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Der Dorfbach in Rothenhausen wehrt sich tief im Boden

Die Gemeinde Bussnang saniert derzeit den Rothenhauserbach. Er fliesst durch undichte Rohre unter dem Dorf hindurch. Beim Ersatz der Rohre stiessen die Bauarbeiter auf unerwartete Probleme.
Mario Testa
Planer Mark Todorovic und Gemeinderat Leo Steinbacher bei der grossen Berstmaschine. (Bild: Mario Testa)

Planer Mark Todorovic und Gemeinderat Leo Steinbacher bei der grossen Berstmaschine. (Bild: Mario Testa)

Den Rothenhauserbach sieht man nicht; also schon lange nicht mehr. «Früher war das ein offener Bach in einem Tobel», sagt Gemeinderat Leo Steinbacher. In den 1960er-Jahren wurde das Tobel jedoch zugeschüttet und der Bach in eine Betonröhre gezwängt. «Zu sehen ist der Bach nur noch die letzten paar Meter im Wald, bevor er in die Thur mündet oberhalb des grossen Wehrs in Weinfelden. Er entspringt an den Hängen oberhalb von Rothenhausen.»

Alle eingedolten Bäche lässt die Gemeinde periodisch spülen und mit Kameras befahren, so auch den Rothenhauserbach. «Bei diesen Kontrollen hat sich gezeigt, dass die Betonrohre teilweise kaputt sind. Sie sind eingebrochen, sodass man mit der Kamera gar nicht mehr durchkam», sagt Steinbacher. Deshalb muss das Rohr auf einer Länge von knapp 90 Metern ersetzt werden.

Da dieses jedoch bis zu acht Meter tief unter der Erdoberfläche liegt, stand eine Bachöffnung nicht zur Debatte. «Dazu hätten wir ein über 40 Meter breites Tobel öffnen müssen, das geht nicht. Hier stehen auch Häuser.» Deshalb habe man sich für die Sanierung mittels Berstverfahren entschieden (siehe Kasten).

Erklärung: Berstverfahren

Beim Berstverfahren wird ein solider Metallkegel mittels massiven Stangen und hohen Zugkräften durch ein bestehendes Rohr gezogen. Der Kegel hat an seiner breitesten Stelle einen grösseren Durchmesser als das Rohr und sprengt, also birst, es. Daher die Bezeichnung.

Die alten Rohrteile werden ins umgebende Erdreich gedrückt. Am Metallkegel werden gleichzeitig die neuen Rohre angehängt und so mit eingezogen anstelle der alten Rohre. Es ist so möglich, Rohre mit demselben oder grösseren Durchmesser in defekte oder zu kleine bestehende Rohre einzuziehen. (mte)

Arbeiten verzögern sich um drei Wochen

Seit Anfang November laufen nun die Bauarbeiten. Über eine tiefe Grube oberhalb des Dorfes gelangen die Bauarbeiter zum Bach im Untergrund, eine zweite Grube 90 Meter weiter unten ist das Ziel. Dort steht die grosse Berstmaschine, die ein Gestänge mit bis zu 190 Tonnen Druck durchs Rohr zieht.

«Als wir den ersten Versuch starteten, war nach zwei Metern bereits Schluss. Irgendetwas ist da unten im Weg, wo die Rohre einen Knick machen.»

Deshalb wird nun doch gebaggert, um dem Ursprung des Problems auf den Grund zu kommen. «Jetzt probieren wir, den Knick im offenen Verfahren zu umgehen. Danach probieren wir wieder zu bersten», erklärt Planer Mark Todorovic. «Wenn da unten ein Findling liegt, müssen wir ihn ausgraben oder sprengen.» Mit den unerwarteten Schwierigkeiten verlängert sich nicht nur die Bauphase um etwa drei Wochen bis Mitte Dezember.

Auch die Kosten steigen wegen der zusätzlichen Baggerarbeiten und Entsorgung. «Der Bereich, der jetzt ausgebaggert wird, war früher eine Deponie. Der Aushub wird sortiert und das Deponiematerial muss dann speziell entsorgt werden; und das ist teuer», sagt Leo Steinbacher. Etwa 50000 Franken kommen dank der Zusatzarbeiten zu den budgetierten 290000 Franken hinzu.

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