Dem Weinfelder Möschingerhaus droht der Abbruch

Für das Haus an der Felsenstrasse 7 liegt ein Bauprojekt auf. Die Denkmalpflege stuft es als «wertvoll» ein.

Sabrina Bächi
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Das Möschingerhaus an der Felsenstrasse in Weinfelden ist als wertvoll eingestuft und wird nun doch abgerissen.

Das Möschingerhaus an der Felsenstrasse in Weinfelden ist als wertvoll eingestuft und wird nun doch abgerissen.

(Bild: Donato Caspari)

Seit über drei Jahren steht das Möschingerhaus an der Felsenstrasse leer. Lange tat sich nichts. Doch jetzt stehen Visiere rund ums Haus. Und: Ein Bauprojekt liegt seit Donnerstag beim Bauamt zur öffentlichen Einsicht auf. Es zeigt, dass das Möschingerhaus abgebrochen und an seiner Stelle ein Mehrfamilienhaus mit zwölf Wohnungen erstellt werden soll. Weiter ist im Erdgeschoss gewerbliche Fläche vorgesehen und eine Tiefgarageneinfahrt gegen die Felsenstrasse hin.

Abbruch erst mit neuem Projekt

Die Geschichte um den Abbruch des Hauses hat vor zwei Jahren noch einen Umweg über das Departement für Bau und Umwelt (DBU) nehmen müssen. 2018 rekurrierte der Heimatschutz gegen den Abbruch (unsere Zeitung berichtete). Nun ist klar: Das Haus wird abgebrochen. «Als die Gemeinde Weinfelden den Abbruch bewilligte, stellten sie die Bedingung, dass es erst abgebrochen werden darf, wenn ein neues Projekt bewilligt ist», sagt Martin Belz, Leiter Bauamt der Stadt.

Namhafte Architekten zeichnen den Neubau

Das Neubauprojekt für das Mehrfamilienhaus wurde vom neuen Besitzer, der Pfister Invest AG aus Mauren, aus einem Architekturwettbewerb erkoren und von Mirlo Urbano konzipiert. «Das sind namhafte Architekten», sagt Belz. Die Stadt hat mit den Eigentümern vereinbart, dass ein Fussweg entlang des Giessens gebaut werden kann. Ein Abbruch bringe zudem ökologische Vorteile.

Martin Belz, Leiter des Bauamtes Weinfelden.

Martin Belz, Leiter des Bauamtes Weinfelden.

(Bild: Mario Testa)
«Wir können den Ortskern verdichten und energietechnisch sind Neubauten auch besser.»

Auch die Fachkommission Ortsbild habe sich mit dem neuen Projekt befasst und dieses gutgeheissen. Die aktuelle Abbruchbewilligung des Möschingerhauses gilt noch bis Mitte April, sagt Belz. Wenn also gegen die derzeitige Bauauflage keine Einsprachen eingehen, könnte das Haus bis Mitte April abgebrochen werden.

Warum sich die Stadt, trotz Aufstufung der Denkmalpflege gegen den Erhalt des Möschingerhauses ausgesprochen hat, erklärt Belz so: «Im Verzeichnis der geschützten Bauten der Stadt ist es nicht aufgeführt. Das Hinweisinventar des Kantons ist nicht eigentümerverbindlich. Durch den abgelehnten Rekurs ist der Abbruch rechtskräftig.» Der Eigentümer will auf Anfrage keine Auskunft zum Bauprojekt erteilen.

Knatsch um den Abbruch

2015 hat der Weinfelder Gemeinderat ein Abbruchgesuch für das Möschingerhaus an der Felsenstrasse 7 genehmigt. Gegen diesen Abbruch wurde kein Rekurs eingelegt, da das Gebäude auch im kantonalen Hinweisinventar nur mit «Gesamtform erhaltenswert» vermerkt war. Aufgrund des Abbruchgesuchs hat die Denkmalpflege das Haus besichtigt und anschliessend auf «wertvoll» aufgestuft. Die Gemeinde hat in der Folge die Abbruchbewilligung dennoch verlängert. Dagegen hat der Heimatschutz 2018 rekurriert. Das DBU ist nicht auf diesen Rekurs eingetreten. «Wir vom Heimatschutz werden die Pläne für den Neubau genau anschauen», sagt Gianni Christen. 

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Sabrina Bächi