Das Theater Bilitz boxt sich mit viel Programm durch schwierige Zeiten

In den kommenden zehn Tagen veranstalten die Weinfelder Theatermacher gleich vier Veranstaltungen. Nebst Eigenproduktionen zeigen die Theatermacher auch Co-Produktionen. 

Mario Testa
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Roland Lötscher spielt den Boxer Leo im Stück «Das Herz eines Boxers». Neu an seiner Seite spielt Michael Fuchs den jungen Jojo.

Roland Lötscher spielt den Boxer Leo im Stück «Das Herz eines Boxers». Neu an seiner Seite spielt Michael Fuchs den jungen Jojo.

(Bild: PD)

Im Theaterhaus Thurgau haben keine 150 Zuschauer Platz. Entsprechend können im Theater Bilitz die geplanten Stücke ohne Bewilligung und Risikoanalyse durch den Kanton gezeigt werden. Trotzdem spüren auch die Theatermacher die Unsicherheit in der Bevölkerung. «Vereinzelte Vorstellungen sind schlecht besucht, andere aber auch wieder gut», sagt Theaterleiter Roland Lötscher. «Wir halten uns an die Empfehlungen, sorgen für die nötigen Hygienemassnahmen und bitten erkrankte Personen, Zuhause zu bleiben. Ansonsten geht unser Betrieb aber weiter.»

Bilitz-Theaterleiter Roland Lötscher.

Bilitz-Theaterleiter Roland Lötscher.

(Bild: Andrea Stalder)

Derzeit läuft einiges an Programm im Theaterhaus Thurgau in Weinfelden, organisiert oder mitorganisiert vom Theater Bilitz. Den Anfang machen am Donnerstag und Freitag die sechsten Ostschweizer Schultheatertage. Roland Lötscher sagt:

«Es geht darum, dass sich Schulklassen vertieft mit dem Theatermachen auseinandersetzen. Und dass das Theater gestärkt wird.»

«Die Vorgaben bezüglich Thema, Licht und Bühnenbild sind für alle Klassen die selben. Sie entwickeln im Unterricht ihr eigenes Stück und bringen es dann zur Aufführung, begleitet von Theaterpädagogen.» Die jeweils anderen Klassen können die Arbeit ihrer Kollegen im Publikum verfolgen. Dazu sind auch sogenannte Ein-Blicker zugegen, also Theaterprofis, welche Rückmeldungen zu den Stücken geben.

Nebst dem Theater Bilitz beteiligen sich auch das Theater St.Gallen und die pädagogische Hochschule St.Gallen an den Schultheatertagen. «Dieses Jahr haben sich nicht so viele Thurgauer Klassen angemeldet wie auch schon, dafür kommen Appenzeller und St.Galler Klassen nach Weinfelden. Ich finde, früher waren Lehrpersonen kulturaffiner als heute», sagt Lötscher.

Theaterhaus bietet eine gemeinsame Plattform

Am Sonntagvormittag kommt es im Theaterhaus Thurgau zur Zusammenarbeit zwischen dem Theater Bilitz, der Buchhandlung Klappentext und der Volkshochschule Mittelthurgau. «Wir veranstalten eine Lesung unter dem Titel ‹Die Zuneigung ist etwas Rätselvolles›. Es geht um die Briefe, welche sich Theodor und Emilie Fontane geschrieben haben – eine Ehe in Briefen.»

Als Leserin der Briefe von Emilie tritt Graziella Rossi auf, Helmut Vogel liest Theodors Briefe. Speziell an der Lesung ist, dass auch Emilie Fontane mal eine Stimme erhält, und sie nicht nur aus Theodore Fontanes Perspektive umschrieben wird.

Eigenproduktionen am Mittwoch und Sonntag

Bereits am kommenden Mittwoch findet mit «Das Herz eines Boxers» eine weitere Vorstellung im Theaterhaus statt. Und am Sonntag darauf kommt mit «Wer bist du denn?» eine weitere Eigenproduktion für Kinder ab fünf Jahren auf die Bühne. Das Bilitz boxt sich also auch durch schwierigere Zeiten.

Zeitloses Theaterstück

Das Herz eines Boxers

Am kommenden Mittwoch um 19.15 Uhr bringt das Theater Bilitz das Stück «Das Herz eines Boxers» auf die Bühne. «Die Uraufführung hatten wir bereits 1998, es ist das langjährigste Stück des Theater Bilitz», sagt Roland Lötscher. «Es ist zeitlos und einfach sehr gut. Es geht um das Scheitern, Aufraffen und die Freundschaft.» Das Stück richtet sich an Jugendliche ab 13 Jahren und Erwachsene.

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