Das Vermögen der Stiftung Vinorama Ermatingen schmilzt

Die Jahresrechnung 2018 der Stiftung hat mit einem Minus abgeschlossen. Die Verantwortlichen müssen sich überlegen, wie die Eigenwirtschaftlichkeit des Betriebs erreicht werden kann. 

Drucken
Teilen
Das Haus Phönix von der hinteren Seite gehört zum Vinorama Ermatingen. (Bild: Andrea Stalder)

Das Haus Phönix von der hinteren Seite gehört zum Vinorama Ermatingen. (Bild: Andrea Stalder)

(red) Die Stiftung Vinorama Museum Ermatingen war dank einer Erbschaft mit einem stattlichen Vermögen ausgestattet worden. Mit diesem konnte sie sich den Aufbau des 2008 eröffneten Ortsmuseums und die Renovation des prächtigen Hauses Phönix sowie die Gestaltung der romantischen Garten- und Parkanlagen leisten und erst noch etwas auf die hohe Kante legen. Am vergangenen Samstag habe sie unter der Leitung ihrer neuen Präsidentin, Nathalie Leu, ihre 18. Jahresversammlung abgehalten, wie es in einer Mitteilung heisst.

Mit ihrem Vermögen ergeht es der Stiftung nicht anders als jeder anderen Körperschaft, die ihre Werte in Papieren und Edelmetallen anlegen muss: Es geht auf und ab im Rhythmus der Finanzkonjunktur. Der Augenblick des Rechnungsabschlusses lag diesmal gerade in einer Baisse und bildete sich in einem klaren Minus ab. Seit Anfang Jahr haben sich die Titel deutlich erholt, und ein Abschluss würde heute wesentlich besser aussehen.

Hohe Betriebskosten mindern das Vermögen

Erfreulich ist der Zustand der Liegenschaften – ein Schatz, der sorgsam gehütet und gepflegt wird. Betrieb und Unterhalt seien freilich aufwendig und verursachten auch Personalkosten, welche vom Museumsbetrieb, den Vermietungen der Räumlichkeiten und den Kulturveranstaltungen in keiner Weise wieder eingespielt werden können.

Im Gegenteil: Diese Kosten sind es, und nicht die Schwankungen am Finanzmarkt, die dem Stiftungsvermögen zusetzen und es Jahr für Jahr mindern. Die Stiftungsverantwortlichen machen sich deshalb Sorgen und überlegen sich, mit welchen Massnahmen sie im Museums- und Veranstaltungsbetrieb wenigstens annähernd die Eigenwirtschaftlichkeit erreichen oder aber namhafte Unterstützung von aussen finden können, um nicht eines fernen Tages die eigenen Mittel aufgebraucht zu haben.

Der Kulturmarkt scheint gesättigt zu sein. Ob das Heil in einem offensiveren Auftreten oder im Suchen von Marktnischen und neuen Geldquellen liegt, gelte es nun herauszufinden.

Neue Führungskräfte fürs Vinorama

Die Stiftung Museum Vinorama Ermatingen hat eine neue Präsidentin sowie einen Kurator gewählt: Natalie Leu und Christoph Ullmann.
Margrith Pfister-Kübler