Das Tägerwiler Jugendzentrum im Zentrum der Diskussion an der Schulgemeindeversammlung

Die mit einem Verlust von über einer halben Million abgeschlossene Rechnung der Volksschulgemeinde Tägerwilen wurde nach Diskussionen bewilligt. Trotz hohem Eigenkapital wurde an der Versammlung die kommende Verschuldung kritisiert.

Kurt Peter
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Visualisierung des geplanten Kinder- Jugendzentrums.

Visualisierung des geplanten Kinder- Jugendzentrums.

(Bild: pd)
Schulpräsident Daniel Heidegger

Schulpräsident Daniel Heidegger

(Bild: pd)

Um das Corona-Sicherheitskonzept erfüllen zu können, fand die Versammlung der Volksschulgemeinde Tägerwilen nicht wie üblich in der Aula, sondern in der Turnhalle des Sekundarschulhauses statt. Hier konnte der Abstand für die 57 anwesenden Stimmberechtigten problemlos gewährleistet werden. Dennoch bat Schulpräsident Daniel Heidegger darum, die Halle nach Abschluss der Versammlung gestaffelt zu verlassen.

Sorgen um die Verschuldung

Die Rechnung 2019 wurde von Behördenmitglied Stefan Keller präsentiert. Seit Jahren budgetiere die Volksschulgemeinde ein Defizit:

«Unglaublicherweise hat es 2019 auch eines gegeben.»

Mit 575'500 Franken entspreche der Verlust dem Budget, welches einen Aufwandüberschuss von 561'000 Franken vorgesehen hatte. Die Gründe für das Defizit liegen vor allem im höheren betrieblichen Aufwand von 1,2 Millionen Franken. «500'000 Franken höhere Personalkosten und ein um 200'000 Franken höherer Sachaufwand waren zu verzeichnen», erklärte Stefan Keller.

Die Steuereinnahmen seien tiefer ausgefallen, der Beitrag an den kantonalen Finanzausgleich höher. Deutlich über Budget seien dafür die Erträge aus den Grundstückgewinnsteuern ausgefallen. Keller sagte:

«Damit haben wir unser Ziel,
das Eigenkapital abzubauen erreicht..»

Dieses beläuft sich auf immer noch 8,2 Millionen Franken. Das sah Roland Werner kritisch, als er meinte, dass die Volksschulgemeinde einen, im regionalen Vergleich, hohen Steuerfuss habe. Zudem mache ihm die Verschuldung Sorgen:

«Insgesamt steht die Schule
finanziell nicht so gut da.»

Kritisch äusserte sich auch Jörg Sinniger. Er nahm Bezug auf das geplante Kinder- und Jugendzentrum. Die bestehenden Schulanlagen seien zeitgemäss und modern, es brauche keine weiteren Bauten. Heidegger bat Jörg Sinniger zur Rechnung Stellung zu nehmen oder eine Frage zu stellen.

Dass der Finanzplan nicht präsentiert werden könne, wie Jörg Sinniger verlangte, habe mit nicht verfügbaren Zahlen zu tun. «Aufgrund der Corona-Krise sind keine Aussagen zu treffen, den Finanzplan werden wir an der Informationsveranstaltung zum Kinder- und Jugendzentrum vorlegen», versprach er. Die Rechnung 2019 und der Antrag, den Verlust dem freien Eigenkapital zu belasten, wurde einstimmig angenommen.

Drei Rücktritte aus Behörde

Am 29. November finden die Gesamterneuerungswahlen für die Schulbehörde statt. Mit Ingemar Bücheler, Wäldi, Claudia Ruckstuhl, Gottlieben, und Gabriela Binswanger, Tägerwilen, treten drei Mitglieder nicht mehr zur Wahl an. Auch die Rechnungsprüfungskommission sowie das Wahlbüro sind für die neue Amtszeit 2021 bis 2025 neu zu besetzen.

Niederschwelliges Angebot

Behördenmitglied Thomas Schwemer präsentierte anschliessend eine erste Bilanz über die seit einem Jahr funktionierende Schulsozialarbeit.

Martin Koch gab in seiner Funktion als Schulsozialarbeiter einen kurzen Überblick seiner Tätigkeit. Er sei für Kinder und Jugendliche, Eltern, Behörden, Lehrpersonen und Schulleitungen Ansprechpartner. Das Angebot sei niederschwellig aufgebaut und umfasse neben persönlichen Gesprächen auch Prävention, Intervention, Beratung und Vermittlung von Fachstellen.