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Das Tiefbauamt Thurgau untersucht Kreuzung nach tödlichem Unfall

Bei einem Verkehrsunfall starb am vergangenen Freitag ein Töfffahrer auf der Kreuzung zwischen Weingarten und Stehrenberg. Der Bussnanger Gemeindepräsident Ruedi Zbinden fordert Massnahmen.
Mario Testa
Die Kreuzung zwischen Weingarten und Stehrenberg: Kerzen erinnern an den tragischen Unfall von vergangenem Freitag. (Bild: Mario Testa)

Die Kreuzung zwischen Weingarten und Stehrenberg: Kerzen erinnern an den tragischen Unfall von vergangenem Freitag. (Bild: Mario Testa)

Mit Tempo 80 fahren die Autos von Mettlen nach Märwil und umgekehrt, die Kreuzung liegt im Ausserortsbereich. Anhalten müssen jene, die von Weingarten oder Stehrenberg her kommen. Trotz der klaren Regeln kommt es immer wieder zu heiklen Situationen, wie Thomas Raschle weiss. «Wenn ich da bin, sehe ich alle Stunde eine gefährliche Situation. Da gibt es Autofahrer, die überholen bei Nebel im Kreuzungsbereich Traktoren, während Schulkinder auf ihren Velos am Stopp warten – da wird’s sehr eng. Oder Autos fahren langsam in die Kreuzung ein, obwohl sich ein anderes schnell nähert», sagt der 40-Jährige.

Raschle lebt seit seiner Geburt im Haus direkt neben der Kreuzung, führt dort auch sein Sanitär- und Heizungsgeschäft. Er sagt:

«Es ist eine gefährliche Kreuzung. Zudem hat der Verkehr zugenommen und die Leute fahren immer aggressiver.»

Es sei sehr schade, werde da nichts getan. «Noch nicht mal Temporeduktionen oder Warntafeln», sagt er.

Gemeinderat intervenierte schon dreimal

Auch dem Bussnanger Gemeindepräsident Ruedi Zbinden ist die Kreuzung auf der Kantonsstrasse in der jetzigen Form ein Dorn im Auge. «Wir haben sie schon lange auf dem Radar. 2011 haben wir zum ersten Mal den Antrag beim kantonalen Tiefbauamt gestellt, dass sie entschärft werden soll. 2014 erneut und vergangenen Montag – noch vor dem tragischen Unfall – ein drittes Mal», sagt Ruedi Zbinden.

Vorwürfe wolle er jedoch niemandem machen, auch nicht dem kantonalen Tiefbauamt.

«Alles Unglück verhindern kann man auch mit Massnahmen zur Entschärfung der Kreuzung nicht. Aber es muss sich etwas ändern.»

Es sei dem Gemeinderat bewusst, dass bauliche Massnahmen, zum Beispiel ein Kreisel statt der Kreuzung, eine teure Sache seien, sagt Ruedi Zbinden. «Aber die Sicherheit sollte an erster Stelle stehen.»

Zbinden ist überzeugt, ein Kreisel auf dieser geraden Strasse würde zu einer Temporeduktion führen. «Wir waren für Besichtigungen schon dort – und da staunte ich schon, wie die vorbeirasen; auch wenn wir mit Leuchtwesten da stehen», sagt der Gemeindepräsident.

Unfalltechnische Untersuchungen stehen an

Der Thurgauer Kantonsingenieur Andy Heller nimmt Stellung zu den Forderungen aus Bussnang. «Das Tiefbauamt wird den Kreuzungsbereich und die Strecke nun unfalltechnisch untersuchen, neue Geschwindigkeitsmessungen erheben und prüfen, ob Massnahmen notwendig sind», sagt Heller auf Anfrage unserer Zeitung. «Eruieren wir an der Kreuzung Anlagemängel, werden wir diese korrigieren. Ob ein Kreisel erforderlich ist, kann heute nicht entschieden werden.»

Ein Kreisel sei gerade hinsichtlich der Schulkinder auf ihren Velos, die dort täglich verkehren, auch keine sicherere Lösung.

«Kreisel sind oft auch Herd von Unfällen mit Zweiradfahrern»

Zudem seien sie dort sinnvoll, wo grosse Verkehrsmengen auf der einen Strasse mit ähnlich hohen auf der kreuzenden Strasse zusammen kommen. Und das sei auf besagter Kreuzung mit täglich 3500 Fahrzeugen auf der Kantonsstrasse und 1000 Fahrzeugen auf der Kreuzenden nicht der Fall.

Andy Heller betont, dass die Kreuzung aufgrund der Unfallstatistik kein Unfallschwerpunkt im Kanton ist. «Das wird sie auch mit dem Unfall vom letzten Freitag – den ich sehr bedauere – weiterhin nicht sein», sagt er. In den vergangenen zehn Jahren gab es auf der Kreuzung sieben Unfälle, sechs davon wegen Unachtsamkeit, einer wegen Schneeglätte. Sie forderten ein Todesopfer und vier leicht verletzte Personen.

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