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Der Bommer Weiher bekommt eine Kläranlage

Weil die Nährstoffkonzentration im Schutzgebiet zu hoch ist, baut der Kanton eine Art Schönungsbecken vor dem Grossweiher.
Martina Eggenberger Lenz
Der Bommer Weiher in der Gemeinde Kemmental ist ein Flachmoor und Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung. (Reto Martin)

Der Bommer Weiher in der Gemeinde Kemmental ist ein Flachmoor und Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung. (Reto Martin)

Jahrelang haben die involvierten Parteien im Kemmental darüber diskutiert, wie man dem Schutz des Bommer Weihers gerecht werden kann, ohne dabei die Landwirtschaft zu sehr zu beeinträchtigen. Nun präsentiert der Kanton eine Lösung, die einem klassischen Kompromiss entspricht.

  • Das Problem: Das Flachmoor und Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung ist umgeben von intensiv genutztem Ackerland. Dadurch gelangen viele Nährstoffe in den Weiher. Zu viele. Das zeigt sich zum Beispiel am starken Wachstum des rauen Hornkrauts, einer Unterwasserpflanze. Es hat einen Zusammenhang zur Phosphat-Konzentration im Weiher.
  • Die Lösung: Dem Grossweiher wird ein 200 Meter langer Klärbach mit drei Absetzbecken vorgelagert. Das nährstoffreiche Wasser aus dem Dippishauser Kanal muss zuerst die Schönungsbecken und einen Schacht mit Filter durchfliessen, bevor es ins Schutzgebiet mündet. Feines Eisenhydroxydgranulat soll das Phosphat binden.
  • Die Kosten: Insgesamt rechnet der Kanton mit einem Aufwand von einer halben Million Franken. Der Regierungsrat hat das Kostendach diese Woche genehmigt. Der Bund beteiligt sich zu 65 Prozent im Rahmen der Programmvereinbarung Naturschutz.
  • Die Begleitmassnahmen: Ein Teil des Projekts zum Schutz des Bommer Weihers ist auch die Revitalisierung des Dippishauser Kanals, dem Hauptzufluss.

Gemäss dem Projektbetreuer beim Amt für Raumentwicklung, Matthias Künzler, ist die gewählte Filteranlage erprobt. «Der Einsatz in einem Naturschutzgebiet hat aber Pilotcharakter.» Das technische Bauwerk werde kaum sichtbar sein. Das Granulat im Filter müsse periodisch ersetzt und das Sediment in den Kleinteichen periodisch ausgebaggert werden.

Bommer Weiher

Das Kemmental als Standortgemeinde war in die jahrelangen Verhandlungen aller Beteiligten involviert. Vize-Gemeindepräsident Walter Ludwig spricht von einer «umsetzbaren Kompromisslösung». Er sagt, aus seiner Sicht wäre es schöner gewesen, wenn es ohne das Schönungsbecken gegangen wäre, «weil so doch landwirtschaftliche Nutzfläche verloren geht.»

Er sieht aber auch, dass die Einlaufwerte in letzter Zeit zwar besser geworden, aber immer noch nicht genügend sind, vor allem nach starken Niederschlägen. Bekannt ist, dass der Schutzgürtel um den Bommer Weiher mit nur fünf Metern eigentlich viel zu klein ist. Üblich wären 15 Meter. Dagegen haben sich die Bauern allerdings erfolgreich gewehrt. Die Realisation des Klärbeckens sei eine Massnahme. «Nun hoffen wir auf deren Wirkung.» Die Gemeinde wird sich nur an der Revitalisierung des Dippishauser Kanals finanziell beteiligen müssen.

Pro Natura findet die Massnahme gut

Zwei Drittel der Bommer Weiher gehören dem Kanton und einem privaten Besitzer, ein Drittel Pro Natura. Toni Kappeler, der Präsident der Umweltorganisation, bezeichnet den Bau der biologischen Kläranlage als «gute Sache», auch wenn es eine End-of-Pipe-Lösung, also eine nachträglich hinzugefügte Schutzmassnahme sei. Es sei richtig, dass nun der erste Schritt zur Verbesserung der Wasserqualität gemacht werde. Überdüngtes Gewässer gefährde den Lebensraum von diversen Arten, auch am Ufer.

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