«Der Energiebedarf ist stark gestiegen»: Sulgen investiert viel Geld in den Ausbau des Stromnetzes

Die Gemeinde hat kürzlich die Versorgungssicherheit im Bereich Elektrizität erhöht. Der Ausbau des Netzes erfolgte in mehreren Etappen. Energieintensiv sind viele Gewerbe- und Industriebetriebe.

Hannelore Bruderer
Merken
Drucken
Teilen
Ausgerüstet mit einem Schutzanzug nimmt Netzplaner Sven Keller die Ringleitung in Betrieb.

Ausgerüstet mit einem Schutzanzug nimmt Netzplaner Sven Keller die Ringleitung in Betrieb.

Hannelore Bruderer

Von der Öffentlichkeit unbemerkt, hat die Gemeinde Sulgen kürzlich die Versorgungssicherheit im Bereich Elektrizität erhöht. Unbemerkt auch deshalb, weil beim Aufschalten in der Messstation Auwiesenstrasse ausser Sven Keller, Netzplaner bei der Firma Kierzek AG, aus Sicherheitsgründen niemand anwesend sein durfte. Für ein Erinnerungsfoto an diesen Meilenstein in der Sulger Elektrizitätsversorgung stellte Keller den Vorgang später nach.

Der Ausbau des Netzes zur Erhöhung der Versorgungssicherheit erfolgte in mehreren Etappen. Gemeindepräsident Andreas Opprecht sagt:

«Der Energiebedarf ist in Sulgen stark gestiegen.»

Vor zehn Jahren betrug er noch rund 27 Millionen Kilowattstunden, jetzt sind es 43 Millionen Kilowattstunden, dies obwohl in der Zwischenzeit auch viele Fotovoltaikanlagen für den Eigenverbrauch entstanden sind. Dabei macht der Stromverbrauch der Privathaushalte nur einen kleinen Teil des Gesamtverbrauchs aus.

Sanierung durch Kanton genutzt

Energieintensiv sind viele der Gewerbe- und Industriebetriebe an der Bädli-, Bühl-, Industrie- und Zelgstrasse. Der Startschuss zum Ausbau erfolgte im Jahr 2016. An der Weinfeldenstrasse wurde eine neue Messstation erstellt, die eine zweite Einspeisung vom EKT in das Sulger Stromnetz ermöglichte. Die Sanierung der Haupt-, Kradolf- und Weinfeldenstrasse durch den Kanton wurde zum Verlegen neuer Rohranlagen genutzt. Unter den Gleisen der Bahn erfolgte die Verbindung mittels Unterpressung.

Neben den zwei netzunabhängigen Netzeinspeisungen sind es mehrere Ringleitungen, neue Mittelspannungsleitungen sowie drei neue respektive sanierte Mess- und Trafostationen, die das Stromnetz leistungsstärker und sicherer machen. Insgesamt hat die Gemeinde Sulgen in dieses Projekt rund 2,5 Millionen Franken investiert. Opprecht sagt:

«Dank diesen Ausbauten bei der Elektrizitätsversorgung konnte die Firma Hochdorf ihren Betrieb erweitern und die V-Zug AG kann ihr neues Kühlschrankwerk in Sulgen bauen.»

Vom Ausbau und der erhöhten Versorgungssicherheit würden alle Sulger Stromkunden profitieren.