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Geld vom Staat für die Zeitungen? Journalist und Pädagoge sind sich uneins

Die Medienlandschaft ist im Um- und Aufbruch. In Weinfelden im Forum eiszueis sprachen am Montagabend Philipp Landmark und Thomas Merz über den Wandel der Medienlandschaft und künftige Modelle.
Mario Testa
Carla Aubry und Christoph Lanter (r.) sprechen an ihrem ersten «Nachgefragt» im Forum eiszueis mit Philipp Landmark und Thomas Merz. (Bild: Mario Testa)

Carla Aubry und Christoph Lanter (r.) sprechen an ihrem ersten «Nachgefragt» im Forum eiszueis mit Philipp Landmark und Thomas Merz. (Bild: Mario Testa)

Für Carla Aubry und Christoph Lanter war es eine Premiere. Sie veranstalteten gestern im Forum eiszueis vor knapp zwanzig Zuhörern ihr erstes «Nachgefragt». Antworten auf ihre Fragen zum Wandel in der Medienlandschaft lieferten der ehemalige Tagblatt-Chefredaktor und heute selbstständige Medienunternehmer Philipp Landmark sowie Thomas Merz, Medienpädagoge und Prorektor der Pädagogischen Hochschule Thurgau.

«Was ist seit der No-Billag-Abstimmung vom 4. März passiert?», fragt Lanter. «Es wird ein Sparprogramm durchgeführt, was ich für wichtig und richtig halte», sagt Thomas Merz. «Parallel dazu wird ein Newsroom für die Deutschschweizer Redaktionen aufgebaut. So wird nicht mehr in einzelnen Redaktionen gedacht.» Gefährlich findet diese Entwicklung Landmark, er befürchtet den Verlust der Vielseitigkeit der verschiedenen Nachrichtenredaktionen innerhalb der SRG. «Der Binnenpluralismus geht flöten.» Mit der Diskussion über die Initiative sei aber zumindest Demut und die Bereitschaft zum Wandel eingekehrt bei der SRG. «Ich denke, den Sparbefehl von 100 Millionen könnte man ruhig verdoppeln.»

Medien ziehen Interessantes dem Relevanten vor

Die Diskussion, welche die Initiative ausgelöst hatten, seien gut für die ganze Medienbranche in der Schweiz, sagt Merz. «Man muss aufzeigen, wie wertvoll Journalismus überhaupt ist. Bei diesem Thema hat man in der Ausbildung auch zu lange gewartet, erst jetzt kommt die Medienschulung mit dem neuen Lehrplan in die Schulen.» So lernten die Konsumenten auch, Fakten und Meinungen zu unterscheiden.

Diese Grenze werde bei einigen Medien nicht mehr klar gezogen. «Es wird abgewogen, was ist relevant und was ist interessant. In den letzten Jahren ging alles Richtung interessant.» Boulevard, Schlagzeilen und Personifizierung hätten zu- aber langsam auch wieder abgenommen. «Man kann Relevantem neue Seiten abgewinnen und macht es so auch interessant», ergänzt Philipp Landmark. «Zum Schluss definieren die Leser, was sie wollen.»

Staatliche Förderung ist umstritten

Eine direkte staatliche Förderung für Zeitungen, wie sie das Radio und Fernsehen bekommen, lehnt Landmark vehement ab. «Das würde sich auf die Inhalte auswirken.» Nur indirekte Strukturen seien möglich, beispielsweise bei den Ausbildungskosten. «Ich würde die direkte Förderung nicht ganz ausschliessen, könnte mir die Variante SRG auch für Printmedien vorstellen», entgegnet Thomas Merz. «Sonst droht die Medienvielfalt zu verarmen.»

«Wovon müssen wir uns verabschieden, wo gibt es Chancen?», fragt Carla Aubry zum Schluss des einstündigen Gesprächs. Dass die vernetzte Welt Chancen bietet und ganz neue Erzähl- und Darstellungsformen, da sind sich beide Befragten einig. «Verabschieden müssen wir uns vom einheitlichen Nutzerverhalten», sagt Philipp Landmark. Thomas Merz: «Und dass guter Journalismus gratis zu haben ist.»

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