Der Name des in Bottighofen gefertigten Katamarans ist noch geheim

Der Verein Ocean Youth Sailing steht kurz vor der Einwasserung seines selbst gebauten Katamarans.

Hannah Engeler
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Die Brüder Lukas und Damian Ruppen bei letzten Feinarbeiten auf dem Katamaran. (Bild: Reto Martin)

Die Brüder Lukas und Damian Ruppen bei letzten Feinarbeiten auf dem Katamaran. (Bild: Reto Martin)

«Die Menge an Know-how, welche wir uns selbstständig oder in Zusammenarbeit mit Sponsoren angeeignet haben, ist riesig», sagt Damian Ruppen, Sponsoringverantwortlicher von Ocean Youth Sailing. Der gemeinnützige Verein befindet sich in der heissen Phase. Die Einwasserung und Schiffstaufe seines selbst gebauten Katamarans sind auf August angesetzt. Immer öfter arbeiten die Freiwilligen bis in die Nacht hinein.

Der soziale Aspekt hat einen grossen Stellenwert

Die Befriedigung, nach drei Jahren Bauphase nun das grosse Ganze sehen zu können, stärkt die Gruppe. Zudem stellen die Vorstandsmitglieder sicher, dass stets das Gefühl einer Gemeinschaft vorhanden ist. Innerhalb dieser können sich alle gemäss ihren individuellen Stärken weiterentwickeln. Dies treibe schliesslich die ganze Gruppe an.

Dass es sich beim Katamaran nicht um eine Bastelarbeit handelt, sieht man sofort. Der Verein hat sich beispielsweise bewusst dafür entschieden, Elektromotoren einzubauen. Diese ermöglichen es, während des Segelns Energie zurückzugewinnen und den Dieselverbrauch minimal zu halten.

Effizient und nachhaltig unterwegs

Seit der Idee zum Bau des Katamarans 2014 haben 380 Freiwillige 20'000 Arbeitsstunden in das Projekt investiert. Das fertige Schiff bietet mit seinen 13,6 Metern Länge Platz für maximal zwölf Passagiere. Die Solarzellen auf dem Dach produzieren 2,4 Kilowattstunden. Damit soll der Hausbedarf an Strom, beispielsweise für das Licht, abgedeckt werden. Die Kosten belaufen sich mittlerweile auf 385'000 Franken, knapp 25'000 Franken davon fehlen noch. Diese werden für das Beiboot, die Segel und Transportversicherungen benötigt. Der Verein will in Zukunft mit universitären sowie regionalen Sport- und Segelvereinen zusammenarbeiten. Ausserdem besteht die Möglichkeit zur Durchführung von Projekten bezüglich Umwelt und Forschung.  

www.oceanyouthsailing.com

Einer spannenden Zukunft entgegensteuern

Eine interne Abstimmung entschied über den Namen des Katamarans. Dieser ist noch streng geheim und wird erst an der Schiffstaufe veröffentlicht. Regierungsrätin Monika Knill wird Schiffspatin sein. Nach einer Testphase auf dem Bodensee soll der Katamaran auf das Meer überführt werden. Der Verein verfolgt das Ziel, in den darauffolgenden Jahren 1600 jungen Leuten die Möglichkeit zu bieten, die Ausbildung zum Hochseesegeln abzulegen.

Ruppen betont: «Wir wollen keine Konkurrenz für andere Segelvereine darstellen, sondern ein ergänzendes Angebot.» Jugendliche, die mit Gleichaltrigen segeln wollen oder wegen ihrer Ausbildung nur unregelmässig aufs Wasser kommen, sollen besonders profitieren. Zudem will der Verein das Vorurteil abschaffen, dass Segelsport nur von älteren, reichen Leuten betrieben wird. «Unser Katamaran soll von möglichst vielen jungen Menschen an unterschiedlichen Orten genutzt werden können», sagt Ruppen.

Am Bug des Katamarans soll noch ein Netz angebracht werden, auf welches man draufliegen kann. (Bild: Reto Martin)

Am Bug des Katamarans soll noch ein Netz angebracht werden, auf welches man draufliegen kann. (Bild: Reto Martin)

Weitere soziale Projekte sowie der Bau eines zweiten Katamarans wurden bereits diskutiert. Davor müssen aber alle erst einmal eine Pause einlegen; Ruppen selbst habe seit einem Jahr keine Ferien mehr gehabt. «Langweilig wird uns bestimmt nicht», meint er lachend.

Die Bottighofer Katamaranbauer sind auf Kurs

Die Mitglieder des «Ocean Youth Sailing» befinden sich auf der Zielgeraden. Aktuell bauen sie in Bottighofen gerade die Steuerungssysteme und -geräte ein. Ab 2019 soll der Katamaran im Mittelmeer zum Einsatz kommen.
Viviane Vogel