Das Naturschutzgebiet an der Aach in Romanshorn ist ein Juwel in Bezug auf die Artenvielfalt

Für den neuen Reservatsleiter Emil Gsell gab es im letzten Jahr einiges zu tun. Die Eisvogelwand musste umgebaut werden. Hand legten er und seine Mitarbeiter auch beim Storchenhorst an. Die Seeschwalben nutzen die Flosse im See erfolgreich für die Brut.

Markus Bösch
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Emil Gsell und die freiwilligen Helfer legen kräftig Hand an im Naturschutzgebiet. (Bild: Markus Bösch)

Emil Gsell und die freiwilligen Helfer legen kräftig Hand an im Naturschutzgebiet. (Bild: Markus Bösch)

An den vier Arbeitseinsätzen im letzten Jahr waren jeweils zwischen 10 und 15 Leuten im Naturschutzgebiet anzutreffen, und dies bei jedem Wetter. Sowohl Vereinsmitglieder als auch Nichtmitglieder haben den neuen Reservatsleiter Emil Gsell fachmännisch und arbeitsmässig unterstützt, insbesondere sein Stellvertreter Helmut Schöll und Mitarbeiter des Werkhofs.

«Für mich selber bedeutete 2018 vor allem, mich in die Natur hineinzudenken», sagt Gsell. Und er musste sich mit der Trockenheit auseinandersetzen und schauen, dass die ihm anvertrauten Hochlandrinder genug zum Fressen hatten. Seit dreiviertel Jahren ist er verantwortlich für das Gebiet zwischen Romanshorn und Salmsach.

Eisvogelwand und Transporter

Seit dem Jahr 2000 gibt es daselbst eine Eisvogelwand: Im vergangenen Jahr galt es, die Brutstätte für diese schnellen Jäger nach neuesten Erkenntnissen umzubauen und neu zu aktivieren. Dies wird auch im neuen Jahr weitergehen. Der Storchenhorst mitsamt Nest wurde so frei gemacht, dass sich die Vögel beim Anflug nicht bedroht fühlen.

Positiv zu werten sind auch die Bruterfolge der Seeschwalben auf den Flossen im See. Ebenso erfreulich für Gsell:

«Dank dem Nachlass von Koni Michel konnten wir zudem einen Transporter anschaffen. Das ist ein Highlight, denn die immer wieder nötigen Transportarbeiten werden damit zum Kinderspiel.»

Im kommenden Jahr werden der Waldweiher vertieft, die Neophyten bekämpft und die Brombeeren eingegrenzt. Und wie immer gehört die Pflege der Weide, des Waldes und der Hecken auch dazu.

Bekannter machen

Nisthilfen für Bienen. (Bild: Markus Bösch)

Nisthilfen für Bienen. (Bild: Markus Bösch)

Für den neuen Reservatsleiter sind diese sechs Hektaren zwischen Salmsacher Aach und Bodenseeufer ein Juwel – eines, das weitherum nicht bekannt ist. Wohl, weil es das einzige Naturschutzgebiet auf Schweizer Seite ist, dass sowohl vom Land als auch vom See aus nicht betreten werden darf. Doch das Gebiet soll keine absolute Sperrzone sein, sagt Gsell.

«Darum bin ich selbstverständlich bereit, das Reservat interessierten Gruppen, Vereinen, Schulen und Firmen zu zeigen. Ausserhalb der Brut- und Vegetationszeiten und nach Absprachen.»

Am 5. und 19. Januar sind die nächsten öffentlichen Besuchs- und Arbeitstage.