Dauerbaustelle
Start für die Kreuzlinger Dauerbaustelle: Ab Montag wird die Romanshornerstrasse für eineinhalb Jahre saniert und aufgewertet

Zwei Anläufe mit Volksabstimmungen 2017 und 2018 waren nötig für das Grossprojekt. Nun sind alle Vorarbeiten abgeschlossen. Nach den Schulferien geht es los. Den drohenden Staus schaut die Stadt mit gemischten Gefühlen entgegen.

Urs Brüschweiler
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Ab Montag beginnen auf der Romanshornerstrasse beim Blaues-Haus-Platz die Bauarbeiten.

Ab Montag beginnen auf der Romanshornerstrasse beim Blaues-Haus-Platz die Bauarbeiten.

Bild: Mario Testa

130 Sekunden dauert die Fahrt über die Romanshornerstrasse; bei wenig Verkehr. Autofahrer, die vom Blaues-Haus-Platz bis zum Ziil-Kreisel gelangen wollen, brauchen zu Stosszeiten deutlich mehr Geduld. Und dass die zentrale Verkehrsachse im Osten der Stadt Kreuzlingen keine Augenweide mehr ist, ist kein Geheimnis.

Die Fahrt durch die Romanshornerstasse zeigt, dass eine Sanierung nötig ist.

Video: Mario Testa

Der zuständige Stadtrat Ernst Zülle ist froh, dass es nun am kommenden Montag losgehen kann mit der Realisierung. Andere Strassenbauprojekte, wie etwa die Seetalstrasse, die Langhaldenstrasse oder der Bachdurchlass des Chogenbachs in Kurzrickenbach hätten zuerst abgeschlossen werden müssen, bevor man mit der Grossbaustelle Romanshornerstrasse beginnen konnte. Vieles gab es in den vergangenen Monaten und Jahren zu koordinieren zwischen Bauverwaltung, Energie Kreuzlingen und dem Kantonalen Tiefbauamt.

Ernst Zülle,Stadtrat Kreuzlingen.

Ernst Zülle,
Stadtrat Kreuzlingen.

Bild: PD
«Aber wir hoffen, dass wir die Baustelle dadurch nun etwas schneller als ursprünglich gedacht, nämlich in eineinhalb Jahren, durchbringen können.»

Das Wetter spiele dabei aber eine entscheidende Rolle, schränkt Zülle ein. Das Ziel für das Ende der Bauzeit wird vom Kanton mit Spätherbst 2022 angegeben. Im Sommer 2023 erfolgten dann noch der Einbau der Deckschicht. Man werde etappenweise vorgehen und beim Blaues-Haus-Platz beginnen, erklärt der Stadtrat.

Zwei Volksabstimmungen waren nötig

An einem Projekt zur Sanierung und Aufwertung der Romanshornerstrasse arbeitet man in der Bauverwaltung und beim Kanton schon lange. Im Februar 2017 scheiterte eine erste kommunale Abstimmungsvorlage mit 57,3 Prozent Nein-Stimmen. Das Projekt wollte mit einer Tempo-30-Zone im Ortskern von Kurzrickenbach, einer Fahrbahnverengung und weiteren Gestaltungselementen zu viel, und erntete entsprechende Kritik. Ein Jahr später, im März 2018, kam der zweite Versuch mit einer etwas konservativeren Variante, mit 52,7 Prozent Ja-Stimmen durch. 3,2 Millionen Franken bewilligten die Kreuzlinger für das Projekt, die Hälfte der veranschlagten Bruttogesamtkosten. Die andere Hälfte geht zu Lasten des Kantons als Eigentümer der Kantonsstrasse. Zudem rechnet man noch mit rund 880'000 Franken Beitrag des Bundes aus dem Agglomerationsprogramm. (ubr)

Komplette Sperrung ist nicht möglich

Schneller wäre man, würde man die Romanshornerstrasse komplett sperren, das ist aber nicht geplant. Das Verkehrsregime sieht eine Einbahnregelung in Fahrtrichtung Bottighofen vor. In der Gegenrichtung werden die Fahrzeuge über die Seetalstrasse geschickt. «Wenn die Strasse einseitig offen ist, kann der Verkehr trotzdem einigermassen fliessen.» Mit etwas gemischten Gefühlen schaue man den lange andauernden Verkehrsbehinderungen im Staugeplagten Kreuzlingen dennoch entgegen, gibt Zülle zu.

«Aber die Strasse muss gemacht werden, da kommt man nicht daran vorbei. Wir bitten die Betroffenen um Verständnis.»

Aufwertung des Dorfkerns Kurzrickenbach

Für etwa zwei Generationen soll dafür nachher wieder Ruhe und die Strasse in gutem und zeitgemässem Zustand sein, schätzt Zülle. Beidseitige Radstreifen und durchgehende Trottoirs, der behindertengerechte Ausbau der Bushaltestellen, Mittelstreifen als Linksabbiegehilfen, Fussgängerinseln und die Aufwertung des Dorfkerns Kurzrickenbach sind im Projekt inbegriffen.

Eine Visualisierung wie die S-Kurve in Kurzrickenbach künftig gestaltet sein wird.

Eine Visualisierung wie die S-Kurve in Kurzrickenbach künftig gestaltet sein wird.

Bild: PD
Diese Visualisierung zeigt die S-Kurve in Kurzrickenbach von der anderen Seite.

Diese Visualisierung zeigt die S-Kurve in Kurzrickenbach von der anderen Seite.

Bild: PD

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