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Kehrichtsäcke bringen die neuen Kanadier des HC Thurgau an ihre Grenzen

Die kanadischen Zwillinge Connor und Kellen Jones können mehr, als das Spiel des HC Thurgau bereichern. Der eine schreibt bereits an seinem ersten Roman, der andere jongliert gerne mit Zahlen. Im Alltag stellen sie sich den Herausforderungen in der Ostschweiz mit Humor. In ihrem ersten Spiel mit dem HCT bleiben die zwei Canucks noch torlos.
Matthias Hafen
Connor (links) und Kellen Jones sind die neuen Ausländer des HC Thurgau. Auf dem Eis verlangen die kanadischen Zwillingsbrüder voneinander Perfektion. (Bild: Reto Martin)

Connor (links) und Kellen Jones sind die neuen Ausländer des HC Thurgau. Auf dem Eis verlangen die kanadischen Zwillingsbrüder voneinander Perfektion. (Bild: Reto Martin)

Es kann vorkommen, dass die Jones-Brüder einem als erstes ihr Ohr hinhalten. So sind die Zwillinge aus Montrose in der kanadischen Provinz Britisch-Kolumbien am deutlichsten auseinanderzuhalten. «Wir haben je eine eingeklappte Ohrmuschel», sagt Connor. «Kellen auf der linken Seite, ich auf der rechten.» Eine Folge davon, wie sie im Mutterleib lagen.

Im übertragenen Sinn sind die beiden 28-jährigen Eishockeyprofis heute noch unzertrennlich. Auf dem Eis bevorzugen sie es, in der gleichen Linie zu spielen. Auch einkaufen, reisen oder ausgehen mögen sie zu zweit. «Wir ticken gleich und verstehen uns blind», sagt Kellen Jones. «Das macht vieles einfacher.» Zuletzt waren sie dennoch getrennt. Kellen, der beim HCT die Nummer 8 tragen wird, verbrachte die vergangene Saison in Schwedens zweithöchster Liga bei Västervik. Connor, der mit der Nummer 70 spielt, blieb in der nordamerikanischen AHL, wo beide die längste Zeit ihrer bisherigen Karriere verbracht haben.

In einem Kleinwagen unterwegs statt im Pick-up

Für Connor Jones ist der HC Thurgau die erste Station in Europa. Die grösste Umstellung betreffe das Autofahren, sagt er. Von einem Ford F-150, einem monströsen Pick-up, musste der Kanadier auf einen Ford Fiesta umsatteln, einen Kleinwagen. «Das ist aber völlig okay», sagt Connor. «Die Strassen und Parkplätze sind ja auch ungewöhnlich klein hier.» Der ländliche Thurgau sagt den beiden zu. «Es erinnert uns an unseren Heimatort Montrose», sagt Kellen. Im Vergleich zum kanadischen Kaff in der Nähe der amerikanischen Grenze sei Weinfelden schon fast eine Grossstadt.

Das Einkaufen in der Schweiz sehen die beiden Eishockeyprofis als Herausforderung. «Alleine, bis wir die richtigen Kehrichtsäcke gekauft haben, verging eine Weile», sagt Kellen Jones mit einem Lachen. Die Anpassung auf dem Eis werde aber schneller vonstattengehen, verspricht Zwillingsbruder Connor. Die Swiss League kennen die beiden vom Hörensagen. Sie erwarten hochstehendes Eishockey und brennen darauf, Tore zu erzielen. «Wir sind hierher gekommen, um zu skoren. Das erwartet man auch von uns.»

Der erste Roman ist bereits in der Entstehung

Die zwei neuen Ausländer des HC Thurgau sind auch aussergewöhnlich belesen. Connor Jones hat einen journalistischen Hintergrund und schreibt bereits an seinem ersten Roman. «Der Durchbruch ist mir noch nicht gelungen», sagt der Eishockeyprofi. Seine Buchpremiere sei deshalb nicht vor fünf Jahren zu erwarten.

Während Connor immer wieder von der Muse geküsst wird, sind Kellens Welt die Zahlen. Er bringt einen gefüllten Rucksack aus dem Finanzbereich mit und ergänze das «Jones-Unternehmen» im Thurgau damit perfekt, so Connor.

HC Thurgau verliert erstes Testspiel 0:4

Der HC Thurgau blieb im ersten Vorbereitungsspiel der Saison 2019/20 torlos. Gegen das NLA-Partnerteam Rapperswil-Jona resultierte eine 0:4-Heimniederlage. Drei Treffer fielen alleine im Startdrittel. Trainer Stephan Mair setzte die beiden Kanadier Connor und Kellen Jones in einer Sturmlinie ein, die durch Flügel Janik Loosli komplettiert wurde. Nebst Connor Jones spielten auch Adam Rundqvist, Lars Kellenberger und der neuverpflichtete Sascha Figi als Center. Rundqvist traf in der 26. Minute den Pfosten, Zuzug Niki Altorfer war ebenfalls zweimal nahe am Ehrentreffer. Im Tor stand während der gesamten Partie Janick Schwendener. 689 Zuschauer besuchten die Partie in Weinfelden. (mat)

Thurgau – Rapperswil-Jona (NLA) 0:4 (0:3, 0:0, 0:1)
Torschützen: Gähler, Rowe, Profico, Ness.
Thurgau: Schwendener; Seiler, Fechtig; Parati, Steinauer; Collenberg, Engeler; Wildhaber, Schnetzer; Kellen Jones, Connor Jones, Janik Loosli; Frei, Figi, Merola; Hobi, Kellenberger, Zanzi; Altorfer, Rundqvist, Moser; Tschudi, Moosmann.
Bemerkungen: Thurgau ohne Brändli, Scheidegger (beide verletzt) und Huber. Rapperswil-Jona u.a. ohne die Ausländer Cervenka, Clark, Kristo und Wellmann.
Nächstes Testspiel. Sonntag, 19.00 Uhr: Dornbirn (EBEL) – Thurgau.

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