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Der ehemalige Arboner Hauswart sieht seine Chancen intakt

Peter Shehe wurde in Kenia aus dem Parlament abgewählt. Er redet von Wahlbetrug und verlangt auf gerichtlichem Weg Neuwahlen. In Rorschach erklärte er Freunden und Bekannten seine Sicht der Dinge.
Ralf Rüthemann
Peter Shehe kämpft vor Gericht für eine Neuwahl des Parlaments. (Bild: Ralph Rüthemann)

Peter Shehe kämpft vor Gericht für eine Neuwahl des Parlaments. (Bild: Ralph Rüthemann)

«Die Wahlen sind manipuliert worden», sagt Peter Safari Shehe. Vor der nationalen Abstimmung in Kenia im August 2017 sei in seinem Wahlkreis ein Lastwagen mit geklauten Urnen entdeckt worden. «Ich habe es mit eigenen Augen gesehen.» Shehe erzählte gestern im Treppenhaus Rorschach von den Betrügereien vor einem Jahr und zeigte auch ein Video, auf dem ein solcher Lastwagen gefüllt mit Stimmzetteln zu sehen war. Die Präsidentschaftswahlen haben im Oktober erneut stattgefunden, nicht aber die Wahlen für die Parlamentsmitglieder.

Der Kenianer aus Arbon, der von 2013 bis 2017 als Vertreter des Wahlkreis Ganze im nationalen Parlament sass, geht nun gerichtlich gegen seine Abwahl vor. «Gut möglich, dass ich recht erhalte.» Schon vor der Abstimmung sei es ihm merkwürdig vorgekommen, dass sein Konkurrent kaum Wahlkampf betrieben hatte. «Klar muss er keine Werbung machen, wenn er die Wahl von Anfang manipuliert.»

Hochrangige Wahlbeobachter haben von diesen Betrügereien vorerst nichts mitbekommen. Es wäre nicht das erste Mal, dass Shehe vor Gericht gewinnt. Anfang Jahr wurde er nach vierjährigem Verfahren entlastet. Der Vorwurf lautete Korruption. «Ein Staatsbuchhalter klagte mich an, obwohl er derjenige war, der Geld gestohlen hatte», erzählt Shehe. Es sei um die Gelder gegangen, die Shehe als Parlamentsmitglied für Ganze einsetzen durfte – für jedes Amtsjahr etwa eine Million Schweizer Franken. «Während vier Jahren musste ich mich mit diesen Vorwürfen herumschlagen», sagt Shehe.

Ein richtiger Überlebenskünstler

Peter Shehe ist zwar seit knapp einem Jahr nicht mehr im Parlament und erhält dadurch keinen fixen Lohn mehr, etwas Geld verdiente er hin und wieder aber mit der Vermietung eines Lastwagens. «Und er ist diesbezüglich eben wirklich ein Kenianer, also einfach ein richtiger Überlebenskünstler», sagt seine Lebenspartnerin Barbara Fuhrer. Sie betreibt zusammen mit Peter Shehe und ein paar Freunden den Verein Pro Ganze Kenya, der mit Hilfsprojekten die Bewohner von Ganze unterstützt. Nach der Abwahl sei es mit dem Verein trotzdem weitergegangen.

Peter Füllemann, der ebenfalls im Verein dabei ist, hat einige Computerkurse für Lehrer und Schulleiter in Marere – Shehes Heimatdorf – durchgeführt. «Es war ein grossartiges Erlebnis», sagt Füllemann. Die Leute hätten laut Füllemann noch nie vorher einen Computer angefasst. «Und ein Teilnehmer war so dankbar, dass er mich nach dem Kurs weinend umarmte.»

Noch bis am 6. August ist Peter Shehe in der Schweiz, danach fliegt er wieder nach Kenia. «Ich habe vor, für Studenten in Kilifi eine Unterkunft zu bauen.» Gebaut wird die Anlage von chinesischen Bauherren. «Mir fehlt nur noch die Baubewilligung.» Zuerst wird sich Shehe aber noch um sein Anliegen bezüglich Wahlwiederholung kümmern müssen.

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