Der HC Thurgau verliert das Auswärtsspiel gegen Ajoie auf der Strafbank

Die Eröffnung der neuen Eishalle in Pruntrut ist nur für das Heimteam ein Fest. Bei der 0:4-Niederlage kassiert der HC Thurgau die ersten drei Treffer in Unterzahl - trotz Warnung seines Trainers.

Matthias Hafen aus Pruntrut
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Eröffnung einer Baustelle: Die Schalensitze sind noch eingepackt, als der HC Ajoie gegen den HC Thurgau sein neues Stadion einweiht.

Eröffnung einer Baustelle: Die Schalensitze sind noch eingepackt, als der HC Ajoie gegen den HC Thurgau sein neues Stadion einweiht.

Bild: Matthias Hafen

Eins war im Vornherein klar: Wenn der HC Thurgau das Auswärtsspiel gegen den HC Ajoie verlieren würde, dann in Unterzahl. Die Jurassier verfügen über das mit Abstand beste Powerplay der Swiss League. Auf der anderen Seite fehlten den Thurgauern am Dienstagabend mit insgesamt acht Absenzen auch ausgewiesene Boxplay- Spieler.

Es dauerte keine zehn Minuten, da sass mit Florian Schmuckli der erste HCT-Verteidiger auf der Strafbank. Und es bahnte sich bereits an, wie die Partie verlaufen würde: Nicht gut für Thurgau. 18 Sekunden brauchte Ajoie, um die Überzahl in eine 1:0-Führung umzumünzen. Bastien Pouilly vollendete auf Vorarbeit von Devin Muller und Topskorer Philip-Michael Devos. Die Aufforderung von Thurgaus Trainer Stephan Mair, seine Spieler sollen möglichst der Strafbank fernbleiben, war in der nigelnagelneuen Patinoire de Voyeboeuf verhallt.

Bei fünf-gegen-fünf den Jurassiern ebenbürtig

Bei numerischem Gleichstand hielt der HC Thurgau mit Ajoie mit, hatte einmal mehr die Kompaktheit, um die torgefährliche Offensive der Jurassier zu neutralisieren. Dem HC Thurgau war hingegen vorzuwerfen, dass er im Spiel gegen vorne zu wenig Ideen entwickelte, zu wenig Speed aufs Eis brachte und sich mit Eigenfehlern selber ausbremste. Doch auch wenn es oft so aussieht: Der HC Ajoie, Swiss-League-Leader nach Verlustpunkten, definiert sich eben nicht nur über seine Offensive. Wenn HCT-Trainer Mair sagt, die Jurassier verfügten über eines der besten Kader der Liga, dann auch wegen ihrer Defensive. Sie machte den anrennenden, aber letztlich brotlosen Gästen das Leben mit engen Räumen und einem Pressing auf den Mann besonders schwer. Ob der Penalty, der Darcy Murphy in der 35. Minute hätte zugesprochen werden sollen, die Partie gedreht hätte, ist fraglich.

Ein trostloser Anblick: Die Stehplatztribüne der jurassischen Anhänger ist im Eröffnungsspiel gegen den HC Thurgau coronabedingt verwaist.

Ein trostloser Anblick: Die Stehplatztribüne der jurassischen Anhänger ist im Eröffnungsspiel gegen den HC Thurgau coronabedingt verwaist.

Matthias Hafen

Abseits des Eisfeldes eine grosse Baustelle

Denn nichts änderte daran, dass der HC Thurgau die Partie auf der Strafbank verlor. Während der Tabellenerste die zweite Sanktion des Abends noch überstand, so hiess es nach der dritten gegen Sebastiano Soracreppa bereits 2:0 für Ajoie (33.). Das kanadische Superduo Devos/Hazen hatte sich die Chance nicht nehmen lassen. Und mit einem weiteren Powerplay-Treffer machte Mathias Joggi im Schlussdrittel alles klar. Das 0:4 fünf Minuten vor Schluss war der einzige Treffer, den die Thurgauer bei numerischem Gleichstand kassierten.

So verkam das Eröffnungsspiel in der neuen Patinoire de Voyeboeuf nur für das Heimteam zum Fest. Die Thurgauer durften gar noch nicht einmal von den grösseren, neuen Kabinen profitieren, die sich alle Gästeteams gewünscht hatten. Denn im Stadion war eigentlich nur die Eisfläche mit dem grossen Videowürfel spielbereit. Das Drumherum ist noch immer eine grosse Baustelle. Und so mussten beide Mannschaften in die Kabinen der angebauten Trainingshalle ausweichen.

Ajoie – Thurgau 4:0 (1:0, 1:0, 2:0)

Voyeboeuf – Keine Zuschauer – SR Borga/Fausel, Altmann/Dreyfus.
Tore: 10. Pouilly (Muller, Devos/Ausschluss Schmuckli) 1:0. 33. Devos (Hazen, Eigenmann/Ausschluss Soracreppa) 2:0. 49. Joggi (Hauert, Devos/Ausschluss Soracreppa) 3:0. 55. Hazen (Devos, Schmutz) 4:0.
Strafen: 4-mal 2 Minuten plus 10 Minuten (Hazen) gegen Ajoie, 8-mal 2 Minuten gegen Thurgau.
Ajoie: Wolf; Pouilly, Hauert; Eigenmann, Birbaum; Casserini, Stemer; Hofmann, Guichard; Schmutz, Devos, Hazen; Joggi, Mäder, Frei; Muller, Macquat, Zwissler; Roberts, Schnegg, Camichel.
Thurgau: Aeberhard; Fechtig, Moor; Schmuckli, Soracreppa; Scheidegger, Schmutz; Schnyder; Hinterkircher, Hagel, Murphy; Rehak, Fritsche, Mosimann; Baumann, Hobi, Spannring; Bischofberger, Kellenberger, Lanz.
Bemerkungen: Ajoie ohne Frossard, Rouiller (beide krank) und Huber (überzählig). Thurgau ohne Hulak, Rundqvist, Parati, Brändli, Wildhaber, Janik Loosli, Moser (alle verletzt), Michael Loosli, Schweri (beide Rapperswil-Jona/NLA) und Hollenstein (krank).

Nächstes Spiel: Freitag, 27. November, 20.00 Uhr: Thurgau – Langenthal