Das Weinfelder Zentrum: Der Treffpunkt in der Adventszeit

Der Adventsmarkt lockte am Wochenende wieder viele Besucher nach Weinfelden. Im Vordergrund stand das gesellige Beisammensein

Monika Wick
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Im Weinfelder Zentrum herrscht reges Treiben.

Im Weinfelder Zentrum herrscht reges Treiben.

(Bild: Reto Martin)

«Oh, ist das schön», sagt eine Frau und deutet auf einen Dekorationsgegenstand auf Holz. Bevor sie sich Gedanken über einen Erwerb machen kann, kontert ihr Mann mit «Wo wötsch denn da no härestelle?», und trottet weiter. Denn am Adventsmarkt gibt es viele weitere schöne Dinge zu bestaunen.

Mit viel Liebe zum Detail haben Vereine, Gewerbetreibende und Institutionen ihre Stände dekoriert. In den Auslagen finden sich Gebrauchs- und Dekorationsgegenstände sowie kulinarische Köstlichkeiten. Letztere scheinen das grösste Objekt der Begierde zu sein. An den Ständen mit Esswaren bilden sich am Samstag um die Mittagszeit teils lange Kolonnen. Aus dem reichhaltigen Angebot eine Auswahl zu treffen, fällt offenbar nicht leicht.

In der Marktgasse lockt der Duft von gebratenen Würsten, währschaften Älplermagronen oder frittierten «Öpfel-Chüechli». Ganz Mutige wagen sich an Momos, die tibetischen, mit Hackfleisch gefüllten Teigtaschen. Glühwein und Feuerzangenbowle dienen zum Herunterspülen der Mahlzeiten.

Musikalische Einlagen und das Eselreiten kommen an

Für die passende Stimmung sorgt eine junge Frau, die begleitet von einem jungen Mann am Keyboard «I Wanna Wish You A Merry Christmas» singt. Kinder zieht es magisch zum Gehege mit den Eseln und betteln ihre Eltern an, eine Runde reiten zu dürfen.

«Den Adventsmarkt gibt es seit 21 Jahren, wir sind seit zwanzig Jahren dabei», sagt Veronika Rotthaler-Zosso vom Zirkus Eulenspiegel. Eselreiten sei über all die Jahre unverändert beliebt geblieben.

«Heute kommen schon Eltern mit ihren Kindern, die selber schon geritten sind.»

Der Zirkus Eulenspiegel betreibt beim Restaurant Eigenhof auch eine Krippe, die neben Maria, Josef und dem Jesuskind, Schafe, Kälbli und Esel beherbergt.

Viele alteingesessene Standbetreiber

Die Marktgasse zu verlassen und einen Abstecher in das Foyer des Rathauses, die Remisen oder den Haffterkeller zu machen, lohnt sich alleweil. Auch hier halten viele Händler ihre aussergewöhnlichen Waren feil.

Der Umweltschutz- und Recyclinggedanke scheint auch bei einigen Anbietern angekommen zu sein. Sie bieten aus ausgetragenen Jeans gefertigte Kinderkleider, Schmuck aus Papier oder Taschen aus ausrangierten Sicherheitsgurten an.

Am Stand vom Verein Plusport verkaufen Behindertensportler selbst gebackene Grittibänzen. Seit langem wieder einmal am Markt sind Jeanne Graf und Jeannette Brugger. In ihrer Auslage finden sich aus Weiden geflochtene Vogelfutterstationen oder filigrane Kunstobjekte aus Papier. Beide sind sich einig, dass die vielen schönen Begegnungen im Vordergrund stehen.

Das schätzen auch die Marktbesucher. Immer wieder ist ein «Hey, bisch au do?» oder «Schön, gsehni di wieder emol!» zu vernehmen.

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