«Das reizt mich einfach»: Jean Grädel übernimmt das Präsidium Trägervereins des Kreuzlinger Kulturzentrums

«KultX» formiert sich neu: Das Kulturzentrum im Schiesser-Areal hat jetzt einen Trägerverein und einen neuen Vorstand, der anpacken will.

Stefan Böker
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Der neue Vorstand des KultX: Andreas Heuke (stellvertretend für Marcello Indino), Martina Reichert, Jean Grädel, Stephan Militz und Stefan Döhla.

Der neue Vorstand des KultX: Andreas Heuke (stellvertretend für Marcello Indino), Martina Reichert, Jean Grädel, Stephan Militz und Stefan Döhla.

(Bild: Stefan Böker)

Zur Generalversammlung waren vor allem Vertretungen von Gruppen und Vereinen gekommen, die bereits Räumlichkeiten im KultX genutzt haben oder dies in Zukunft tun wollen: Theaterleute, Musiker, Kinofreunde, Künstler und viele mehr. Ein Ziel der Versammlung war es, diese als neue Mitglieder des Trägervereins ins Boot zu holen.

Betriebsleiterin Christine Forster zeigte sich erfreut über die durch die Anwesenden repräsentierte kulturelle Vielfalt:

«Sie zeigt, in welche Richtung
das KultX geht.»

Auf Antrag von Fritz Brechbühl, Präsident des Theaters an der Grenze, durften die neuen Mitglieder auch direkt über die traktandierten Geschäfte mitentscheiden. Einstimmig wurde Jean Grädel zum neuen Präsidenten des Trägervereins gewählt. Der Theaterregisseur bemängelte schon vor Jahren, dass in Kreuzlingen ein zentrales Kulturzentrum mit einer Beiz fehlt und will sich mit vollem Einsatz in die Sache werfen.

«Das reizt mich einfach.»

Neu im Vorstand sind Marcello Indino, der bald auch Vize-Präsident des Theaters an der Grenze sein wird, Stefan Döhla vom Filmforum KuK Kreuzlingen und Konstanz, Martina Reichert, Leiterin der Musikschule und Stephan Militz. Er ist Vertreter des neuen Vereins KultX WorX, in dem sich Veranstalter aber auch Helfer organisieren. Die bisherigen Vorstandsmitglieder Christine Forster (Präsidentin), Valentin Huber und Jürgen Lochbrunner traten zurück.

Vor dem Gebäude wehen die Fahnen.
9 Bilder
Neu im obersten Geschoss der Bewegungsraum. Er ist vorwiegend dem Tanz gewidmet und wurde von den Helfern entsprechend mit Spiegeln ausgestattet.
Im Multifunktionssaal stehen momentan eine Bar und eine Tribüne. Hier finden regelmässig auch Kinoabende statt. Er soll künftig auf die unterschiedlichsten Weisen genutzt werden.
Vielleicht einmal der grosse Theatersaal: Leopold Huber vom See-Burgtheater hat vorderhand mit seiner Beleuchtung ein besonderes Ambiente gezaubert. Momentan ein Sitzungszimmer und Proberaum.
Im Bistro im Erdgeschoss haben Helfer den Teppich entfernt und den Boden saniert. Eine kleine Küche soll zudem eingebaut werden.
Nach Abschluss der Sanierung sollen in diesem Raum Kino und Konzerte stattfinden.
Der Garten ist noch wild, aber das Verwunschene macht ihn reizvoll.
Luftaufnahme des Schiesser-Areals.
Ausenaufnahme des Anbaus.

Vor dem Gebäude wehen die Fahnen.

(Bild: Andrea Stalder)

Wer welche Ressorts bearbeitet, müssen die Vorstandsmitglieder noch austüfteln. Sie bekamen ausserdem als Aufgabe mit auf den Weg, einen Nutzungstarif zu entwerfen. Klar ist, dass Mitglieder und regelmässige Veranstalter bessere Konditionen bekommen sollen als Neulinge. «Wir haben im vergangenen Jahr viel Erfahrung sammeln können und das Helferteam peu à peu aufgebaut», dankte Forster den vielen Freiwilligen, ohne die der Betrieb nicht möglich wäre.

Betriebsleiterin Christine Forster im Garten auf dem Schiesser-Areal

Betriebsleiterin Christine Forster im Garten auf dem Schiesser-Areal

(Bild: Andrea Stalder - 26.5.2020)

Stolz erwähnte sie in ihrem Jahresbericht, der mit Applaus genehmigt wurde, die Anzahl von rund 80 Veranstaltungen im 2019. Und so geht es gerade weiter: Zwischen September und Neujahr sind rund 100 Veranstaltungen geplant. Ebenfalls genehmigten die Mitglieder die Rechnung 2019 und das Budget fürs laufende Jahr, das unter anderem 40'000 Franken für die Geschäftsstelle vorsieht, aber auch Vergütung für fachmännische Arbeiten wie Ton- und Lichttechnik an den Veranstaltungen.

Der Wert aller geleisteten Freiwilligenstunden sollte gesondert aufgeführt werden, regte Richard Tisserand vom Kunstraum Kreuzlingen noch an.

Stadträtin Dorena Raggenbass bezeichnete die Gründung des Trägervereins als «unendlich wichtig». Sie bekräftigte den Willen der Stadtregierung, den Ausbau des Kulturzentrums voranzutreiben. Ob mit oder ohne Neubau werde sich zeigen.

Stadträtin Dorena Raggenbass.

Stadträtin Dorena Raggenbass.

(Bild: Andrea Stalder)
«Ihr als Trägerverein habt nun die wichtige Aufgabe, zu zeigen, was ihr wollt und was möglich ist.»