Der Kanton gibt den Hafendamm in Arbon frei: Die Stadt sieht an diesem Ort und an vier weiteren Plätzen am See gastronomische Zwischennutzungen vor

Bereits im nächsten Sommer sollen Arboner und Auswärtige von neuen Angeboten an bester Lage profitieren können. Interessenten können sich demnächst bewerben. «Wir sind offen für alles», sagte Stadtpräsident Dominik Diezi an einer Informationsveranstaltung.

Markus Schoch
Drucken
Teilen
Auf dem Hafendamm lagerte einst Kies. Jetzt soll er mit einem gastronomischen Angebot belebt werden.

Auf dem Hafendamm lagerte einst Kies. Jetzt soll er mit einem gastronomischen Angebot belebt werden.

Bild: Max Eichenberger

Es ist ein Testlauf in einer Übergangsphase, die Arbon neue Perspektiven eröffnet. Das durchgehend öffentliche Seeufer ist der Stolz der Stadt, doch ihr Handlungsspielraum ist stark eingeschränkt. Selbst kleinste bauliche Veränderungen sind nur mit dem Segen des Kantons möglich. Frauenfeld hat ein Vetorecht, das mit der Aufschüttung des Geländes in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts zusammenhängt. Die Anfänge der Promenade gehen sogar noch weiter zurück.

Der Kanton hat in der Vergangenheit immer wieder von seinem Mitspracherecht Gebrauch gemacht und touristische Projekte im See versenkt. So sagte er im letzten Herbst wegen fehlendem Masterplan zur Entwicklung des gesamten Seeufers Nein zu einem Restaurantbetrieb auf dem Hafendamm. So wie bereits vor 20 Jahren, als die Hafenkommission entsprechende Ideen entwickelt hatte.

Der Aussichtsplatz beim Fliegerdenkmal ist gross und attraktiv.

Der Aussichtsplatz beim Fliegerdenkmal ist gross und attraktiv.

Bild: Markus Schoch

Kanton bietet Hand für Zwischennutzungen

Jetzt wird alles anders – zumindest vorübergehend. Die zuständigen Stellen in Frauenfeld haben Hand geboten zu einer Zwischennutzung auf dem Hafendamm und an vier weiteren Orten am Ufer, bis das Gastro-Gesamtkonzept vorliegt. Dominik Diezi sagt:

«Vier Jahre sind garantiert, alles andere wäre Zugabe.»

Der Stadtpräsident stellte am Dienstagabend im Landenbergsaal mit Sieglinde Neyer von der Stadtentwicklung die Pläne der Bevölkerung vor.

Gegenüber dem Jakob-Züllig-Park befindet sich eine kleine Wiese, die als Standort zur Verfügung steht.

Gegenüber dem Jakob-Züllig-Park befindet sich eine kleine Wiese, die als Standort zur Verfügung steht.

Bild: Markus Schoch

Kritik aus dem Publikum gab es keine, aber Lob. «Danke, dass Ihr etwas macht. Das ist mutig und super», sagte ein Mann. Mit rund 750 Quadratmetern die grösste Fläche zur Verfügung stellt die Stadt auf dem Hafendamm. 360 Quadratmeter sind es beim Aussichtsplatz, der im Unterschied zu den anderen Orten nur von Oktober bis Mai frei ist und wo in der Vergangenheit im Winter schon ein paar Jahre ein Fonduestübli stand.

Erwünscht ist eine grosse Vielfalt

Auch am Ende der Kastanienalle beim «Metropol»-Parkplatz kann sich die Stadt eine Zwischennutzung vorstellen.

Auch am Ende der Kastanienalle beim «Metropol»-Parkplatz kann sich die Stadt eine Zwischennutzung vorstellen.

Bild: Markus Schoch

120 Quadratmeter kann jemand auf der Wiese vor dem Parkplatz beim «Metropol» nutzen, 100 Quadratmeter auf der Wiese südöstlich des Jakob-Züllig-Parks und 30 Quadratmeter bei der Wetterstation (inklusive Rondelle). Bereits nächste Woche schreibt die Stadt die Standorte aus. «Wir sind offen für Ideen und gespannt, was kommt», sagte Diezi. Zielist eine möglichst grosse Vielfalt. Die Stadt vergibt deshalb nicht mehrere Plätze an die gleiche Person oder Firma. «Ortsfeste Bauten sind nicht erwünscht», sagte Neyer. Es muss auf jeden Fall nach Ablauf der Übergangszeit alles rückgebaut werden.

Bei der Wetterstation ist der kleinste der fünf Standorte.

Bei der Wetterstation ist der kleinste der fünf Standorte.

Bild: Markus Schoch

Ziel ist, dass die Arboner und alle anderen bereits im nächsten Sommer von neuen Gastro-Angeboten profitieren können. Die Erfahrungen mit den Zwischennutzungen sollen in den Masterplan einfliessen. Im Moment seien sie daran, ein geeignetes Büro zu finden, das die Arbeit an die Hand nehmen soll, sagte Diezi. Die Bevölkerung werde sich in einem Workshop einbringen können. Alt Stadtrat Peter Gubser wünschte sich in den Verhandlungen mit dem Kanton klare Worte von den Vertretern der Stadt. «Es kann nicht sein, dass uns Frauenfeld ständig Knüppel zwischen die Beine wirft.»