Denise Neuweiler gewinnt mit der SVP im Bezirk Kreuzlingen - Peter Dransfeld entführt einen SP-Sitz zu den Grünen

Der Bezirk Kreuzlingen hat eine neue Kantonsrätin. Die CVP verliert einen Sitz, die Grünen gehören zu den Siegern.

Martina Eggenberger Lenz
Drucken
Teilen
Ein Prost auf den Wahlerfolg: Denise Neuweiler stösst mit ihrem Mann Christian Neuweiler an.

Ein Prost auf den Wahlerfolg: Denise Neuweiler stösst mit ihrem Mann Christian Neuweiler an.

(Bild: Reto Martin)

Die Gemeindepräsidentin von Langrickenbach und ihre Partei, die SVP, stehen auf der Gewinnerseite nach dem gestrigen Wahlsonntag. Plus einen Sitz hat die Volkspartei gemacht. Neu politisiert sie mit acht Bezirksvertretern im Grossen Rat.

Das einzige neue Gesicht im Grossen Rat für die Region Kreuzlingen zeigte sich am Sonntag überrascht vom Wahlerfolg. Denise Neuweiler hatte einen der vorderen Ersatzplätze angepeilt. Die Zubenerin sagt: 

«Dass ich Gemeindepräsidentin bin, hat sicher geholfen, vielleicht auch der Bekanntheitsgrad meiner Familie.»

Mit dem fünften Listenrang überholte sie sogar manchen Bisherigen.

Ebenfalls einen Sitz zugelegt haben die Grünen von 2 auf 3. Dies ist allerdings vor allem das Verdienst von Peter Dransfeld, der im Laufe der Legislatur von der SP übergelaufen ist. Stimmenmässig hat er eines der besten Resultate im Bezirk überhaupt gemacht. Das kostet die SP definitiv einen Sitz, sie zählt neu drei Vertreterinnen.

Peter Dransfeld entführt den Sitz im linken Lager

 Mit dem Parteiwechsel von Peter Dransfeld im Sommer 2018 wanderte während der Legislatur ein Sitz von der SP zu den Grünen. Der Ermatinger, der mittlerweile sogar Fraktionspräsident ist, wurde nun mit noch mehr Stimmen (3253) als vor vier Jahren im Amt bestätigt. «Ich bin sehr zufrieden, dankbar und motiviert, weiterzumachen», sagt er. Der Zugewinn bei den Grünen – sie haben nun drei Sitze im Bezirk – schlägt sich bei der SP als Verlust nieder. Die Sozialdemokraten kommen neu auch nur noch auf drei Sitze. «Das ist für uns natürlich bitter», sagt Kantonalpräsidentin Nina Schläfli. Das persönliche Glanzresultat der Kreuzlingerin tröstet sie nur wenig. Mit 3574 Stimmen erreichte sie das beste Resultat aller Kandidaten im Bezirk. (ubr)

Ernst Zülle wurde als einziger im Bezirk nicht wiedergewählt.

Ernst Zülle wurde als einziger im Bezirk nicht wiedergewählt.

(Bild: Pd)

Die zweite Verliererin im Bezirk ist die CVP. Sie verliert einen Sitz und hat nur noch zwei Vertreter. Der Kreuzlinger Stadtrat Ernst Zülle muss die bittere Pille schlucken, er ist abgewählt. Er ist auch der einzige Bisherige, der nicht mehr auf kantonaler Ebene mitdiskutieren darf. Keine Veränderungen gibt es bei der FDP (4), bei den Grünliberalen (2) und bei der EVP (1).

Viele Frauen, noch mehr Exekutivvertreter

Spannend ist ein Blick auf die Spitzenreiter der einzelnen Listen. Bei der SVP kann Petra Kuhn ein Glanzresultat verzeichnen. Zusammen mit Aline Indergand und Judith Ricklin steht sie für eine neue Frauendominanz in der Partei.

Ganz in Frauenhand ist aktuell die SP. Nina Schläfli, Edith Wohlfender und Elina Müller sind das starke weibliche Trio. Bei der FDP ist Cornelia Zecchinel die Stimmenkönigin. Überfliegerin bei den Grünliberalen ist die Kemmentaler Gemeindepräsidentin Christina Pagnoncini. Die EVP hat mit Bademeister Ruedi Bär ihren Mann auf sicher.

Auffällig ist, dass viele Gemeindepräsidenten im Kantonsparlament mitpolitisieren. Neben Pagnoncini und Neuweiler gehen der Altnauer Hans Feuz und der Münsterlinger René Walther gestärkt aus den Wahlen. Auch ehemalige Exekutivvertreter haben gute Karten, wie die Wiederwahl von Beat Pretali und Martin Stuber zeigt.

Kein Kreuzlinger Stadtrat mehr vertreten

Allerdings ist die Kreuzlinger Stadtregierung mit der Abwahl von Ernst Zülle nicht mehr vertreten. Dabei hätte es Markus Brüllmann (SP) fast gereicht. Weniger als 50 Stimmen fehlten ihm zur Wahl, jetzt ist er auf der ersten Ersatzposition.

Auch Stadtpräsident Thomas Niederberger verzeichnete ein gutes Resultat, er ist bei der FDP mit Abstand bester Nichtgewählter. Sollte es bei der CVP im Laufe der Legislatur eine Veränderung geben, käme die Güttinger Gemeinderätin Sandra Stadler zum Zug. Bei der SVP ist der Langrickenbacher Schulpräsident Mathias Roth in Pole-Position, gefolgt vom Lengwiler Gemeindepräsidenten Ciril Schmidiger, der sich nach vorne kämpfen konnte.

Mehr zum Thema