Der Männerchor Harmonie Kreuzlingen begeistert mit nostalgischen Operettenchören

Im Dreispitzsaal liessen altbekannte Lieder Erinnerungen wach werden.

Erwin Schönenberger
Merken
Drucken
Teilen
Die beiden Gesangssolisten Marie-Sophie Pollak und Dritan Angoni füllen den Zuschauersaal mit Emotionen. (Bild: Erwin Schönenberger)

Die beiden Gesangssolisten Marie-Sophie Pollak und Dritan Angoni füllen den Zuschauersaal mit Emotionen. (Bild: Erwin Schönenberger)

Eigentlich haben Musicals schon längst die früheren Operetten abgelöst, welche in der heutigen Zeit nur noch selten gespielt werden. Geblieben sind aber viele schöne Lieder, die vor allem bei der älteren Generation nach wie vor bekannt und beliebt sind.

Dies war wohl auch der Grund dafür, dass sich der Männerchor Harmonie Kreuzlingen für sein Konzert vom Sonntagnachmittag im Dreispitzsaal die bekanntesten Lieder aus der Operettenwelt ausgewählt hat. Diese Auswahl zog eine grosse Besucherschar an, die das Konzert sichtlich genoss.

Erinnerungen werden wach

Um Abwechslung ins Programm des Chors zu bringen, hatten die Organisatoren mit dem K & K-Salon-Quartett, der Pianistin Marina Weigel und den Gesangssolisten Marie-Sophie Pollak und Dritan Angoni mehrere Künstler verpflichtet, die einerseits den Chor unterstützten und andererseits mit ihren Auftritten das Chorprogramm ergänzten und auflockerten.

Viele der nostalgischen Melodien und Lieder erinnerten an die Zeit, als die Operette grosse Beliebtheit genoss. Lehár, Kálmán, Zeller, Stolz oder Millöcker haben vor rund 100 Jahren Werke geschaffen, die dem Geschmack der damaligen Zeit entsprachen. Da erinnert man sich gern an die farbenfrohen Aufführungen vergangener Jahre. Geblieben sind viele Melodien und Texte, aus denen die Verantwortlichen des Chors eine abwechslungsreiche, unterhaltsame Auswahl getroffen haben.

Ohrwürmer animierten zum Mitsummen

Der stattliche Männerchor bot unter der bewährten Leitung von Claus Gunter Biegert einen bunten Querschnitt durch die Welt der Operette und dies in einer gesanglichen Qualität, die man nur selten von Hobbychören zu hören bekommt. Perfekt auch das Zusammenspiel mit dem Instrumentalquartett und immer wieder aufgelockert durch die Soloeinlagen der Sopranistin Marie-Sophie Pollak und des Tenors Dritan Angoni.

Ohrwürmer wie das «Vilja-Lied», das «Wolgalied» oder «Das Studium der Weiber» wurden nicht nur zum musikalischen Genuss, sondern animierten gar zum Mitsummen. Und natürlich gehörten auch weitere Lieder über den Wein, die Liebe oder die Walzerstadt Wien zum Programm.

Nach der obligaten Kaffeepause war das unterhaltsame Konzert fast zu schnell vorbei, und auch der frenetische Applaus und die Standing Ovation wurden nur noch mit einer kurzen Zugabe belohnt. Alles in allem ein Konzert, das qualitativ überzeugt und für beste Unterhaltung gesorgt hat.