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Der in Winterthur ausgesetzte Buddha ist im Oberthurgau angekommen

Mehr als ein Jahr trotzte er Wind und Wetter in der Stadtgärtnerei Winterthur. Nun hat er in Amriswil ein neues Zuhause gefunden, wo er zuerst restauriert wird.
Manuel Nagel

Nein, Buddhistin sei sie nicht, sagt Marianne Weiss und lacht mit der Sonne um die Wette. Sie steht auf ihrer grossen Terrasse im Industriegebiet von Amriswil und blickt auf die Stelle, wo der Buddha einst hinkommen soll. Ihr gefalle einfach die Skulptur und das soll nun ihr riesiger Glücksbringer sein.

Vor dem Abtransport schaut sich Marianne Weiss in der Winterthurer Stadtgärtnerei ihren Buddha nochmals an. Gleich wird er in seine fünf Einzelteile zerlegt. (Bild: Manuel Nagel)

Vor dem Abtransport schaut sich Marianne Weiss in der Winterthurer Stadtgärtnerei ihren Buddha nochmals an. Gleich wird er in seine fünf Einzelteile zerlegt. (Bild: Manuel Nagel)

Doch nicht alle freuen sich mit Marianne Weiss. Sie habe bereits anonyme Post bekommen, unterzeichnet mit «Der Nachbar». Er werde dafür sorgen, dass sie eine Baubewilligung brauche. Er wolle diesen nackten Kerl nicht jeden Tag anschauen müssen. Die nächsten Anwohner sind jedoch mehrere hundert Meter entfernt und werden kaum Einblick haben.

Nach eineinhalb Jahren nehmen Arbeiter der Stadtgärtnerei Winterthur Abschied vom Buddha und verladen ihn in fünf Teilen in den Lastwagen. (man)

Nach eineinhalb Jahren nehmen Arbeiter der Stadtgärtnerei Winterthur Abschied vom Buddha und verladen ihn in fünf Teilen in den Lastwagen. (man)

Marianne Weiss lässt sich dann ihre Freude auch nicht verderben. «Was kein Fundament hat, benötigt auch keine Baubewilligung», erklärt sie. Ausserdem bezweifelt sie, dass die Person wirklich ein Nachbar sei. Wahrscheinlich sei es einfach ein missgünstiger Mensch.

Die Witterung setzte dem Buddha ziemlich zu

Am Dienstag endete nun vorerst in Amriswil die Geschichte, die vor rund eineinhalb Jahren in Winterthur mysteriös begann (siehe Kasten).

Ausgesetzt im Park

Im Oktober 2017 wurde die über drei Meter hohe Skulptur in einem Park in Winterthur platziert. Einen Besitzer konnte die Stadtpolizei nicht ausfindig machen und stand vor einem Rätsel. Nachdem sich über ein Jahr niemand meldete, sollte das Ding nun weg. Doch vor der Entsorgung führte die Stapo eine Verlosung durch. Von über 20 Interessenten bekam Marianne Weiss den Zuschlag. (man)

Nachdem die Stadtgärtnerei dem Buddha Asyl gewährte, fand dieser nun im Oberthurgau ein neues Zuhause.

Marianne Weiss freut sich riesig: Der im Winterthurer Lindengutpark ausgesetzte Buddha steht nun im Schrofen in der Halle der Firma Nicrom, wo er zuerst austrocknet und dann restauriert wird. (Bild: Manuel Nagel)

Marianne Weiss freut sich riesig: Der im Winterthurer Lindengutpark ausgesetzte Buddha steht nun im Schrofen in der Halle der Firma Nicrom, wo er zuerst austrocknet und dann restauriert wird. (Bild: Manuel Nagel)

Doch bevor die Skulptur aus Styropor auf ihren endgültigen Platz auf der Terrasse kommt, wird sie restauriert – denn die Witterung setzte dem Buddha ziemlich zu. Nun soll er zuerst einmal austrocknen. Dann müssen mehrere Teile ersetzt werden. Einige Glieder der Perlenkette sind abgefallen, da und dort ist ein Stück abgebrochen, und von der Goldfarbe ist ziemlich viel bereits abgeblättert. In etwa drei bis vier Monaten, so schätzt Marianne Weiss, soll dann ihr neuer Mitbewohner wieder in voller Pracht da sitzen.

Die Skulptur bekam die neue Besitzerin zwar gratis, doch Transport und Restauration verursachen doch einige Kosten. Marianne Weiss ist das egal. Sie lacht und sagt: «Ich habe schon dümmer Geld ausgegeben.»

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