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«Das Richtige zu tun fällt schwer»: Der Roggwiler Gemeinderat will das «Farinolihaus» neben dem Gasthaus Ochsen schützen

Sollte sich Roggwil für einen Kauf des Ochsen entscheiden, befänden sich beide Liegenschaften im Besitz der Gemeinde.
Miguel Lo Bartolo
Das «Farinolihaus» grenzt rechts an das Gasthaus Ochsen. (Bild: Andrea Stalder)

Das «Farinolihaus» grenzt rechts an das Gasthaus Ochsen. (Bild: Andrea Stalder)

Roggwil hat Anfang Jahr seinen vielversprechendsten Investor vergrault. Kybun-Chef Karl Müller wäre bereit gewesen, Unsummen ins Dorfzentrum zu investieren. Lange sah es danach aus, als würde er das Gasthaus Ochsen sowie das angrenzende «Farinolihaus» kaufen und umgestalten. Das Geschäft platzte aber, als sich die Roggwiler gegen den Unternehmer wandten. Mittlerweile hat sich indes ein neuer Interessent gemeldet: der Roggwiler Gemeinderat. Dieser macht sich aber von Beginn an das Leben schwer.

Gemeindepräsident Gallus Hasler gibt an der Generalversammlung der «Ochsen»-Saalbaugenossenschaft sein Interesse am Kauf des Gasthauses bekannt. Im Nachgang hat der Gemeinderat an einer Sitzung festgehalten, dass das «Farinolihaus» einen halben Meter vom «Ochsen» entfernt in den Schutzplan aufgenommen werden soll. Das «Farinolihaus» steht seit über zwanzig Jahren leer. Sie habe einst das Ortsbild geprägt, sagt Hasler.

Gemeinderat will einen Schritt weiter gehen

Das Häuschen im Schlossgässli befindet sich seit Längerem im Besitz der Gemeinde. So weit, so gut: Im Falle eines Kaufes des «Ochsen» würden also die praktisch zusammengehörigen Liegenschaften beide der Gemeinde gehören. Bislang war das «Farinolihaus» als wertvoll eingestuft worden. Jetzt will der Gemeinderat aber offenbar noch einen Schritt weiter gehen.

Das «Farinolihaus» ist eine unabhängige Parzelle und hat mit dem «Ochsen» grundsätzlich nichts gemein. Die Gebäude liegen allerdings dicht beieinander. Deshalb wäre ein Projekt, das den Umbau und die Renovation beider Liegenschaften einschliesst, aus bautechnischer Sicht sinnvoll. Vor allem dann, wenn denn die Gemeinde tatsächlich den «Ochsen» übernehmen sollte. Karl Müller hatte seinerzeit ein solches Projekt im Sinn. Er hätte zudem über die nötigen Mittel verfügt, ein derart aufwendiges Bauvorhaben in Gang zu setzen. Ob die Gemeinde vergleichbare Investitionen tätigen kann, ist fraglich.

Kein Eigenkapital für einen Neubau

Gallus HaslerGemeindepräsident Roggwil(Bild: PD)

Gallus Hasler
Gemeindepräsident Roggwil
(Bild: PD)

«Die Gemeinde plant nicht, Eigenkapital für einen Neubau des Gasthauses in die Hand zu nehmen», sagt Hasler. Es werde lediglich in die nötige Instandsetzung investiert. «Das betrifft vor allem die Küche.» Die Gemeinde werde danach nach einem Investor suchen.

«Im Sinne des Heimatschutzes haben die Gemeindevorsteher die Aufgabe, bei der Ortsplanung mit gutem Beispiel voranzugehen.»

Wer A sage, der müsse auch B sagen. Nachdem das «Farinolihaus» als wertvolles Objekt eingestuft wurde, sei nun der Zeitpunkt gekommen, es zu schützen.

«Aus Sicht der Ortsbilderhaltung ist dies der einzig logische Schritt.»

Am 18. Mai könnten die Stimmbürger über den Kauf des «Ochsen» entscheiden. «Stimmen sie zu, beginnen wir mit der Instandsetzung.» Geht es um die Investorensuche, habe der Gemeinderat klare Vorstellungen: Die Rentabilität der Liegenschaften darf nicht das Hauptanliegen sein. «Das Ortsbild muss einem am Herzen liegen», sagt Hasler. Karl Müller hätte daher gut ins Bild gepasst. Die Suche nach einem weiteren grosszügigen Gönner dürfte schwierig werden.

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