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Der Amriswiler Bademeister ist auch Chemiker, Gärtner und Notfallsanitäter

Morgens um 5.40 Uhr: Fünf Enten ziehen im Schwimmbecken der Badi ihre Bahnen. Bademeister Pascal Decurtins beginnt am Montag jeweils früher als sonst mit seiner Arbeit, denn schon bald kommen die ersten menschlichen Frühschwimmer.
Yvonne Aldrovandi-Schläpfer
Pascal Decurtins steht beim Eingang des Schwimmbades Amriswil. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Pascal Decurtins steht beim Eingang des Schwimmbades Amriswil. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Die ersten Stammgäste sind bereits eingetroffen – kostenlosen Zutritt haben sie sich zum Schwimmbad Amriswil verschafft. Fünf Enten ziehen im Schwimmbecken munter ihre Bahnen. Währenddessen kontrolliert Bademeister Pascal Decurtins die Unterwassersauger, die in der Nacht den Beckengrund gereinigt haben. Schliesslich muss alles sauber sein, bevor die Frühschwimmer eintreffen. Auch die Kasse hat er schon vorbereitet. Decurtins bestreitet seine zweite Saison in der Badi Amriswil. Er teilt sich die Aufgaben mit seinem Vorgesetzten, dem Bademeister Philipp Buchle.

«Eine unfallfreie Saison ist für mich ein guter Sommer. Meine Arbeit bereitet mir grosse Freude. Ich trage viel Verantwortung und bin selbständig.»

Pascal Decurtins’ Arbeitstag hat an diesem Montagmorgen um fünf Uhr begonnen. An den anderen Wochentagen komme er rund zweieinhalb Stunden später, führt er aus. Am Montag wird im Amriswiler Freibad ein Frühschwimmen angeboten. Kurz vor sechs Uhr warten drei Schwimmer auf den Einlass. Nach und nach treffen die nächsten ein, eine halbe Stunde später sind es acht an der Zahl. Pascal Decurtins kontrolliert das Wasser. Damit die Wasserqualität passt, müssen vorgegebene Werte stimmen. Der Bademeister liest die Chlor- und PH-Werte ab, danach die Temperaturen – Wasser 24 Grad, Luft 18 Grad. «Im Sommer kann die Wassertemperatur durchaus auf 28 Grad ansteigen», sagt der Bademeister. Die Wasserwerte müssen dreimal täglich gemessen werden.

Mit dem Kopfsprung ins Nichtschwimmerbecken

Pascal Decurtins trägt eine grosse Verantwortung für die Sicherheit und Zufriedenheit der grossen und kleinen Gäste. Die Aufgaben des Bademeisters sind so vielfältig wie die Badegäste, die sich an warmen Tagen im Freibad vergnügen. Pascal Decurtins ist unter anderem Billettverkäufer, Chemiker, Gärtner und Notfallsanitäter. Für den Bademeister gibt es stets eine Menge zu tun. Auch bei Regenwetter geht die Arbeit nicht aus. Dann werden beispielsweise Hecken geschnitten, Unkraut gejätet und Beckenränder sowie Duschen gründlich gereinigt. Manchmal gibt es kleine Unfälle zu verzeichnen. Die meisten seien jedoch Bagatellen. «Da kommt mal ein Pflaster auf das aufgeschürfte Knie oder die Schnittverletzung am Finger», erzählt der Bademeister.

Einen schweren Unfall habe er glücklicherweise noch nie erlebt. Vor etwa 20 Jahren sei aber jemand mit einem Köpfler ins Nichtschwimmerbecken gesprungen und habe sich dabei schwer verletzt, weiss Pascal Decurtins. Leider ertappe er immer wieder Leute, die einen Kopfsprung ins Nichtschwimmerbecken wagen, sogar Erwachsene. Zum sicheren Badebetrieb – besonders an stark frequentierten Tagen – tragen ausser dem Bademeister noch weitere Wasseraufsichtspersonen bei. An einem heissen Sommertag können es gut und gerne etwa 1500 Badi-Gäste sein. Irma Hofer schwimmt ihre Längen – insgesamt etwa zwei Kilometer. Die 74-jährige Amriswilerin gehört zusammen mit ihrem Mann seit vielen Jahren zu den Badi-Stammgästen. Früher seien sie oft laufen gegangen, bis zu sieben Stunden am Tag. «Seit ich Arthrose habe, schwimme ich viel. Schwimmen wirkt sich positiv auf meine Gesundheit aus», sagt sie. «Anschliessend setzen wir uns eine halbe Stunde an die Sonne und tanken Vitamin D.»

Irma Hofer betont, dass es ihr in der Badi Amriswil sehr gut gefalle. Schön und sauber sei es hier. «Wir sind rundum zufrieden», äussert sie sich mit einem dankbaren Lächeln.

Steffen Schnur geniesst die Morgenstimmung. Er sei auch untertags öfters mit seiner Familie hier anzutreffen. «Wir haben ein Familienabo gelöst», ergänzt er. Er erzählt, dass ihm die Lage des Schwimmbades ausgezeichnet gefalle – wunderschön am Stadtrand sei es gelegen. «Zudem finde ich es toll, dass es ein 50-Meter-Schwimmbecken gibt. In meiner früheren Heimat Deutschland sind die Becken teilweise nur 25 Meter lang.» Dana Serafin aus Amriswil ist zum ersten Mal am frühen Morgen in der Badi. «Diese Atmosphäre mit dem Sonnenaufgang und die Morgenruhe möchte ich einfach mal hautnah erleben», sagt sie.

Kleinkinder lieben das neue Planschbecken

Seit dieser Saison ist das Schwimmbad Amriswil um eine Attraktion reicher. Der Bademeister zeigt zum neuen Planschbecken hinüber. «Dieses Becken ist in unserer Gegend einzigartig und zieht viele Familien mit Kleinkindern an. Es hat zwei Rutschbahnen und verschiedene Wasserspiele.» Decurtins liebt seinen Job. Es sei schön, draussen in der freien Natur zu arbeiten. Zum Schwimmen in der Badi finde er jedoch nie Zeit. Das holt er in seiner Freizeit zu Hause nach, an seinem Wohnort in Arbon. Dann nämlich zieht der Amriswiler Bademeister seine Bahnen im Bodensee.

Hinweis
Frühschwimmen im Schwimmbad Amriswil findet jeweils montags ab 6 Uhr statt – zum letzten Mal in dieser Saison am 6. August.

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