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Interview

Der Beruf ist sein Hobby: Trompeter Dani Felber

Die Trompete von Dani Felber ist meistens in einer Tasche mit dabei. Er selber meint, er habe den schönsten Beruf der Welt. Und feiert ganz vorne am Open Air Frauenfeld mit seiner Tochter den US-Rapper Eminem.
Lukas Gerzner
Dani Felber in seiner Villa Felber in Ermatingen. (Bild: Andrea Stalder)

Dani Felber in seiner Villa Felber in Ermatingen. (Bild: Andrea Stalder)

Was hat Sie in den letzten Wochen besonders beschäftigt?

Traurig gestimmt hat mich der Tod von Roy Hargrove. Er war ein junger, kreativer Musiker und sass im Publikum, als ich einmal in Washington als Student gespielt habe.

Warum wohnen Sie in Ermatingen, wo sie doch viel international unterwegs sind?

Ich bin ein Vollblutthurgauer und Bodensee-Fan. Ich reise viel umher, doch freue mich wieder, zurückzukommen. Ich schätze die Heimat und den Anblick.

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Wenn Sie den Thurgau verlassen müssten, wohin würden Sie ziehen?

Ich hoffe, dass ich das nie muss. Ermatingen ist mein Lieblingsort. Müsste ich wegziehen, würde ich etwas suchen, das ähnlich ist wie der Thurgau. Vielleicht Montreux. Dort gibt es auch viel Jazz.

Können Sie kochen?

Meine Frau ist Spitzenköchin und ich helfe in der Küche. Mir fehlt oft die Zeit zum Kochen, ich habe zu schnell wieder Musik im Kopf.

Ihr Restaurant-Tipp?

Das «Schäfli» in Wigoltingen mit seinem Ambiente, dem Essen und dem Wein.

Gibt es für Trompeter ein ideales Gericht?

Vor den Konzerten brauche ich viel Energie. Dafür esse ich ein feines Stück Fleisch mit Pommes. Nach dem Konzert brennen mir oft die Lippen, dann wirkt ein Glace kühlend.

Zur Person

Der 46-jährige Vollblutthurgauer Daniel Felber wohnt mit seiner Lebenspartnerin Claudia in der Ermatinger «Villa Felber». Er ist Musiker, Bandleader, Komponist, Clubbesitzer und erfüllt einige musikalische Aufgaben. Ursprünglich lernte er Hochbauzeichner. Big-Band-Jazz und seine vier Kinder sind ihm sehr wichtig. (anw)

Was haben Sie zuletzt in Konstanz eingekauft?

Einen Notenblock. Grundsätzlich kaufen wir aber nicht in Konstanz ein.

Was hören Sie im Auto?

Das Auto ist der einzige Ort, wo ich selber Musik hören kann. Gerade bei langen Fahrten auf der Autobahn höre ich Musik projektorientiert. Das heisst, ich nutze die Zeit, um mich inspirieren zu lassen.

Die beste App auf Ihrem Handy?

Real Book. Da sind alle Jazz-Standards drin und man kann sie unter verschiedenen Tonarten anschauen.

Was nehmen Sie immer mit, wenn Sie aus dem Haus gehen?

Neben dem Handy habe ich meistens meine Trompete dabei.

Was ist besonders an Ihrer Trompete?

Ich habe eine einzige Trompete, mit der ich spiele. Sie ist handgefertigt und ein eigenes Modell, das ich mit den Musikbauern des Blaswerks Haag in Weinfelden entwickelt habe. Diese Trompeten haben eine andere Schwingung als industriell gefertigte.

Worauf freuen Sie sich an einem freien Wochenende?

Das gibt es eigentlich nicht. An einem freien Tag freue ich mich darauf, selber Musik hören zu können.

Was ist Ihr heimliches Hobby?

Ich habe gar keine Zeit für Hobbys. Mein Beruf ist mein Hobby.

In welchem Job wären Sie eine Fehlbesetzung?

Bei der Arbeit an einem Fliessband würde ich eingehen.

Haben Sie ein Morgenritual?

Meistens startet der Tag, mit Kaffee und dem gesamten Team der Dani Felber Music Group, wo besprochen wird, was an dem Tag so laufen soll.

Was liegt auf Ihrem Nachtisch?

Bücher. Ich lese viel. Vorwiegend Biografien. Mich interessiert, welchen Hintergrund Erfinder wie etwa Thomas Edison hatten und wie sie immer wieder die Kraft fanden, weiterzumachen. Ich möchte von diesen Leuten lernen.

Welchen Buchtipp haben Sie für uns?

Ich empfehle «Die Gesetze des Denkens und Glaubens» von Joseph Murphy.

Lügen Sie manchmal?

Ich hoffe nicht und ich wüsste auch nicht, wann ich lügen müsste. Ich versuche immer, alles zu bereden.

Mit welchem Menschen würden Sie gerne einen Tag lang tauschen?

Mit niemandem. Ich habe ein so spannendes Leben, lerne so viele Leute kennen und kann umherreisen: Ich habe den schönsten Beruf der Welt.

Ihr erster Traumberuf war?

Ich wollte schon als Primarschüler Big-Band-Leader werden und habe gewusst, dass ich Musik produzieren möchte. Ich habe mit 9 Jahren eine Trompete bekommen und habe damit jeden Tag eine Stunde geübt.

Was ist Ihr Ziel?

Musikalisch und mit Ambiente die Menschen aus ihrem Alltag abholen. Viele haben eine abgeneigte Haltung und sind dann überrascht von meiner Art des Jazz.

Mit wem würden Sie gerne eine Flasche Wein trinken?

Mit Barack Obama. Mich beeindruckt, dass er die Jazzmusik gefördert und hierfür Musiker aus der ganzen Welt ins Weisse Haus eingeladen hat. Er hat die Musikkultur der Vereinigten Staaten verstanden. Zudem singt seine europäische Lieblingssängerin in meiner Formation.

Was schätzen Sie an Ihrer Partnerin Claudia besonders?

Claudia stärkt mir den Rücken und wir haben eine harmonische Beziehung. Wir sind immer zusammen unterwegs, sie kommt auch immer ins Ausland mit und gibt mir stets ein ehrliches Feedback.

Was möchten Sie unter allen Umständen im Leben machen?

Ich würde gerne ein Konzert geben in der Carnegie Hall in New York. In diesem sehr schönen Lokal hat Benny Goodman, ein amerikanischer Jazzmusiker, 1938 den Big Band Jazz konzertant gemacht. Das heisst, von da an hat man dem Big Band Jazz auch zugehört, nicht nur dazu getanzt.

Was finden Sie gut an sich?

Meine Disziplin. Und ich versuche, mich weiterzubilden.

Wann können Sie zufrieden einschlafen?

Ich schlafe ruhig, wenn ich alle Tickets für meine Konzerte verkaufen konnte. Dann weiss ich, dass ich die Musikergagen bezahlen kann.

Wann haben Sie zuletzt ein Open-Air-Konzert besucht?

Dieses Jahr mit meiner Tochter Sina zu Eminem am Open Air Frauenfeld. Meine Tochter wollte nach vorne und so habe auch ich mich als gefühlter Grossvater nach vorne gedrängt.

Ein Jazzmusiker hört Rap?

Für mich gibt es da keine Grenzen, ich habe auch schon Trompete auf diversen Alben von DJ Antoine gespielt.

Was soll auf Ihrem Grabstein stehen?

Oben tat er noch trompeten, und unten ging er flöten.

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