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Der Gerichtstermin steht: Dem Kreuzlinger Kinderkrippenbetrüger drohen drei Jahre Knast

Der Treuhänder, der die Kreuzlinger Kinderkrippe Felsenburg betrogen hat, steht am 6. November vor dem Bezirksgericht Kreuzlingen.
Urs Brüschweiler
Die Kinderkrippe Felsenburg an der Kreuzlinger Gaissbergstrasse. (Bild: Reto Martin - 10.2.2017)

Die Kinderkrippe Felsenburg an der Kreuzlinger Gaissbergstrasse. (Bild: Reto Martin - 10.2.2017)

Beim Bezirksgericht Kreuzlingen laufen bereits die administrativen Vorbereitungen für den Prozess, auf den viele in der Stadt seit langem gespannt warten. Am 6. November, morgens um 8.15 Uhr, beginnt die Verhandlung gegen den Mann, der als Kinderkrippenbetrüger bekannt wurde.

Der Fall hatte für grosses Aufsehen gesorgt. Vor rund drei Jahren war bekannt geworden, dass der ehemalige Kassier der Kreuzlinger Kinderkrippe Felsenburg über mehrere Jahre hinweg grosse Geldbeträge veruntreut hatte; von insgesamt über einer halben Million Franken geht man aus, der genaue Betrag ist bis heute nicht bekannt.

Die Empörung über das Geschehene war gross, auch weil es sich bei dem Beschuldigten um einen Treuhänder handelt, der in der Region Kreuzlingen wohl bekannt und gut vernetzt ist und der das veruntreute Geld für private Zwecke eingesetzt haben soll.

38 Seiten umfasst die Anklageschrift

Stadt und Schule Kreuzlingen, als Geldgeber der Krippe, mussten den Fall politisch aufarbeiten. Der Vorstand des Trägervereins war nach Regulierung des Schadens durch den Beschuldigten zurückgetreten.

Die juristische Aufarbeitung der Angelegenheit dauerte dann lange. Vor etwas über einem Jahr erhob die Thurgauer Staatsanwaltschaft Anklage. 38 Seiten umfasst die Anklageschrift, wie Sprecher Marco Breu sagt.

Insgesamt vier Sachverhalte kommen zur Anklage

Neben der Veruntreuung in der Kinderkrippe werden dem Angeklagten noch drei weitere Sachverhalte zur Last gelegt. Ihm wird etwa vorgeworfen, als Beistand einer Person und als Organ einer Gesellschaft mehrere hunderttausend Franken unerlaubt für private Zwecke entzogen zu haben.

Der Beschuldigte sei jedoch geständig und habe die Schäden zurückbezahlt, erklärte die Staatsanwaltschaft im August 2018. Der Gesamtschaden belaufe sich total auf über eine Million Franken.

Ab drei Jahren, ist kein bedingter Vollzug möglich

Das Bezirksgericht unter Vorsitz von Berufsrichter Jürg Roth wird in Fünfer-Besetzung tagen, weil die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von über drei Jahren beantragen wird. Sollte das Gericht dem Antrag folgen, muss der Mann zwingend ins Gefängnis. Gemäss Strafgesetzbuch ist ab drei Jahren kein bedingter Strafvollzug mehr möglich.

Anklage wegen gewerbsmässigen Betrugs

Folgende Straftatbestände werden dem Mann zur Last gelegt: mehrfache qualifizierte Veruntreuung, mehrfache ungetreue Geschäftsbesorgung in Bereicherungsabsicht, gewerbsmässiger Betrug, mehrfache Urkundenfälschung sowie Anstiftung zur Urkundenfälschung.

Die Verhandlung ist grundsätzlich öffentlich. Das Gericht weist darauf hin, dass die Platzzahl beschränkt ist, Anmeldungen vorab entgegengenommen werden und sich beim Einlass alle Personen auszuweisen haben.

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