Dieser Diamant ist noch zu roh - Sascha Figi muss den HC Thurgau wieder verlassen

Sascha Figi wird die Saison 2019/20 nicht mit dem HC Thurgau bestreiten. Der Club verzichtet auf die definitive Verpflichtung des 21-jährigen Centers.

Matthias Hafen
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Kurzer Auftritt: Sascha Figi bekommt vom HCT keinen Vertrag für die Saison 2019/20 und verlässt den Club nach sieben Testspielen wieder. (Bild: Mario Gaccioli, 18. August 2019)

Kurzer Auftritt: Sascha Figi bekommt vom HCT keinen Vertrag für die Saison 2019/20 und verlässt den Club nach sieben Testspielen wieder. (Bild: Mario Gaccioli, 18. August 2019)

Gut eine Woche vor dem Meisterschaftsstart in der Swiss League trennte sich der HC Thurgau von seinem Mittelstürmer Sascha Figi. Der 21-jährige Sohn des bekannten Sportmoderators Stefan Figi war in der Saisonvorbereitung mit einem Tryout-ähnlichen Vertrag ausgestattet gewesen und hatte alle bisherigen sieben Testspiele mit der Mannschaft von Trainer Stephan Mair absolviert. «In diesen Partien hat sich gezeigt, dass uns Sascha Figi nicht dort helfen kann, wo wir am ehesten Hilfe benötigen», sagt HCT-Geschäftsführer Martin Büsser.

«Er wäre das fünfte Rad am Wagen gewesen»

Figi kam mit dem Renommee eines Skorers nach Weinfelden. In den vergangenen Jahren hatte der Center in insgesamt 108 Spielen in Nordamerika sagenhafte 182 Skorerpunkte erzielt (90 Tore/92 Assists). HCT-Trainer Mair spricht denn auch von einem «spannenden Spielertypen – sehr kreativ, mit guten Händen.» Jedoch sei die Swiss League eine andere Schuhnummer als die zweite Stufe der US-Universitätsliga, wo Figi her kam. So habe er abwägen müssen, wie er den Spieler einsetzen könnte, sagt Mair. Und weil bei Thurgau die Centerposition in dieser Saison ungewohnt breit besetzt ist, «wäre Figi so etwas wie das fünfte Rad am Wagen gewesen.» Eine Position, die einem Center, der Spielpraxis braucht, nicht gerecht würde.

Claude Schnetzer zum EHC Chur

Gegen Figi sprach auch, dass er aufgrund des fehlenden Tempos nicht als Flügel eingesetzt werden kann. Zudem hatte der 21-Jährige im Spiel ohne Puck gegenüber seinen Konkurrenten im Kader Nachholbedarf. «Aber er war sehr bemüht und wollte sich von Anfang an in unsere Struktur einfügen», lobt Trainer Mair. Mit Claude Schnetzer fiel auch ein Verteidiger dem ersten Kaderschnitt zum Opfer. Der 19-Jährige wird mittels B-Lizenz an den EHC Chur in die MySports-League ausgeliehen.

Kehrichtsäcke bringen die neuen Kanadier des HC Thurgau an ihre Grenzen

Die kanadischen Zwillinge Connor und Kellen Jones können mehr, als das Spiel des HC Thurgau bereichern. Der eine schreibt bereits an seinem ersten Roman, der andere jongliert gerne mit Zahlen. Im Alltag stellen sie sich den Herausforderungen in der Ostschweiz mit Humor. In ihrem ersten Spiel mit dem HCT bleiben die zwei Canucks noch torlos.
Matthias Hafen