Schlossgebäude. Statt Eichenparkett ein Pflastersteinplatz. Die Damen distinguiert mit Anlass-entsprechendem zwar, aber weniger adäquatem Schuhwerk bewegen sich vorsichtig durch die Reihen zu den nummerierten Sitzplätzen. Weisse outdoor-taugliche Plastikstühle, belegt mit goldfarbenen Kissen. Die sollten noch Gold wert sein und die mit Fortdauer des Konzertes die Beine heraufschlierende Kühle dämmen.

Pausen-Prosecco auf der Pärkliterrasse

Das klassische Schlosshofkonzert des Sinfonischen Orchesters Arbon unter Leitung von Leo Gschwend, diesmal um das Motto des argentinischen Tango in seinen verschiedenen Facetten programmiert, bedeutet keinen Abschied aus der Komfortzone. Das zieht sich, in Stil und Stimmung, hin bis zum Pausen-Prosecco auf der Pärkliterrasse. Skulpturen auf dem Platz werden zu stummen Zuhörern, die gewohnte Möblierung gehört mit zur Kulisse. Stilvoll flankieren flackernde Kerzenlichter im Glas das Auditorium. Scheinwerferbatterien projizieren säulenartiges Licht an der Schlossfassade hoch. Der Beamer zeigt die Musikstücke am Sandsteinmauerwerk des Turms an – nützlich, wenn das Programmheft wegen Dunkelheit trotz Brille nicht mehr lesbar ist.

Die paar Schleierwolken über den Köpfen des Publikums – rund 800 Personen am Freitag und Samstag – und der regensicher überdeckten Bühne, lösen sich auf im milchigen Hellblau. Dann wölbt sich schnell der Nachthimmel über den Schlosshof, während das Orchester den sanftmütig getragenen, schon fast balladenhaften Weizentanz spielt.

Breite Palette, mal modern, mal traditionell

Die Welt des Tangos zwischen der traditionellen Strömung und neueren musikalischen Einflüssen ist ein Kontrastprogramm. Die breite Palette widerspiegelt auch das Konzert des Sinfonischen Orchesters, mal traditionell, mal modern. Die Klangsprache, hat Philipp Kreyenbühl in seiner Einführung vorgewarnt, sei «nicht immer leicht zugänglich».

Dirigent und Leiter Leo Gschwend, der gerne Nischen der Musikliteratur auslotet, verlangte dem Orchester einiges ab – und dieses auch dem Publikum. Das bekam aber in einem fulminanten rhythmusbetonten Konzert auch viel zurück. Mit dem Gastsolisten Leonardo Ferreya hat es mit sprühendem Elan die Zuhörer mit überraschenden Klangerlebnissen zwischen Tradition und Raffinesse beschenkt. Lorena Mermelstein und Patrick Arellano liessen Musik und Tanz meisterhaft verschmelzen.

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