Der Erler Fasnachtsumzug ist ein Festival der Fantasie

Ein Höhepunkt der Fasnacht ist auch in Erlen jedes Jahr der Umzug. Rund 350 kostümierte Narren sorgten am Schmutzigen Donnerstag für ausgelassene Stimmung auf den Strassen des Dorfs.

Monika Wick
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Beim Kinderumzug gibt immer es originelle Sujets. (Bild: Monika Wick)

Beim Kinderumzug gibt immer es originelle Sujets. (Bild: Monika Wick)

«Fasnacht ist viel cooler als Schule!» Darin sind sich Romy Gähwiler und Silena Bürgisser einig. Diese Einschätzung ist leicht nachvollziehbar: Für diejenigen Kindergärtler und Primarschüler, die am traditionellen Fasnachtsumzug teilnehmen, fällt der Schulunterricht nämlich aus.

Zwei Guggenmusiken sorgen für Stimmung

Dieses Angebot scheint kaum jemand ausgeschlagen haben, denn auf dem Bahnhofplatz hat sich am Donnerstag eine farbenfrohe und lärmende Truppe versammelt. Angeführt von der Erler Guggenmusik Guge-Ploger und der Crash-Band aus Weinfelden, setzt sich der Tross in Bewegung, kaum dass die Zeiger der Bahnhofsuhr auf 15.15 Uhr springen.

Mit von der Partie sind selbstverständlich auch Romy und Silena. Die beiden Mädchen aus Erlen sind aufwendig geschminkt und ziehen Leiterwagen hinter sich her, die sie in einen Coiffeursalon und eine Confiserie verwandelt haben. «Die Berufe gefallen uns. Wir können uns gut vorstellen, diese Tätigkeiten einmal zu erlernen», sagen sie.

Auf den Umzug folgt der Maskenball

Auch viele andere Mädchen und Buben haben bei der Wahl ihrer Kostüme viel Fantasie bewiesen und etlichen Aufwand für deren Herstellung betrieben. Nebst Einhörnern, Supermännern oder Weintrauben schunkelt, beobachtet von etlichen Zaungästen, ein Boot durch die Strassen in Richtung des Mehrzwecksaals.

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Gebastelt haben es Faye Hussy und Valentina Steffen. Detailliert erklären die beiden Mädchen die Arbeitsschritte, die es brauchte, um aus drei Kartonschachteln das Schiff «Fayva» zu bauen. Ob Faye und Valentina mit ihrem Werk einen Preis gewinnen werden, zeigt sich später während des Maskenballs.

Die Wahl fällt Jurymitglied Natascha Krüse nicht leicht. «Die Kinder haben sehr viel Fantasie bewiesen», sagt sie. Die grosse Kinderzahl macht ihre Aufgabe nicht leichter. «Wir hatten 240 offizielle Anmeldungen. Anhand der verteilten Wienerli schätzen wir, dass sogar 350 Personen hier sind», erklärt Stephanie Burkhardt, Präsidentin der Guge-Ploger.