Der Arboner Max Eichenberger trifft mit seinen Fotografien ins Schwarze

Der ehemalige TZ-Redaktor stellt im Presswerk gegen 60 Bilder zum Wandel im ehemaligen Saurer WerkZwei aus. Die Vernissage am Freitagabend war eine Premiere für ihn. Seine Bedenken waren unbegründet.

Markus Schoch
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Max Eichenberger hat den Blick für Details: Bild einer zerbrochenen Scheibe, auf der eine Werbung der Sicherheitsfirma Securitas klebt. (Bild: Max Eichenberger)

Max Eichenberger hat den Blick für Details: Bild einer zerbrochenen Scheibe, auf der eine Werbung der Sicherheitsfirma Securitas klebt. (Bild: Max Eichenberger)

Max Eichenberger hatte sich gefragt, ob mehr als eine Handvoll Freunde und Bekannte zur Eröffnung seiner ersten Ausstellung kommen würde. Tatsächlich gab es fast nicht genug Stühle im Dietschweiler-Saal der Musikschule für die rund 100 Besucher – darunter viel lokale Prominenz wie Stadtpräsident Andreas Balg oder der Roggwiler Gemeindepräsident Gallus Hasler. Und hätten auch diejenigen Zeit gefunden, die sich bei Eichenberger persönlich abgemeldet hatten, wäre es sehr eng geworden.

Saurer sei immer ein Teil seines Lebens gewesen, erzählte der ehemalige TZ-Redaktor im Gespräch mit Jürg Niggli. Der Vater von Eichenberger arbeitete 40 Jahre in den Werkhallen der Firma, und als Journalist habe er den Niedergang des einst stolzen Betriebes hautnah erlebt.

Entwicklung in die richtige Richtung

Die Entwicklung der riesigen Industriebrache gegenüber dem Bahnhof sei «eine wunderbare Sache», bekannte Eichenberger.

«Die Frauenfelder haben das Eisenwerk, wir haben das Presswerk, und darauf bin ich stolz.»

Es stehe symbolisch für den Aufbruch der Stadt. Er würde sich wünschen, dass die ehemalige Webmaschinen-Montagehalle ebenfalls einer neuen Nutzung zugeführt würde, die Identität stifte.

Ein Spiel mit den Formen. (Bild: Max Eichenberger)

Ein Spiel mit den Formen. (Bild: Max Eichenberger)

Die Ausstellung umfasst gegen 60 Bilder. Sie zeigen die ehemalige Tristesse auf dem Gelände ebenso wie das neue Leben in den alten Gemäuern. Eichenberger hat die Fotos als Dauerleihgabe der Musikschule vermacht. Nicht ohne Grund.

«Ihre Ausstrahlung ist grossartig. Sie bringt Leben in die Stadt.»

Die Ausstellung sei eine Bereicherung für sie, gab Musikschulleiterin Julia Kräuchi das Kompliment zurück. Und spielte mit ihrem Vorgänger Leo Gschwend auf der Geige «My Way» von Frank Sinatra für Eichenberger. 

Max Eichenberger hat den Preis

Der Ostschweizer Medienpreis in der Kategorie Tagestext geht an den TZ-Mitarbeiter und Redaktor Max Eichenberger. Bei uns ist dieser Kollege auch als Mister Arbon bekannt. Keiner weiss so gut über das Städtli am Bodensee Bescheid wie er.