«Das Personal ist am Anschlag»: Romanshorn schafft per 2021 zwei neue Stellen auf dem Werkhof

Die Hafenstadt hat seit 2014 beim Werkhof rund 500 Stellenprozente gestrichen. Gleichzeitig sind die Aufgaben immer mehr geworden: Die Mitarbeiter helfen aus im Hafen, dem Seebad oder beim Feuerwehrdepot. Jetzt kommt die Kehrtwende.

Tanja von Arx
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Blick auf das Romanshorner Stadthaus.

Blick auf das Romanshorner Stadthaus.

Reto Martin

Das Personal sei am Anschlag. Dies sagte der Romanshorner Stadtpräsident Roger Martin an der letzten Budgetgemeinde. Und zwar beim Werkhof und auf der Bauverwaltung.

«Die Stadt musste handeln.»
Roger Martin, Stadtpräsident von Romanshorn.

Roger Martin, Stadtpräsident von Romanshorn.

Donato Caspari

Deshalb hätte man vorgesehen, auf das nächste Jahr hin zusätzliche Stellen zu schaffen, konkret 200 Stellenprozente beim Werkhof. «Dort sind seit 2014 rund 500 Stellenprozente gestrichen worden», so Martin.

Auf Nachfrage verweist der städtische Kommunikationsverantwortliche Rolf Müller darauf, dass die internen Aufgaben während der letzten Jahre stetig gewachsen seien. «Allrounder des Werkhofs erbringen für verschiedene Stellen vielfältige Dienstleistungen», heisst es an entsprechender Stelle in den Unterlagen zum Budget 2021. Beispielsweise übernähmen sie Stellvertretungen im Hafen und dem Feuerwehrdepot oder sie würden Unterstützung im Seebad leisten.

«Ein Vergleich mit anderen Städten hat die personelle Unterbesetzung belegt.»

200'000 Franken budgetiert

Die zwei Stellen wurden mit einem Posten von 200'000 Franken ins Budget für das kommende Jahr aufgenommen. Gemäss Müller geht es um Bruttolohn, Sozialkosten, Ausbildungskosten und anderes.

Die Stimmbürger haben das Budget an besagter Gemeindeversammlung ohne Gegenstimme gutgeheissen (unsere Zeitung berichtete).

Der Stellenetat der Hafenstadt beinhaltete per Anfang Januar 2020 63,4 Vollzeitstellen. Nach einigen Veränderungen werden es per Januar 2021 65,2 Vollzeitstellen sein.

Ein Prozent individuelle Lohnerhöhung

Indes wird es keine generelle Lohnerhöhung des Stadtpersonals geben. Das hat der Stadtrat bereits Ende Oktober beschlossen, und zwar ebenfalls per Januar 2021. Der Maximalbetrag für individuelle Lohnerhöhungen liegt gemäss Mindestsatz des Personalreglements bei einem Prozent der Gesamtlohnsumme.

Die Sachlage verhält sich in der Nachbarsstadt Arbon genau gleich. Allerdings entbrannte dort an der entsprechenden Parlamentssitzung eine hitzige Diskussion über die individuelle Lohnerhöhung. Die SVP konnten nicht verstehen, dass sich die Stadt «spendabel zeigen» würde, wenn andere im Zuge der Coronapandemie um ihren Job bangen müssten.

«Wir stehen vor einer Wirtschaftskrise, deren Ausmass nicht abzuschätzen ist.»

Am wenigsten Sorgen machen müssten sich die Staatsangestellten, und ausgerechnet sie sollten jetzt einen grösseren Zahltag erhalten (TZ vom 1. Oktober).