Das sind die Kreuzlinger Polit-Clans

Sie heissen Herzog, Raschle oder Neuweiler und haben eines gemeinsam: Bei diesen Familien kandidieren gleich mehrere Generationen auf der gleichen Liste für die Gemeinderatswahlen.

Martina Eggenberger Lenz
Drucken
Teilen
Blick in eine Sitzung des Kreuzlinger Gemeinderates. (Bild: Reto Martin, 14. Juni 2018)

Blick in eine Sitzung des Kreuzlinger Gemeinderates. (Bild: Reto Martin, 14. Juni 2018)

Ruedi Herzog und Fabienne Herzog sind nicht nur Vater und Tochter, sie sind auch beide Mitglieder des Kreuzlinger Gemeinderates. Aktuell sind die zwei die einzige Doppelvertretung einer Familie im Gremium.

Elmar Raschle (CVP)

Elmar Raschle (CVP)

Doch mit den Erneuerungswahlen am 31. März könnte sich das ändern. Auf den Listen der Parteien sind verschiedene Nachnamen gehäuft zu finden. Zum Beispiel jener der Familie Raschle. Vater Elmar (CVP) tritt als Bisheriger wieder an. Zudem kandidieren mit Susanne und Silvan zwei Kinder des aktuellen Gemeinderatspräsidenten. Die Tochter war schon vor vier Jahren auf der Liste. Damals wurde sie zwar nicht gewählt, machte aber ein so gutes Resultat, dass es fürs Nachrücken gereicht hätte.

«Zu der Zeit war sie aber noch mitten im intensiven Studium und musste darum absagen. Jetzt hat sie mehr Zeit»,

erklärt Vater Elmar Raschle. Er habe niemals Druck auf seine Kinder ausgeübt, politisch aktiv zu werden. «Das Interesse wurde ihnen völlig natürlich mitgegeben. Wir diskutieren heute noch am Sonntagabend, wenn alle Heim kommen, über die aktuellen Themen.» Bei Sohn Silvan sei das Interesse über den Sport geweckt worden. Der Wasserballer habe gemerkt, wie sehr die politischen Entscheide auch diesen Bereich beeinflussen könnten.

Junge Kandidaten rücken nach

Ruedi Herzog SP

Ruedi Herzog SP

Auch Herzogs haben sich für diese Wahlen noch einen dritten im Bunde gesucht. Für Philipp sei die Kandidatur «auf der Hand gelegen», erzählt Ruedi Herzog (SP). Auch der Kantilehrer gibt an, dass bei ihnen zu Hause viel am Tisch politisiert wird. Dadurch habe sich das Interesse der Kinder entwickelt. «Als Vater freut mich das sehr. Auch, dass meine Kinder bereit sind, sich so aktiv einzubringen.» Fabienne ist vor vier Jahren wie erwartet noch nicht gewählt worden. Aber sie konnte nachrücken. «Dann hat sie die Chance erkannt und das Amt mit Freude angenommen», betont der Vater.

Fabian Neuweiler SVP

Fabian Neuweiler SVP

Auch SVP-Gemeinderat Fabian Neuweiler hat mit seiner Tochter Sarah familieninterne «Konkurrenz» auf der Liste. Sie sei keinesfalls nur eine Listenfüllerin, betont der Bootsbauer. Alle zwanzig Kandidaten seiner Partei würden eine Wahl annehmen, verspricht er. Im Hause Neuweiler werde über Politik gesprochen – aber nicht nur. Der Vater ist denn auch der Ansicht, dass die jüngeren Kandidaten wie Sarah nicht zwingend ein übermässiges Interesse mitbringen müssen:

«Das kommt mit der Erfahrung. In ein solches Amt muss man rein wachsen. Das war bei mir damals auch so.»

Es gibt übrigens noch weitere Familien, die mehrere Mitglieder am Start haben: Andreas Hebeisen (SP) und seine Töchter Addisa und Zahai, Thomas Leuch (EVP) und seine Tochter Pascale, Thomas Dufner (CVP) und Sohn Rico, Silvia Meier (FL) und Sohn Alexander oder Barbara Jäggi (FDP) und ihr Ehemann Christian Zingg.