Interview

Der Bundesrat fährt mit dem Velo zum Schwaderloh-Schiessen

Am 30. September findet zum 73. Mal das historische Schwaderlohschiessen statt. OK-Präsident Heinz Nater freut sich über den Besuch von Bundesrat Ueli Maurer.

Urs Brüschweiler
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Hier wurde der nächste Besuch abgemacht: Heinz Nater und Bundesrat Ueli Maurer am Eidgenössischen Scheller- und Trychlertreffen vor einem Jahr in Märstetten. (Bild: Werner Lenzin)

Hier wurde der nächste Besuch abgemacht: Heinz Nater und Bundesrat Ueli Maurer am Eidgenössischen Scheller- und Trychlertreffen vor einem Jahr in Märstetten. (Bild: Werner Lenzin)

Der umtriebige OK-Präsident des Schwaderlohschiessens, Heinz Nater, hat es geschafft. SVP-Bundesrat Ueli Maurer folgt seiner Einladung und wird dem Traditionsanlass am 30. September seine Aufwartung machen.

Herr Nater, wie lange mussten Sie darum kämpfen, bis sich Herr Maurer den Termin im Kemmental in seine Agenda eingetragen hat?

Seit fünf Jahren verfolge ich das Ziel, dass Ueli Maurer uns einmal einen Besuch abstattet. Beim Stoos-Schiessen im Kanton Appenzell Ausserrhoden hatte ich ihn zum ersten Mal persönlich angefragt. Er sagte sogleich zu, die Festansprache am Schwaderlohschiessen zu halten.

Dann dauerte es aber doch noch einige Zeit?

Es folgte ja dann sein Departementswechsel vom Verteidigungs- ins Finanzministerium. Ich ging davon aus, dass die Abmachung nun hinfällig geworden sei, weil es thematisch nicht mehr passt. Aber am kantonalen Schwingfest in Märwil 2016 traf ich ihn erneut und fragte nach. Er sagte, das sei kein Problem, er komme auch als Privatperson. Und am eidgenössischen Scheller- und Trychlertreffen im vergangenen Jahr in Märstetten hat er mir dann seinen Besuch fest versprochen. Er komme gerne. Nun klappt es tatsächlich. Das freut mich riesig.

Der direkte Kontakt hilft offenbar.

Ja, das ist ein grosser Vorteil. Ueli Maurer hat unzählige Anfragen. Auch am kantonalen Schützenfest in Sirnach diesen Sommer habe ich ihn noch einmal getroffen und mit ihm das Rahmenprogramm kurz besprochen.

Sie haben etwas Spezielles vor mit dem Bundesrat?

Wir organisieren einen festlichen Aufmarsch vom ehemaligen Restaurant Rössli in Neuwilen zur Festhalle Bäärenmos mit alten und neuen Militärfahrzeugen. Es fahren ein Haflinger mit, ein Jeep, ein Pinzgauer ein neuer Piranha der Mowag und einige Militärradfahrer. Ich fragte Ueli Maurer, welches Fahrzeug er denn gerne übernehmen wolle. Er überlegte nicht lange und entschied sich als ehemaliger Militärradfahrer sofort fürs Velo. Ich finde das sehr lässig, dass er so unkompliziert ist und gerne mitmacht.

Ein Programm mit zahlreichen Höhepunkten

Am Sonntag, 30. September, gelangt im «Bäärenmos» bei Neuwilen zum 73. Mal das historische Schwaderlohschiessen zur Austragung. Es findet in der Nähe des Schlachtfeldes statt, wo am 11. April 1499 die Eidgenossen im Rahmen des Schwabenkrieges siegreich waren. Es gibt einen Gewehr-, einen Pistolen- und einen Militärwettkampf. Auf freiem Feld wird auf insgesamt 24 Scheiben gefeuert, je fünf Schüsse stehend, kniend und liegend. Als Novum darf man dieses Jahr die Teilnahme von zwei einheimischen Frauengruppen beim Pistolenschiessen betrachten. Die «Ladykracher» vom Damenturnverein treten gegen die «Knallerfrauen» vom Frauenturnverein an. Die Verantwortlichen der Schwaderloh-Kommission möchten sich auch neuen Trends öffnen. Das Programm beginnt am Sonntag um 8.30 Uhr mit einem ökumenischen Feldgottesdienst von Pater Josef Gander. Mit dabei ist auch eine Bläsergruppe der Musikgesellschaft Hugelshofen. Um 10.30 Uhr kommt der Umzug mit Bundesrat Ueli Maurer auf dem Velo und Schwaderlohmädchen Flavia Knill im «Bäärenmos» an. Dort warten die Tambouren und Fahnendelegationen der Stammsektionen und hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Militär. Nach dem Abschluss des Schiessens um 15.30 Uhr findet die Landsgemeinde mit den Festreden statt.

www.schwaderlohschiessen.ch

KEMMENTAL: Zum Zmittag gibt es Spatz

Zum 72. Mal haben sich die Schützen zum Schwaderlohschiessen in Neuwilen getroffen. Die steigende Teilnehmerzahl freut die Organisatoren. Ihnen ist aber auch wichtig, dass die Geschichte vermittelt wird.
Desirée Müller