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Interview

Der Bündner Winzer am Ottenberg

Markus Müller, Pächter des Rebguts Sunnehalde, ist neu Vizepräsident des Verbandes Deutschschweizer Weine.
Mario Testa
Markus Müller pachtet mit seiner Frau Daniela seit elf Jahren das Rebgut Sunnehalde auf dem Ottenberg. (Bild: Mario Testa)

Markus Müller pachtet mit seiner Frau Daniela seit elf Jahren das Rebgut Sunnehalde auf dem Ottenberg. (Bild: Mario Testa)

Wie kam es, dass Sie im Juni zum Vizepräsidenten des Verbandes Deutschschweizer Weine gewählt wurden?

Markus Müller: Ich bin seit Februar 2017 Präsident des Branchenverbands Thurgauer Weine. In dieser Funktion bin ich von Amtes wegen auch im Deutschschweizer Verband dabei. Anfangs Jahr hat mich Präsident Kaspar Wetli gefragt, ob ich die als Vizepräsident kandidieren möchte. Rolf Schenk trat aus dieser Funktion zurück.

Und Sie haben sofort zugesagt?

Nein, ich musste mir das überlegen und auch mit meiner Frau besprechen. Es ist doch ein gewisser zeitlicher Aufwand, wenn man fünf bis zehn Sitzungen hat im Jahr und die dann fast alle in Wädenswil stattfinden. Dazu kommt auch noch einiges an Vorbereitungszeit.

Und doch sind Sie zum Entschluss gekommen, diese Mehrarbeit auf sich zu nehmen?

Ja, es ist für mich auch eine Chance. Zudem kann ich so die Thurgauer Weine auch bestens vertreten.

Welche Aufgaben hat der Verband?

Wir lassen uns vernehmen, wenn beispielsweise Gesetzesänderungen auf Bundesebene anstehen. Zuletzt ging es da um die Einführung der Ursprungsbezeichnungen AOP/IGP für Schweizer Weine. Ein anderes Thema ist die Neugestaltung der Aktion «Offene Weinkeller». Wir sind ein Branchenverband aber vor allem als politischer Verein tätig. Werbung ist Sache der kantonalen Verbände.

Sind Sie als Vizepräsident auch designierter Präsident des Verbandes Deutschschweizer Weine?

Nein. Das könnte ich nicht. Es wäre zeitlich ein viel zu grosser Aufwand und zudem muss der Präsident bei Gesprächen in nationalen Gremien sehr gut französisch sprechen, sonst ist man verloren. Französisch ist die Amtssprache, wenn es um Schweizer Wein geht – und nicht meine Stärke.

Welchen Stand hat die Deutschschweiz innerhalb des Schweizer Rebbaus?

Etwa ein Drittel aller Rebberge sind allein im Kanton Wallis, dazu kommen grosse Gebiete in der Waadt. Von den rund 15000 Hektaren Rebe sind nur etwa 2500 in der Deutschschweiz. Wir sind also eher ein kleiner Part – nur was die Anzahl Kantone mit 16 angeht, sind wir die grössten im Verband. Aber das Gute ist, es gibt kaum Konkurrenzdenken unter den Regionen, wir ziehen alle am gleichen Strick und kämpfen mit ähnlichen Problemen.

Welche Probleme hat die Schweizer Weinbranche?

In Sachen Qualität haben wir keine, da müssen wir uns überhaupt nicht verstecken. Aber die Trinkwasser-Initiativen zum Beispiel beschäftigen uns sehr, die würden unsere Arbeit deutlich erschweren. Die formulierten Ziele – also keine Spritzmittel mehr einsetzen – können vielleicht über lange Frist mit neuen Sorten erreicht werden, aber sicher nicht wie von der Initiative verlangt sofort.

Schenken Sie in ihrer neuen Funktion den Weinen vom Ottenberg besondere Beachtung?

Nein, da gibt es für mich keine Priorisierung. Als Präsident des Verbands Thurgauer Weine vertrete ich alle Winzer im Kanton, da gibt’s bei mir kein Regionendenken.

Sie pachten seit dem Jahr 2008 das Rebgut Sunnehalde. Was hat Sie aus dem Bündnerland hierher in den Thurgau verschlagen?

Ich habe nach der Meisterprüfung zum Winzer Mitte der 90er-Jahre als Angestellter gearbeitet; zuerst bei der bischöflichen Kellerei in Chur, später bei Jakob Hutter in Zizers, meiner Heimat. Ich wollte jedoch schon lange einen eigenen Betrieb führen und als ich von der Pächtersuche für das Rebgut Sunnehalde hörte, hab ich mich beworben. Seither bin ich der Bündner Winzer im Thurgau.

Rebgut Sunnehalde

Auf dem Rebgut Sunnehalde bewirtschaftet Markus Müller mit seiner Frau, einem Festangestellten und einem Helfer im Sommerhalbjahr 4,5 Hektaren Reben. Seinen Wein lässt Müller bei der Weinkellerei Rutishauser in Scherzingen keltern. Weitere Reben hat Müller in Götighofen, dazu kümmert er sich um den Rebberg des Schlosses Hagenwil. Auch in seinem Heimatkanton Graubünden hat Müller noch einige Reben. Insgesamt bewirtschaftet er 9,5 Hektaren. Markus Müller ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Söhnen.

Hinweis www.sunnehalde.ch

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