Der erste Hag war kurz nach 19 Uhr weggeräumt – vor den Augen zahlreicher Schaulustiger

Der Spuk hat zwei Monate gedauert: Seit Freitagabend ist der Grenzhag wieder Geschichte.

Urs Brüschweiler
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Auch ohne Zaun bleibt der Grenzübertritt ohne triftige Gründe bis Mitte Juni weiterhin verboten

Auch ohne Zaun bleibt der Grenzübertritt ohne triftige Gründe bis Mitte Juni weiterhin verboten

Bild: Raphael Rohner

Ein Hauch von Zeitgeschichte weht durch Klein Venedig. Etwa 200 Schaulustige stehen kurz vor 19 Uhr auf dem Areal. Es werden noch mehr werden – am Abend soll der berühmt gewordene Doppelzaun zwischen der Schweiz und Deutschland fallen.

Am Nachmittag hat der Vertreter der Eidgenössischen Zollverwaltung mit seinem Votum an der Pressekonferenz in Bern die ganze Aufregung ins Rollen gebracht. Er sagte, der Zaun werde seines Wissens in diesen Stunden abgebaut. Es folgten Sitzungen und Konferenzen zwischen Schweizer und deutschen Behörden, bis sicher war: Heute ist der grosse Tag.

Das Ende der Grenzsperre nahm seinen Beginn um 19.00 Uhr am Bahnübergang Freiestrasse. Zivilschützer räumten dort die ersten Gatter unter den Augen zahlreicher Medienvertreter weg.

Auch ohne Zaun bleibt der Grenzübertritt ohne triftige Gründe bis Mitte Juni weiterhin verboten

An der Kunstgrenze nahmen zwei Kreuzlinger Stadträte, Thomas Beringer und Dorena Raggenbass, die vielen Liebesbotschaften vom Hag und sammelten sie fein säuberlich ein. Beringer sagt:

«Die beiden Städte wollen nach dem Sommer eine gemeinsame Ausstellung über die Grenzsperre und ihre Überbleibsel organisieren.»


Kurz vor 20 Uhr fahren auch auf der deutschen Seite die Lastwagen auf. Die anwesenden Menschen freuen sich – alle tragen ein Lächeln im Gesicht. Aber es treiben sie auch viele Fragen um. Das genaue Grenzregime, was ab Samstag gilt, hat sich noch nicht überall herumgesprochen.

Viele fragen sich, wie das nun werden soll, wenn die Grenze mit dem Hag nicht mehr existiert, aber trotzdem alle kontrolliert werden sollen. Denn auch wenn es ab sofort keinen Zaun mehr gibt, bleibt der Grenzübertritt ohne triftige Gründe bis Mitte Juni weiterhin verboten.

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