Das Playoff-Fieber steigt beim HC Thurgau

Die Spiele in dieser Woche gegen die Ticino Rockets und Kloten dienen dem HC Thurgau primär der Vorbereitung auf die Playoff-Viertelfinals – aber nicht nur.

Matthias Hafen
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Frantisek Rehak und der HC Thurgau bereiten sich schon jetzt auf die Playoff-Viertelfinals vor. Fragt sich nur: Bleibt die Rapperswiler Leihgabe für diese Zeit beim HCT?

Frantisek Rehak und der HC Thurgau bereiten sich schon jetzt auf die Playoff-Viertelfinals vor. Fragt sich nur: Bleibt die Rapperswiler Leihgabe für diese Zeit beim HCT?

Mario Gaccioli (Weinfelden, 31. Januar 2020)

Der HC Thurgau steckt in der Zwickmühle. Was soll er mit dieser Woche nur anfangen? Am Dienstag um 19.45 Uhr steht das Auswärtsspiel gegen den Tabellenletzten Ticino Rockets an, am Samstag um 16.45 Uhr das letzte Qualifikationsspiel daheim gegen Leader Kloten. Was also tun? Sich nochmals voll reinhängen, um dem um einen Punkt besseren EHC Visp doch noch Platz vier und damit den Heimvorteil im Playoff-Viertelfinal abzujagen? Oder besser den Fokus schon ganz aufs Playoff richten und dann parat sein, wenn der Gegner höchstwahrscheinlich Visp oder weniger wahrscheinlich Langenthal heisst?

Thurgaus Trainer Stephan Mair will das eine tun und das andere nicht lassen. Wobei die Fühler des 52-jährigen Südtirolers definitiv schon aufs Playoff ausgerichtet sind. «Das Spiel in Überzahl und Unterzahl üben wir mittlerweile jeden Tag», sagt Mair. «Und auch sonst bauen wir ganz bestimmte Aspekte ins Training ein, die im Playoff noch wichtiger werden als sie es sonst schon sind.» Auf Mairs Checkliste stehen etwa das Forechecking, die Angriffsauslösung oder das Spiel ohne Puck.

Vor einem Jahr gegen Ajoie jedes Powerplay-Tor analysiert

Mairs akribische Vorbereitung hat dem HC Thurgau vor einem Jahr die erstmalige Playoff-Halbfinalteilnahme seit 21 Jahren beschert. «Ich habe schon vor der Best-of-7-Serie gegen Ajoie jedes Powerplaytor der Jurassier in jener Saison studiert gehabt», sagt Mair rückblickend. Auch deshalb ist es den Thurgauern als eines der wenigen Teams gelungen, Ajoies famoses Sturmduo Devos/Hazen zu neutralisieren, und die favorisierten Jurassier schliesslich in sieben Spielen zu bezwingen. Ähnlich will der HCT-Headcoach auch in diesem Jahr vorgehen. Mair geht aktuell davon aus, dass der Viertelfinalgegner Visp heissen wird – ganz im Wissen, dass es auch noch Langenthal werden könnte. «Ich beschäftige mich jetzt schon mit Visp, gehe dann aber erst ins Detail, wenn die Affiche feststeht», sagt Mair. Das heisst, dass er sich in dieser Woche hauptsächlich seiner eigenen Mannschaft widmen wird. Der Italiener will die Zeit nutzen, um seine Spieler auf verschiedene Arten ins Teamgefüge einzubringen. Sprich, die eine oder Variante zu testen, um im Bedarfsfall mehr Optionen zu haben. Mair nahm mit Freude zur Kenntnis, dass die Spiele mit dem kanadischen Stürmer Kellen Jones als Verteidiger gut funktioniert haben. Zumal nicht sicher ist, dass der verletzte David Wildhaber pünktlich auf den Playoff-Start am 19. Februar wieder einsatzfähig ist.

Der Dreikampf Thurgau–Visp–Langenthal geht in die Entscheidung

Im Gespräch mit Thurgaus Trainer wird schnell klar, dass der Playoff-Heimvorteil aus sportlicher Sicht keine grosse Rolle spielt. Anders sieht es finanziell aus. Und deshalb lässt der HCT in dieser Woche seine Ambitionen auf Platz vier nicht aussen vor. Der Rückstand auf die viertplatzierten Visper beträgt einen Punkt. Während die Walliser in den letzten zwei Runden noch gegen Kloten (a) und Sierre (h) spielen, trifft Thurgau auf die Ticino Rockets (a) und Kloten (h). Vier Punkte hinter dem HCT lauert der Tabellensechste Langenthal auf einen Coup. Die Oberaargauer spielen diese Woche gegen die GCK Lions (a) und Winterthur (h).

Noch keine Signale von Rapperswil-Jona

Eine Frage beschäftigt den HC Thurgau vor dem Playoff-Start am Mittwoch, 19. Februar stark. Welche Spieler werden dann vom NLA-Partnerteam Rapperswil-Jona noch zur Verfügung stehen? Thurgaus Trainer Stephan Mair hat diesbezüglich noch keine Signale erhalten, wie er sagt. Der grösste Verlust für sein Team wäre, wenn Rapperswil Frantisek Rehak zurückholen würde. Aber auch Fabio Hollenstein und Michael Loosli wären für den HCT eine Playoff-Verstärkung. (mat)