Der EHC Frauenfeld kehrt unter Trainer Andy Küng mit Vollgas zurück 

Am Dienstagabend hat der EHC Frauenfeld trotz 28 kleinen Strafen einen grossen 3:2-Heimsieg im Playoff gefeiert.

Matthias Hafen
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Timo Brauchli (ganz rechts) erzielte das entscheidende Tor und brachte damit die Hoffnung in den EHC Frauenfeld zurück.

Timo Brauchli (ganz rechts) erzielte das entscheidende Tor und brachte damit die Hoffnung in den EHC Frauenfeld zurück.

(Bild: Mario Gaccioli)

Manchmal ist ein ganzes Spiel schon in den ersten Minuten offenbart. Wer wissen wollte, wie die Mannschaft des EHC Frauenfeld auf den Rummel um Trainer Kevin Schüepp und dessen Freistellung reagieren würde, der brauchte bloss den Start des dritten Playoff-Finalspiels anzuschauen.

Nach zwei 2:3-Niederlagen in den ersten zwei Spielen kamen die Thurgauer am Dienstagabend vor heimischem Publikum mit Vollgas aus der Kabine. Sie kannten auf dem Eis nur einen Gang, den Vorwärtsgang. Und weil der EHC Wetzikon in diesem 1.-Liga-Spektakel munter mitspielte, kam es vor 496 Zuschauern zu einem offenen Schlagabtausch – und das teilweise im wahrsten Sinn des Wortes.

14 Strafen auf jeder Seite

Am Ende standen insgesamt 28 Zweiminutenstrafen zu Buche, 14 auf jeder Seite und zusätzlich noch je zwei Zehnminutenstrafen. Die Schiedsrichter kamen mit dem kampfbetonten Spiel der beiden Equipen an die Grenzen ihrer Übersicht.

Es war den Frauenfeldern hoch anzurechnen, dass sie bei diesem heissen Tanz kühlen Kopf bewahrten. In der 14. Minute nutzte Mario Haldenstein ein Powerplay zum 1:0. Und selbst als die Gäste sieben Zehntelsekunden vor der ersten Pause bei einem 5-gegen-3 zum 1:1 ausglichen, blieb die Equipe des erst am Montag eingesetzten Interimstrainers Andy Küng in der Spur.

Brauchli gibt Wetzikon den Nackenschlag

In der 37. Minute belohnte Nino Fehr mit dem 2:1 die grossen Bemühungen des Heimteams. Er lenkte einen Schuss von Thomas Mettler unhaltbar ab. Das Spiel blieb bis in die 45. Minute auf der Kippe. Dann nutzte Timo Brauchli eine doppelte Überzahl zum 3:1. Es war der Nackenschlag für das Wetziker Team, das zuvor in dieser Serie nur das Siegen kannte.

Eindrücklicher Siegeswille und Fokus aufs Wesentliche Nebst dem Siegeswillen und dem angesichts der Trainerwirren erstaunlichen Fokus der Spieler profitierte Frauenfeld in diesem Spiel auch von einer eigenartigen Spielleitung. Etwa, als einmal sechs, wenn nicht sieben Frauenfelder ungestraft miteinander auf dem Eis standen.

Oder in der 34. Minute, als ein böser Check von Eric Geiser Teamkollege Severin Seiler zugesprochen wurde und Geiser so seiner zweiten Zehnminutenstrafe in diesem Spiel entkam. Dass Wetzikon 20 Sekunden vor Schluss noch auf 2:3 verkürzte, trug zwar zum Spektakel bei, änderte aber nichts mehr daran, dass die Thurgauer zurück sind in der Best-of-five-Serie. Weiter geht es am Donnerstag um 20.15 Uhr in Wetzikon.

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