Das neue Weinfelder Schulhaus heisst wie das alte: Martin Haffter

Die Primarschulbehörde setzt die Implenia AG als Totalunternehmer für den Bau des neuen Schulhauses Martin-Haffter ein. Dank Holz aus der Region soll der Bau nachhaltig sein.

Mario Testa
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Primarschulpräsident Thomas Wieland, Schulleiter Jean-Philippe Gerber und Baukommissionspräsident Armin Huber. (Bild: Mario Testa)

Primarschulpräsident Thomas Wieland, Schulleiter Jean-Philippe Gerber und Baukommissionspräsident Armin Huber. (Bild: Mario Testa)

«Das Schulhaus wird Grüner als Grün». Nichts weniger verspricht Baukommissionspräsident Armin Huber für den Ersatzneubau des Martin-Haffter-Primarschulhauses.

«Das Holz für die Tragekonstruktion und die Aussenfassade stammt alles aus dem Forstrevier Mittelthurgau und es wird bei Firmen im Umkreis von 35-Kilometern gesägt, gehobelt und geleimt.

Damit sei der Anteil grauer Energie sehr gering und das ganze ein nachhaltiges Projekt, sagt der pensionierte Weinfelder Metallbauer. «Zudem haben wir dank sehr detaillierter Planung eine gute Kostenkontrolle.»

Visualisierung des ganz in Holz gehaltenen Neubaus. (Bild: PD/Isler Gysel Architekten)

Visualisierung des ganz in Holz gehaltenen Neubaus. (Bild: PD/Isler Gysel Architekten)

An der Pressekonferenz vom Mittwoch über die Vergabe des Auftrags an den Totalunternehmer Implenia (siehe Kasten) hat Thomas Wieland auch das Geheimnis gelüftet, welchen Namen das Schulhaus künftig haben wird. «Wir haben trotz des Antrags für einen weiblichen Namen dazu entschieden, es bleibt bei Martin Haffter.»

«Das Schulhaus wurde aus Dank für seine grosszügige Spende, die er zum Aufbau des Pestalozzi-Schulhauses gemacht hat, so benannt.»

Mit einer Namensänderung hätte sich die Behörde dieser Dankespflicht entzogen. Für die Schulkinder spiele der volle Name ohnehin kaum eine Rolle. «Sie sprechen nur vom Hess oder vom Haffter.»

Ein Bauprojekt ohne Hindernisse

Im März sollen die Bauarbeiten am neuen Schulhaus beginnen. «Mit dem Entscheid für den Totalunternehmer sind wir einen riesen Schritt weiter. Einsprachen hätten alles verzögert, aber die gab’s zum Glück nicht», sagt Thomas Wieland. Es laufe bei diesem Projekt alles wie am Schnürchen.

«Von der Planung über den Volksentscheid bis hin zur Vergabe hatten wir nie Hindernisse. Es lief alles durch und auch der Baukredit von knapp 27 Millionen Franken sollte angesichts der Offerte reichen.»

Das anfangs erwähnte Holz aus der Region, mit welchem das neue Schulhaus gebaut werden soll, fliesst in den kommenden Monaten und Jahren auch in den Schulunterricht mit ein, sagt Schulleiter Jean-Philippe Gerber. «Wir wollen authentische Lernerlebnisse für die Schüler während der Bauzeit. Deshalb besuchen sie zum Beispiel die Förster im Wald oder die Sägereien. Der neue Lehrplan unterstützt uns darin, lebensnahe und ausserschulische Sequenzen in den Unterricht einzubauen.»

Blick ins Innere des neuen Schulhauses. (Bild: PD/Isler Gysel Architekten)

Blick ins Innere des neuen Schulhauses. (Bild: PD/Isler Gysel Architekten)

Angefangen hat dieser auf den Bau bezogene Unterricht mit einer Ausstellung im Gang des jetzigen Schulhauses. Dort haben Schülerinnen und Schüler Informationswände zum neuen und alten Schulhaus, sowie zum Thema «Üses Holz – üsen Stolz» gestaltet. Dazu durften sie Führungen durchs unterirdische Notspital mitmachen, auf dem der Neubau entstehen wird.

Bauprojekt wird zum Schulunterricht

Im Mai werden sie im Rahmen einer Projektwoche selbst Hand ans Holz anlegen. «Die Bäume, die in der Parkanlage auf dem Schulgelände für den Neubau gefällt werden, lassen wir trocknen und dann können sie die Kinder zu Möbeln verbauen», sagt Gerber. «Da passt es auch gut, dass das Naturmuseum gerade den Wald thematisiert und nächstes Jahr die Thurgauer Waldtage hier stattfinden.»

Auch Armin Huber hat sich für die Schülerinnen und Schüler etwas überlegt. «Ich habe sieben Pensionäre wie Botaniker oder Schreiner ins Boot geholt, die der Schule bei diesen Themen zur Seite stehen.» Zudem schenkt die Baukommission jedem Schulkind ein Bastelbogen, mit dem es sein eigenes «Haffter» erstellen kann. «Vielleicht gibt uns das ja auch Ideen für die Umgebungsgestaltung.»