Der Ortsbus ist in Weinfelden ein heisses Eisen

Am Donnerstag kommt das erarbeitete Konzept zum Ortsbus vors Parlament. Abgeholt wird aber lediglich eine Empfehlung. Das Stimmvolk soll über die Versuchsphase zum Bus das letzte Wort haben.

Sabrina Bächi
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Eigentlich ist der Weinfelder Gemeinderat dagegen. «Das Kosten-Nutzen-Verhältnis stimmt nicht», sagt Gemeindeschreiber Reto Marty. Die Rede ist von einem allfälligen Weinfelder Ortsbus. Seit mehreren Jahren wird im Parlament immer wieder emotional über die öffentliche Verkehrsanbindung innerhalb des Dorfes diskutiert. Der Gemeinderat hat die Erschliessung 2015 als Legislaturziel definiert und 2016 dem Parlament einen ersten Vorschlag vorgelegt.

Die Parlamentarier haben diesen jedoch abgelehnt. Zu wenig umfangreich sei das erarbeitete Projekt. Daraufhin hat der zuständige Gemeinderat Hans Eschenmoser mit einer elfköpfigen Arbeitsgruppe aus Bevölkerung, Parlament sowie Vertretern der Gemeinde und des Kantons, ein neues Konzept erarbeitet. Diese liegt nun vor.

Mit Diesel- oder Elektrobetrieb?

Am kommenden Donnerstag verhandelt das Parlament darüber, ob das Konzept des Ortsbusses mit Diesel- oder Elektrobetrieb sein soll. «Die Kosten für die fünfjährige Versuchsphase beim Diesel sind rund 5 Millionen, bei der Elektrovariante sind es 7 Millionen», sagt Eschenmoser.

Sicherheitschef Silvan Frischknecht ergänzt: «Bei den Elektrobussen ist die Berechnung leider noch sehr hypothetisch da viele Faktoren eine Rolle spielen.» Gerade weil das Thema Ortsbus ein so heikles ist, will Eschenmoser proaktiv vorgehen. «Wir haben die Berechnungen beim Ingenieurbüro angefordert und werden die Rechnungswege an der Sitzung offen legen.» So könne niemand sagen, sie hätten das Konzept absichtlich zu teuer oder zu günstig berechnet.

Das Projekt kommt vors Stimmvolk

Denn klar ist, der Ortsbus ist ein heisses Eisen. Weil der Gemeinderat von Anfang an nicht hinter der Einführung des Busses stand, geistern immer wieder Gerüchte durchs Dorf, man würde das Projekt sabotieren. «Das ist aber überhaupt nicht der Fall», betont Eschenmoser.

«Das Projekt kommt deshalb vors Volk. Der Gemeinderat will so zeigen, dass er das Thema ernst nimmt», sagt der Gemeindeschreiber. An der Parlamentssitzung geht es deshalb darum, eine Empfehlung einzuholen, ähnlich wie bei einer Initiative. Das letzte Wort zum Ortsbus hat dann aber das Weinfelder Stimmvolk.

Der Weinfelder Ortsbus kann kommen

Im Dezember kommt das neu erarbeitete Konzept Ortsbus vors Parlament. Bis dahin muss der Gemeinderat noch die Kosten eruieren. Einen Einblick zum Zwischenstand gewährt er dennoch.
Sabrina Bächi