Der langjährige Weinfelder Strassenmeister geht in Pension

Ruedi Arni hat am Dienstag seinen letzten Arbeitstag. Seine Nachfolge tritt Martin Schneeberger an.

Mario Testa
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Ruedi Arni und sein Nachfolger Martin Schneeberger vor dem Weinfelder Werkhof.

Ruedi Arni und sein Nachfolger Martin Schneeberger vor dem Weinfelder Werkhof.

(Bild: Mario Testa)

«Er kennt jeden Bsetzistein in Weinfelden», sagt Stadtschreiber Reto Marty über Strassenmeister Ruedi Arni. «Er hat sich ausgezeichnet dank seines grossen Pflichtbewusstseins, seiner Fachkenntnisse und seiner Zuverlässigkeit.» Seit dem 1. März 1986 ist Arni Strassenmeister von Weinfelden. Morgen endet seine Anstellung, er wird pensioniert. Künftig wird nicht mehr Arni, sondern sein Nachfolger Martin Schneeberger im grossen Mitsubishi-Pick-up des Werkhofs durch Weinfelden kurven.

Ruedi Arni hatte sich vor 34 Jahren für die Stelle als Strassenmeister von Weinfelden beworben. Er wurde vom Gemeinderat aus den insgesamt fünf Mitbewerbern ausgewählt. «Ich war Tiefbauzeichner, habe eine Zusatzlehre als Strassenbauer absolviert und die Baupolierschule in St. Gallen», sagt der 64-Jährige, der am Neujahrstag Geburtstag feiert. «Mich hat die Stelle sehr gereizt, als ich das Inserat sah. Ich bin in Weinfelden aufgewachsen, es ist ein grandioser Ort zum Arbeiten und Wohnen.»

Immer mehr Maschinen und Büroarbeit

In den vergangenen fast 34 Jahren habe sich die Aufgabe des Strassenmeisters stark gewandelt. «Eine grosse Veränderung brachte die Eingliederung von Weerswilen im Jahr 1995. Damit wuchs unser Gebiet um einen Sechstel», sagt Arni. «Dazu kam die immer stärkere Technisierung. Anfangs habe ich noch viel mitgearbeitet draussen auf den Strassen, mit der Zeit nahm der Büro-Anteil immer mehr zu.»

Was sich nicht gross geändert habe, sei die Teamgrösse. Es waren immer rund ein Dutzend Personen, die im Werkhof arbeiteten. «Anfangs hatten wir noch zwei Belader für die Kehrichtabfuhr. Dafür ist heute die KVA zuständig», sagt Ruedi Arni. Seine Nachfolge als Strassenmeister tritt Martin Schneeberger an. Seit Anfang November ist der gelernte Strassenbauer und Polier schon im Werkhof angestellt.

«Ruedi arbeitet mich ein und ich freue mich auf die neue Tätigkeit. Ich bin hier in Weinfelden aufgewachsen und es freut mich, nun hierher zurückzukehren», sagt der 34-Jährige.

«Es ist ein vielseitiger Job. Man arbeitet mal drinnen, mal draussen – es ist sicher alles andere als eintönig.»

Zudem habe der Job natürlich auch viel mit Strassenbau zu tun. «Und aus dieser Branche komme ich ja.» Martin Schneeberger wohnt mit seiner Familie in Berg. Ruedi Arni freut sich auf seinen Ruhestand. «Ich bin seit kurzem Grossvater und habe nun auch mehr Zeit für meine Familie, meine Mutter und Schwiegermutter. Meine Frau will weiter arbeiten und so werde ich sicher etwas mehr im Haushalt anpacken», sagt der scheidende Strassenmeister.

Ihm bleibt künftig auch mehr Zeit für sein Hobby. «Ich werde künftig sicher häufiger mit meinem Segelschiff auf den Bodensee hinaus fahren können. Darauf freue ich mich sehr.»

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Mario Testa