«Das Werk verändert sich stetig»: Theagovia probt für ihr nächstes Theaterstück

Der Verein Theagovia Theater probt für die diesjährige Aufführung. Das Stück «Zukunftsmusik» spielt im Jahr 2060.

Deborah Hugentobler
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Die Schauspieler des Vereins Theagovia Theater proben fleissig für das aktuelle Stück.

Die Schauspieler des Vereins Theagovia Theater proben fleissig für das aktuelle Stück.

Bild: Andrea Stalder
(Weinfelden, 13. Oktober 2020)

Farbige Perücken, weisse Overalls und Sonnenbrillen tragen die Schauspielerinnen und Schauspieler des Vereins Theagovia Theater am Dienstagabend in ihrer Probe. Zwei Mal in der Woche proben sie zurzeit im Theaterhaus Thurgau für ihr neues Stück «Zukunftsmusik».

Im Dezember feiert der Verein sein 40-jähriges Bestehen. Das Jubiläum sei auch die Grundidee für das aktuelle Programm. Jedoch blickt der Verein nicht 40 Jahre zurück, im Gegenteil, das Stück spielt 40 Jahre in der Zukunft, im Jahr 2060.

«Ich habe mich von Science-Fiction-Filmen und -Büchern inspirieren lassen», sagt Michaela Bauer, Regisseurin und Autorin der Komödie. Zudem habe sie sich mit den Schauspielern über ihre Vorstellungen der Zukunft ausgetauscht, sodass deren Ideen ebenso in das Stück eingeflossen sind.

Genwunderpille hält 100-Jährigen jung

Obwohl die Idee für das Spiel bereits vor Corona feststand, beeinflusste der Lockdown und das aktuelle Geschehen das Programm stark. «Das Stück muss ganz aktuell sein. Schliesslich spielt es in der Zukunft und das Jetzt wird diese beeinflussen», sagt Bauer.

Michaela Bauer, Regisseurin Theagovia Theater.

Michaela Bauer, Regisseurin Theagovia Theater.

Bild: Donato Caspari
«Das Werk verändert sich stetig, auch zum jetzigen Zeitpunkt noch. Ich freue mich, dass der Verein bereit ist, etwas zu wagen und sich so experimentierfreudig zeigt.»

Das Stück handelt von dem hundertjährigen Adrian. Dank einer Genwunderpille hält er sich seit Jahrzehnten jung. Als Einziger hat er all die Veränderungen miterlebt. Doch diese wunderbar durchorganisierte Welt scheint nicht allen zu gefallen. Jojo, Adrians Nachbar, versucht mittels Zugangs zu dessen Computer Doktor Lofo zu entlarven. Schwarzhumorig und heiter spielt «Zukunftsmusik» mit dem «Was wäre, wenn ...?».

Die Pandemie habe nicht nur den Inhalt des Stücks beeinflusst, sondern auch die ganze Produktion. «Natürlich mussten wir zuerst diskutieren, ob wir auch dieses Jahr ein Programm durchführen können», sagt Katharina Tissot, Produktionsleiterin und Mitglied im Vorstand des Vereins.

Das Bühnenbild und die Schauspieler in ihren Kostümen.

Das Bühnenbild und die Schauspieler in ihren Kostümen.

Bild: Andrea Stalder

Gleich zu Beginn soll jedoch klar gewesen sein, das Stück zu entwickeln und zu verwirklichen. «Bis heute ist noch ungewiss, ob das Theater tatsächlich stattfinden wird. Die Situation kann sich jederzeit ändern. Notfalls müssten wir die Aufführungen verschieben.»

Zwölfmal tritt der Verein mit seinem aktuellen Programm «Zukunftsmusik» im Theaterhaus auf. Die Premiere findet am 31. Oktober statt. Danach folgen weitere Auftritte im November. Bei den Aufführungen gilt das Schutzkonzept des Theaterhauses. Die Zuschauer müssen ihre Hände desinfizieren und eine Maske tragen. Ausserdem ist nur eine reduzierte Anzahl an Sitzplätzen verfügbar.