Der HC Thurgau sucht nach dem Reset-Knopf

Beim 2:4 im Jubiläumsspiel gegen die GCK Lions kassiert der HCT bereits die dritte Niederlage aus den ersten vier Spielen des neuen Jahres.

Matthias Hafen
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Joel Moser (rechts) und der HC Thurgau fanden gegen die GCK Lions (Justin Sigrist) kein Rezept.

Joel Moser (rechts) und der HC Thurgau fanden gegen die GCK Lions (Justin Sigrist) kein Rezept.

Mario Gaccioli

Dass die Mannschaft von Stephan Mair an diesem Tag nur die zweite Geige spielen würde, war von Anfang an klar. Das Scheinwerferlicht gehörte am 30-Jahr- Jubiläumstag des HC Thurgau den Helden von damals. In einem Legendenspiel am Nachmittag besiegten Gianni Dalla Vecchia, Cuno Weisser, Patrick Henry und Co. im Penaltyschiessen eine illustre ZSC-Auswahl, die vom zurückgetretenen Rekordnationalspieler Mathias Seger angeführt wurde.

Konnten sich die weit über 1000 Zuschauer in der Weinfelder Eishalle Güttingersreuti ob der HCT-Spieler aus früheren Zeiten noch erfreuen, kühlte die Stimmung am Abend in der Swiss-League-Partie gegen die GCK Lions deutlich ab. Einmal mehr kamen die Thurgauer im neuen Jahr nicht auf Touren und kassierten am Ende die dritte Niederlage aus den vergangenen vier Spielen.

Kellen Jones fehlt vielleicht doch mehr, als man zugeben will

Auch gegen die GCK Lions musste Thurgau ohne den verletzten Kanadier Kellen Jones auskommen – bereits zum fünften Mal in Folge. Spieler und Trainer bekräftigen zwar, dass das Spielsystem des HCT den Ausfall des einen Ausländers vertrage. Doch kann es nicht nur Zufall sein, dass genau seit Jones’ Oberkörperverletzung Sand im Getriebe ist. Mairs Equipe wirkt nicht mehr so kompakt wie noch im alten Jahr, weist eine hohe Fehlpassquote auf und ist gegen vorne harmlos geworden.

Die HC-Thurgau-Fans empfingen ihre Mannschaft mit einer eindrücklichen Choreografie zum Jubiläumsspiel.

Die HC-Thurgau-Fans empfingen ihre Mannschaft mit einer eindrücklichen Choreografie zum Jubiläumsspiel.

Mario Gaccioli

Niki Altorfer brachte den HCT in der neunten Minute mit einer feinen Einzelleistung zwar noch in Führung. Nach Ryan Hayes’ Ausgleich gut sechs Minuten später schien aber der Faden wieder gerissen. Man konnte den Thurgauern wie schon in den Begegnungen zuvor nicht mangelnden Einsatz vorwerfen. Aber der Auftritt im Jubiläumsspiel war etwas gar blutleer.

Der Courant normal endet nicht mehr im Sieg

Selbst nachdem die GCK Lions im Mitteldrittel durch Fabian Berri (24.) und Victor Backman (31./Powerplay) auf 3:1 erhöht hatten, waren keine Emotionen da. Niemand zerschmetterte seinen Stock über der Torlatte oder checkte man einen Zürcher Junglöwen mal schmerzhaft in die Bande. Obwohl beides angesichts der sich abzeichnenden Niederlage angebracht gewesen wäre. Der HC Thurgau entschied sich für den Courant normal und hoffte, dass er das Spiel schon noch wenden könne. Was vor der Jahreswende auch immer wieder gelang, blieb den Ostschweizern zuletzt mehrmals verwehrt. Mehr als der 2:3-Anschlusstreffer durch Dominic Hobi im Powerplay (36.) brachten sie nicht zu Stande.

So mussten sich die 1581 Zuschauer des Abendspiels damit trösten, dass immerhin ihre Helden vergangener Zeiten den Zürchern Löwen eine Niederlage mit auf den Weg gaben. An der mittlerweile doch ernstzunehmenden Baisse des Swiss-League-Teams ändert dies freilich nichts. Für die Mannschaft von Trainer Mair wird nun das Heimspiel vom Dienstag, 14. Januar, um 20 Uhr gegen Visp zu einem Schicksalsspiel was den vierten Platz und damit den Heimvorteil im Playoff betrifft.

Thurgau – GCK Lions 2:4 (1:1, 1:2, 0:1)

Güttingersreuti, Weinfelden – 1581 Zuschauer – SR Hungerbühler/Anna Maria Wiegand, Wermeille/Haag.
Tore: 9. Altorfer 1:0. 16. Hayes (Meier, Geiger) 1:1. 24. Berri (Braun, Büsser) 1:2. 31. Backman (Sigrist, Brüschweiler/Ausschluss Hobi) 1:3. 36. Hobi (Fechtig, Frei/Ausschluss Backman) 2:3. 60. (60:00) Hayes 2:4 (ins leere Tor/Strafe gegen Thurgau angezeigt).
Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Thurgau, 3-mal 2 Minuten gegen die GCK Lions.
Thurgau: Aeberhard; Seiler, Parati; Wildhaber, Scheidegger; Collenberg, Fechtig; Engeler; Spannring, Connor Jones, Altorfer; Hobi, Rundqvist, Merola; Rehak, Brändli, Hollenstein; Moser, Niedermaier, Frei.
GCK Lions: Zumbühl; Büsser, Braun; Sidler, Peter; Meier, Geiger; Widmer, Riedi; Brüschweiler, Backman, Hayes; Rizzello, Suter, Berni; Chiquet, Sigrist, Simic; Puide, Fuhrer, Berri.
Bemerkungen: Thurgau ohne Kellen Jones, Janik Loosli (beide verletzt), Michael Loosli, Schmuckli, Dufner (alle Rapperswil-Jona/NLA), Moosmann, Kellenberger, Steinauer, Zanzi, Huber und Schnetzer (alle Farmteam).GCK Lions ohne Mathew, Andersson, Burger (alle verletzt) und Hardmeier (gesperrt). – 58:54 Time-out Thurgau, danach mit sechstem Feldspieler anstelle des Goalies.

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