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Der Gründer verlässt
die Kreuzlinger Sportschule

Mirko Spada hat die Nationale Elitesportschule Thurgau, die in Kreuzlingen stationiert ist, aufgebaut. Nach 17 Jahren verlässt er diese und wird Schulleiter in Wigoltingen. Es sei Zeit für etwas Neues, begründet er.
Nicole D'Orazio
Mirko Spada posiert vor dem neuen SBW-Talent-Campus, zu dem die Nationale Elitesportschule Thurgau gehört.

Mirko Spada posiert vor dem neuen SBW-Talent-Campus, zu dem die Nationale Elitesportschule Thurgau gehört.

Die Nationale Elitesportschule Thurgau (NET) ist sein Baby. Im August 2001 ist Mirko Spada mit den ersten Kindern in der Villa Furini in Kreuzlingen gestartet. Einer davon war Marcel Hug, der erfolgreiche Rollstuhl-Leichtathlet und mehrfache Behindertensportler des Jahres. Die NET hat auch andere bekannte Sportler wie die Eishockey-Nationalspieler Timo Meier oder Kevin Fiala, die in diesem Jahr an der WM die Silbermedaille gewonnen haben, gefördert.

Nun kehrt Spada seinem Baby allerdings auf Ende des aktuellen Schuljahres den Rücken. Als seine Kündigung bekannt wurde, seien viele geschockt gewesen, erzählt er. «Ich habe viele Reaktionen erhalten.» Doch für ihn sei es Zeit geworden, etwas Neues in Angriff zu nehmen.

Viele Kinder bewegen sich heute zu wenig

«Das Konzept der Sportschule müsste meiner Meinung nach geändert werden», erzählt der ehemalige Zehnkämpfer. Es gebe heute weniger leistungswillige Kinder und Jugendliche, die in den Spitzensport gehen wollen und dabei sehr fokussiert sind. Man müsste sich auf diese konzentrieren und gezielter fördern. Die NET müsste konsequenterweise viel kleiner werden. Für diesen Prozess brauche es im jetzigen SBW-Talent-Campus neue Köpfe. «Viele Kinder sitzen heute drinnen am Gamen oder sind ständig in den sozialen Medien unterwegs, anstatt draussen zu spielen», begründet Spada.

Das bedeute, dass die heutigen 11- und 12-Jährigen im Vergleich zu denen vor zehn Jahren muskulär deutlich schwächer im Rumpfbereich oder der Koordination seien. «Das heisst, dass wir mit ihnen zuerst einmal Basis-Training machen müssen. Sie sind weniger weit als früher.» In der Leichtathletik zum Beispiel seien die Leistungswerte der 11- bis 15-Jährigen markant gesunken. Allgemein müssten die Kinder sich weniger mit Social Media und dem Handy beschäftigen und runter fahren. «Sie können keine Kraft tanken, wenn sie nicht zur Ruhe kommen.»

Was Spada auch stört, ist dass die Eltern der Sportler viel Schulgeld bezahlen müssen. «Deswegen bin ich vom Aufbau der Kunst- und Sportschule in Winterthur abgesprungen», sagt er. Der Kanton Zürich hätte der SBW zwar einen Leistungsauftrag für die Schule erteilt, doch viele Gemeinden ziehen nicht mit. «Das hat für mich so nicht gestimmt.» Seiner Meinung nach müsste die Schule für die Talente finanziert sein. Wie zum Beispiel in Bürglen mit den Fussballern oder Erlen im Unihockey.

Vorfreude auf die neue Aufgabe in Wigoltingen

Als er das Inserat der Volksschule Wigoltingen gesehen habe, in dem ein neuer Schulleiter gesucht wird, habe es ihn gepackt, erzählt der Tägerwiler. «Ich dachte, das ist es und habe mich beworben. Dass es geklappt hat und ich nun dort anfangen darf, freut mich riesig.» Ihn reize, dass der Schule mehrere Dörfer angehören und so verschiedene Kulturen vereint werden. «Und die Aufbruchstimmung, die dort mit der neuen Behörde herrscht.» Spada freut sich auf die neue Tätigkeit. «Es muss niemand Angst haben, dass ich dort nun den Sport forciere oder so», meint er und lacht.

In den ersten sechs Monaten will er die Lehrkräfte und die Kultur an der Schule kennen lernen. Das ist ihm sehr wichtig. «Ich möchte mit den Lehrern eine kindergerechte Zukunft aufbauen.» Und ihm schwebt auch eine engere Zusammenarbeit zum Beispiel mit der PH Thurgau, den Vereinen oder der Industrie- und Handelskammer vor. «Wir wollen eine offene Schule sein», plant er. Natürlich sei auch die Umsetzung des Lehrplans 21 eine Herausforderung. «Das Wichtigste ist für mich, dass es den Lehrern und Schülern gut geht.»

Mandat im Gemeinderat Tägerwilen möglich

Da er in Wigoltingen ein 80-Prozent-Pensum hat, wird er sich nebenbei wahrscheinlich weiterhin mit Leistungssport beschäftigen oder vielleicht wieder ein politisches Amt übernehmen. Spada war in früheren Jahren bereits Mitglied des Gemeinderates Kreuzlingen sowie der Schulbehörde. «Ich wohne jetzt in Tägerwilen und hätte Lust, mich dort in der Exekutive zu engagieren», sagt er. Das Ressort Soziales würde ihn interessieren. «Mal schauen, vielleicht kandidiere ich.»

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