Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Dem Arboner Kulturenfest droht das Aus

OK-Präsidentin Nada Strasser gibt ihren Posten ab. Kein anderer Organisator will für sie einspringen. Jetzt sieht sich die Stadt gezwungen einzugreifen.
Max Eichenberger
Nada Strasser (links) hört auf. Weitere OK-Mitglieder: Marcelo Correira, Somsri Tuancha-em Sundara, Idris Altinas, Marco Gomes und Antonio Carvalho, der bald nach Portugal zurückkehrt. Bild: Max Eichenberger

Nada Strasser (links) hört auf. Weitere OK-Mitglieder: Marcelo Correira, Somsri Tuancha-em Sundara, Idris Altinas, Marco Gomes und Antonio Carvalho, der bald nach Portugal zurückkehrt. Bild: Max Eichenberger

Seit 2009 fester Bestandteil des städtischen Veranstaltungskalenders und nicht wegzudenken: Das Internationale Kulturenfest Arbon (IKA) bringt jeweils Anfang Jahr im Pavillonpark am See Menschen verschiedener Nationalität zusammen. Sie geben am folkloristischen Fest Darbietungen der kulturellen Tradition ihrer Herkunftsländer. Ebenso wartet das IKA mit einer vielfältigen Palette kulinarischer Angebote auf, die typisch sind für die teilnehmenden Ländervertreter.

Die anderen stehen nicht gern im Rampenlicht

«Liebe geht bekanntlich auch durch den Magen», sagt Nada Strasser. Die Kroatin repräsentiert als langjährige Präsidentin das Organisationskomitee, hat aber engagierte Mitstreiter an der Seite, die weniger gern im Rampenlicht stehen. Jetzt steht der Anlass vor ungewisser Zukunft, er droht aus dem Kalender zu verschwinden, was die 63-jährige «Frau der ersten Stunde» bedauern würde. Die Spitalangestellte tritt nächsten Sommer in Pension. Das ist für sie auch der Zeitpunkt das IKA-Präsidium abzugeben. Intern hat sie frühzeitig kommuniziert, doch bis jetzt hat sich niemand finden lassen, der in ihre Fussstapfen treten und den Karren ziehen könnte, wie sie das zehn Jahre lang engagiert wie energisch gemacht hat und mit Entscheiden auch brüskiert. «Den Teilnehmern werden klare Auflagen gemacht. So geht es nicht, dass eine Ländervertretung bloss einen Essensstand betreibt und sich nicht am Bühnen-Programm beteiligt.» Was für sie klar ist: «In der bisherigen Form dürfte die Jubiläumsaustragung am 15. Juni 2019 wohl das letzte Kulturenfest sein.»

«Ich will nicht, dass die Idee stirbt»

Doch sich damit abfinden, dass dies sang- und klanglos passiert, mag Strasser nicht: «Ich will nicht, dass die Idee stirbt, und hoffe, dass der beliebte Anlass weitergeführt wird.» Mit aufgefrischtem Konzept, neuen Ideen und neuer Führung. Möglicherweise müsste der Standort – trotz seines Charmes – überdacht werden, da der Platz doch eingeschränkte Möglichkeiten biete. «Jemand Neues könnte auf unsere volle Unterstützung zählen», sagt Portugiese und OK-Mitglied Marco Gomes. Nur vorne hinstehen und die Fäden ziehen mag aus seinen Reihen niemand. Für diesen Job war die dialogerprobte Nada Strasser als frühere Asylwesen-Koordinatorin der Stadt und «Netzwerkerin» unter den Ausländergruppierungen der Prototyp schlechthin. Unter dem Dach der Migrationskommission hatte sie das sogenannte Ausländernetz massgeblich gesponnen. Auf der Grundlage des Migrationskonzeptes 2009 sind verschiedene Projekte und Veranstaltungen aufgegleist worden.

Abteilung Gesellschaft bietet Unterstützung an

Grosses Interesse bekundet derweil Lukas Feierabend, Leiter der Abteilung Gesellschaft bei der Stadt Arbon, dass die Tradition eines verbindenden Kulturenfests weitergeführt wird. «Uns liegt daran, die Plattform des Ausländernetzes zu stärken. Wir bieten jede uns mögliche Form der Unterstützung an, damit sich eine erneuerte Trägerschaft formieren kann.» Das mit der Zusicherung, dass die Stadt weiterhin den Anlass mit einem finanziellen Beitrag unterstützt. «Zwar kann die Stadt die Organisation nicht selber bestreiten. Sie wird aber mithelfen, die Fühler nach Lösungen auszustrecken.» Ausserdem sei man bereit, Vermittlungs- und Coachingdienste zu erbringen. Eine Kontaktstelle (Reto Stacher, Bereichsleiter Gesellschaft, Telefon 071 447 64 84) hat er schon mal eingerichtet.

Ursprünglich ein Kinderfest

Die Idee hinter dem Arboner Kulturenfest ist, sich über Nationalitäten hinaus begegnen und austauschen zu können. Auf diese Weise soll die Integration gefördert werden und damit auch das gegenseitige Verständnis – dasjenige von Anwohnern untereinander, aber auch das von Auswärtigen. Entstanden ist das Kulturenfest in seiner heutigen Form aus dem Kinderfest, nämlich zur 750-Jahr-Feier des Stadtrechts Arbon. (me)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.