Der letzte Hafen am Bodensee ist bewilligt – Münsterlingen macht bei der Realisierung Dampf

Die Planungen für das Jahrhundertprojekt laufen zügig und auf mehreren Ebenen . Die Konzession des Kantons Thurgau ist bereits da. Nun folgt die als nächstes deren öffentliche Auflage.

Urs Brüschweiler
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So soll die Hafenanlage einst aussehen.

So soll die Hafenanlage einst aussehen.

(Bild: PD)

Erst etwas mehr als einen Monat ist es her, seit die Stimmberechtigten der Gemeinde an der Urne den Neubau eines Hafens bewilligt haben, es könnte die letzte neue Hafenanlage am Bodensee sein. Doch Gemeindepräsident René Walther ist keiner, der sich auf den Lorbeeren ausruht. Im Gegenteil: Die Planungen zur Realisierung laufen seither auf Hochtouren. Er sagt:

René WaltherGemeindepräsident Münsterlingen

René Walther
Gemeindepräsident Münsterlingen

(Bild: PD)
«Die Bürger haben Ja gesagt, also wird das jetzt gemacht.»

Corona mache das Ganze nicht einfacher, aber es sei kein Grund, das Projekt nicht weiter voranzutreiben.

Die für den Bau nötige Konzession des Kantons Thurgau sei mittlerweile bereits in Münsterlingen eingetroffen. Sie wird nun im November in der Gemeinde öffentlich aufgelegt. René Walther betont jedoch, dass es bei der Konzession lediglich um die Vorhaben im und auf dem Wasser gehe. Das Baubewilligungsverfahren für die Arbeiten an Land – etwa für das Hafengebäude oder die ökologischen Ausgleichsmassnahmen – werde erst nach dem Abschluss des Detailkonzeptes im Frühling des nächsten Jahres gestartet.

Optisch aus einem Guss

Derzeit laufe die Erarbeitung eines Gestaltungskonzeptes für den Hafen. «Vor der Abstimmung haben wir uns hauptsächlich darum gekümmert, wie der Hafen technisch umgesetzt werden kann. Jetzt kommt die Frage, wie soll er genau aussehen», sagt Walther. Das Ziel sei, dass die Gestaltung «aus einem Guss» realisiert wird und die Elemente wie Molen, Steg, Podest und Hafengebäude aufeinander abgestimmt werden.

Auch mit dem Vergaberecht muss sich die Gemeinde naturgemäss beschäftigen. Die Ingenieurleistungen werden in einem offenen Verfahren ausgeschrieben. Dies eröffne die Möglichkeit, das Projekt bezüglich technischer Details nochmals zu überprüfen.

Blick in die Münsterlinger Bucht, wo heute noch ein Bojenfeld existiert. Der neue Hafen wird es ersetzen.

Blick in die Münsterlinger Bucht, wo heute noch ein Bojenfeld existiert. Der neue Hafen wird es ersetzen.

(Bild: Donato Caspari)

Eröffnung im besten Fall auf die Saison 2022

Die Projektleitung ist in Münsterlingen Chefsache, aber in verschiedenen Teilprojektgremien sind insgesamt 22 Personen an der Planung beteiligt. Für Walther ist es wichtig, die Bevölkerung auf dem Laufenden zu halten und im Projekt keine Fehler zu machen. Im besten Fall könnte der Münsterlinger Hafen so in der Saison 2022 oder 2023 eröffnet werden.