Der Last-Minute-Kandidat: Eine Woche vor der Gemeinderatswahl meldet sich in Altnau doch noch ein Interessent

Flurin Alexander-Urech wäre motiviert für den Sprung auf die politische Bühne.

Martina Eggenberger Lenz
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Flurin Alexander-Urech, Gemeinderatskandidat.

Flurin Alexander-Urech, Gemeinderatskandidat.

Bild: PD

Seit Mai weiss man in Altnau vom bevorstehenden Rücktritt von Gemeinderätin Anja Hohengasser per Ende Jahr. Nachdem sich lange nichts bewegte, ist nun doch noch ein Interessent aufgetaucht - eine Woche vor dem Wahltermin am 29. November.

Flurin Alexander-Urech sagt, er habe überrascht festgestellt, dass sich kein Kandidat finden konnte. Er selber habe schon früher damit geliebäugelt, sich für den Gemeinderat aufstellen zu lassen. Doch habe er diese Idee wieder verworfen. «Zum einen, da ich keiner Partei angehöre und der Meinung war, als junger Kandidat zwingend die Unterstützung einer solchen zu benötigen.» Zum anderen sei er mit Beruf und Berufsmatura bislang schlicht zu beschäftigt gewesen. Er sagt:

«Jetzt aber habe ich die Energie, den Wunsch und vor allem den Willen, mich aktiv im Gemeinderat zu betätigen.»

Flurin Alexander-Urech ist Jahrgang 1995 und in Altnau aufgewachsen. Er hat im Dorf die Schulen besucht, bevor er 2011 bis 2014 eine Ausbildung zum Kaufmann bei der Voigt AG in Romanshorn absolvierte. Nach erfolgtem Abschluss war er für ein knappes Jahr im Verkaufsinnendienst tätig, ehe er in die USA zog. In New York hat er dann für rund ein Jahr beim Deutschen Generalkonsulat als Mitarbeiter im Rechts-/Konsularreferat gearbeitet.

Seit September 2016 lebt er wieder in Altnau. Beruflich ist Alexander-Urech heute für die sterilAir Gruppe in diversen Positionen in Weinfelden und Konstanz tätig, aktuell als kaufmännischer Angestellter im Kader am Hauptsitz in Weinfelden.

Die Jungen sollen von den Älteren lernen

Der Bewerber für den Gemeinderat ist nicht Mitglied einer Partei, würde sich aber als Kandidat der Mitte bezeichnen. Er bewegt sich nach eigenen Angaben im Spannungsfeld zwischen CVP, FDP und den Grünliberalen. Die Faust im Sack machen oder die Politik nur zu kritisieren, sei nicht zielführend. Vielmehr möchte der Altnauer bei zukünftigen Entscheidungen mitwirken.

«Ich bin jung, aber lernfähig, parteilos, aber unabhängig und politisch interessiert. Ich mag den Diskurs und ringe gerne mit Personen anderer Überzeugungen um einen Konsens.» Es brauche zudem Junge in der Politik, die von erfahrenen politisch Engagierten lernen.