Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

100 Jahre Sängerbund Romanshorn: «Das verstaubte Image ist falsch»

Der Romanshorner Sängerbund feiert das 100-Jahr-Jubiläum. Präsident Paul Stark stimmt im Interview ein Loblied an.
Interview: Markus Schoch
Der Sängerbund am Gesangsfest in Meiringen. (Bild: PD)

Der Sängerbund am Gesangsfest in Meiringen. (Bild: PD)

Wie geht es dem Jubilar?

Paul Stark: Eigentlich ganz gut. Der Verein ist trotz seiner 100 Jahren noch quicklebendig. Wir haben 33 aktive Sänger.

Sind das weniger als vor zehn Jahren?

Etwa gleich viele, aber es hat in dieser Zeit einige Wechsel gegeben, da der Altersdurchschnitt relativ hoch ist.

Wie hoch?

Zwischen 66 und 67 Jahren.

Ist die Überalterung ein Problem?

Insofern nicht, als wir immer wieder neue Mitglieder finden, die dann aber meist nicht mehr ganz jung sind. Ich habe die Hoffnung deshalb noch nicht verloren. Aber die Zeiten haben sich geändert.

Inwiefern?

Ich bin mit 18 Jahren in einen Gesangsverein eingetreten. Zum Sängerbund bin ich mit 25 Jahren gewechselt, ein Drittel der Mitglieder war damals im Alter zwischen 25 und 35 Jahren. Die Jungen heute wollen sich nicht mehr an einen Verein binden und jede Woche zur gleichen Zeit proben oder trainieren.

Paul Stark, Präsident des Sängerbundes. (Bild: PD)

Paul Stark, Präsident des Sängerbundes. (Bild: PD)

Was spricht dafür, sich dem Sängerbund anzuschliessen?

Ganz wichtig gerade für ältere Personen sind die sozialen Kontakte, die sie haben, wenn sie bei uns mitmachen. Wir singen nicht nur, sondern treffen uns auch bei vielen anderen interessanten Anlässen. Das angestaubte Image, das Gesangsvereine haben, trifft zumindest in unserem Fall nicht zu. Doch es hält den einen oder anderen leider davon ab, den entscheidenden Schritt zu tun und vielleicht einmal bei einer Probe von uns vorbeizuschauen. Aber Männer tun sich generell schwerer mit Singen als Frauen, die sich viel leichter dafür begeistern lassen.

Sie verpassen eine Chance?

Ja, wer den Schritt getan hat, bereut es in der Regel nicht.

Singen ist auch gesund.

Ja, das ist so. Man lernt, richtig zu atmen. Es hat aber auch etwas Befreiendes. Es kommt von innen und gibt einem Energie.

Jubiläumskonzert in der katholischen Kirche

Der Sängerbund feiert sein 100-jähriges Bestehen mit einem Konzert. Es findet am 22. September in der katholischen Kirche von Romanshorn statt und beginnt um 17 Uhr. Für dieses Konzert wurde unter der Leitung von Dirigent Roman Lopar ein grosser Projektchor zusammengestellt. Dieser besteht aus über 80 Sängerinnen und Sängern und verspricht einen einmaligen Chorklang. Auf dem Programm stehen neben Männerchorklassikern besondere Leckerbissen aus Film, Klassik, Pop und Volksmusik. Ein besonderes Highlight wird der Auftritt der bekannten Solisten Alexa Vogel (Sopran) und Matthias Aeberhard (Tenor, iQuattro) sein, die mit dem Sängerbund und dem Gesamtchor für besondere Momente sorgen werden. Der Eintritt ist frei. Es wird eine Kollekte zur Deckung der Unkosten erhoben. Türöffnung ist um 16.15 Uhr, die Veranstalter empfehlen, die Sitzplätze frühzeitig zu besetzten.

Kann jeder mitsingen?

Theoretisch schon. Aber es braucht schon etwas Musikgehör. Man muss zumindest einen Ton abnehmen können.

Was für Lieder singt der Sängerbund?

Wir pflegen den traditionellen Männerchorgesang, haben aber auch Modernes im Repertoire. Unser Dirigent Roman Lopar spürt die Musik und versteht es, uns aus der Reserve zu locken. Und er erweitert unsere Grenzen.

Inwiefern?

Wir nehmen uns immer wieder mal etwas Grosses vor, wie zuletzt 2017 mit dem Konzert «Juchzed und Singed», an dem sich der katholische Kirchenchor und weitere Projektsänger beteiligten. Wir haben damals die «Toggenburger Messe» von Peter Roth aufgeführt. Die katholische Kirche war mit gegen 1000 Personen bis auf den letzten Platz besetzt. Ein solcher Auftritt in einem 80-köpfigen Chor vor einem solchen Publikum bietet sich einem Sänger nur in wenigen Chören im Thurgau. Solche Momente sind wichtig für uns. Denn sie zeigen uns, was alles möglich ist.

Wer im Sängerbund mitsingt, steht auch immer wieder einmal im Ausland auf der Bühne.

Das hat mit unserer Geschichte zu tun. Wir waren einst der Sängerbund des Verkehrspersonals in Romanshorn und sind immer noch mit dem schweizerischen Eisenbahner-Gesangsverband verbandelt. 2016 waren wir deshalb zum internationalen Chorfestival der Eisenbahnerchöre im estländischen Tallinn eingeladen. Alle Sänger kamen mit, was ihre grosse Verbundenheit mit dem Verein beziehungsweise dem Gesang zeigt. Wir haben viel Kitt.

Könnten Sie sich ein Leben ohne Singen vorstellen?

Nein, ich bin jetzt 63 Jahre alt und werde so lange singen, wie es geht.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.