«Das wird nicht toleriert»: Kanton Thurgau zeigt Veranstalter des Partyschiffs an

Über 600 Menschen feierten am Wochenende auf der Fähre Euregia – zumeist ohne Schutzmasken. Der Thurgauer Regierungsrat versteht da keinen Spass und kündigt Konsequenzen an.

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Über 600 Menschen feiern ausgelassen auf der Euregia Schulter an Schulter.

Über 600 Menschen feiern ausgelassen auf der Euregia Schulter an Schulter.

(Bild: PD)

(red) Am Wochenende wurden Bilder einer grösseren Veranstaltung auf einem Schiff auf dem Bodensee publik, schreibt der Thurgauer Regierungsrat in einer Medienmitteilung vom Dienstagnachmittag. Weiter heisst es:

«An dieser Veranstaltung wurden die Schutzmassnahmen sträflich vernachlässigt. Dies wird in Anbetracht der möglichen Auswirkungen auf die Bevölkerung nicht toleriert.»

Der Veranstalter müsse mit einer Strafanzeige und weiteren Konsequenzen rechnen.

Am Wochenende sei das kantonale Amt für Gesundheit von mehreren Personen darauf aufmerksam gemacht worden, dass an einem Anlass auf einem Schiff auf dem Bodensee die Hygiene- und Abstandsmassnahmen gemäss der Verordnung über Massnahmen in der besonderen Lage zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie in keiner Weise eingehalten wurden. Der Regierungsrat des Kantons Thurgau habe in seiner Sitzung über die Vorkommnisse diskutiert. Er kritisiert das Verhalten der Veranstalter und der Besucherinnen und Besucher aufs Schärfste und findet es sträflich, dass sich Veranstalter derart über die bestehenden Schutzkonzepte hinwegsetzen.

Erinnerung an die Vorschriften

Grundsätzlich gelte, dass Schutzkonzepte für Veranstaltungen unter 1000 Personen aktuell keiner Bewilligung unterliegen, jedoch die Erstellung und die Umsetzung in der Verantwortung des Veranstalters liegen. Die Schutzkonzepte müssen dem Kanton aber auf Verlangen vorgelegt werden, und es finden strichprobenartig Kontrollen statt.

Stellen die kantonalen Behörden fest, dass kein taugliches Schutzkonzept vorliegt oder dieses nicht konsequent umgesetzt wird, treffen sie die geeigneten Massnahmen. Sie können einzelne Einrichtungen oder Betriebe schliessen oder Veranstaltungen verbieten oder auflösen, wie es die Verordnung über Massnahmen in der besonderen Lage zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie vorsieht.

Anzeige und weitere Massnahmen

Im vorliegenden Fall werden die kantonalen Behörden eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft einreichen. Ausserdem prüfe der Regierungsrat im Hinblick auf künftige Veranstaltungen weitere Massnahmen zur konsequenten Durchsetzung der Schutzkonzepte oder ein Verbot weiterer solchen Veranstaltungen.

Sowohl Organisatoren und Organisatorinnen als auch Besucherinnen und Besucher von öffentlichen Veranstaltungen sind angehalten, konsequent zur Einhaltung der Schutzkonzepte beizutragen.

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