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Vom Gasthof zur Mosterei: Das Möhl-Museum in Arbon ist eröffnet

Zwischen Information und Eigenwerbung: Das MoMö zelebriert das Mostereihandwerk und präsentiert die Geschichte der Familie Möhl, interaktiv und alle Sinne ansprechend. Am Donnerstag fand die offizielle Eröffnung mit Prominenz aus Politik und Wirtschaft statt. Ein Augenschein.
David Grob
24 Bilder

Die Eröffnung des Mostereimuseums in Arbon

Ein Hauch von Big Apple in Stachen bei Arbon. Das Schweizer Mosterei- und Brennereimuseum nennt sich MoMö. Diese Abkürzung steht augenzwinkernd für Museum of Modern Öpfel und ist damit eine Referenz an das MoMA, das Museum of Modern Arts in Manhattan, dem Big Apple. Das Namenspendant im Oberthurgau präsentiert sich interaktiv und modern, spricht alle fünf Sinne an und überzeugt auch architektonisch.

Die Familie Möhl im Schweizer Mosterei- und Brennereimuseum: Georges, Ernst, Christoph, Lukas und Markus Möhl. (Bilder: Reto Martin)

Die Familie Möhl im Schweizer Mosterei- und Brennereimuseum: Georges, Ernst, Christoph, Lukas und Markus Möhl. (Bilder: Reto Martin)

Das Museum thematisiert Äpfel, vergoren und weiterverarbeitet. Christoph Möhl, Leiter Marketing und Produktentwicklung der Mosterei und Sohn von Patron Ernst Möhl, sagt:

«Wir möchte die Geschichte der Mosterei zeigen und verknüpfen diese mit unserer Familiengeschichte.»

Ein Gang, der die Besucher vom Eingangsbereich in die Ausstellungshalle führt, zeigt den Wandel vom Gasthof Rössli zur reinen Mosterei und den folgenden Aufstieg zum nationalen Saftproduzenten. Dieser war spätestens ab 1945 geschafft, als die Familie Möhl den Gasthof schloss und sich ganz auf die Mosterei konzentrierte.

Auf Plattformen zentral im Raum: Obstmühlen, Pressen, Pumpen und Filter.

Auf Plattformen zentral im Raum: Obstmühlen, Pressen, Pumpen und Filter.

An einer Betonsäule inmitten der Ausstellungshalle sind mehrere Plattformen befestigt, auf denen historische Mostereigerätschaften gezeigt werden. Besucher können die Obstmühlen, Pressen, Pumpen und Filter über einen interaktiven Screen beleuchten, der gleichzeitig zeigt, wo die jeweilige Maschine im langen Weg vom Apfel zum gepressten Saft eingesetzt wird.

Zwischen Information, Zelebration und Werbung

Christoph Möhl, Leiter Marketing und Produktentwicklung.

Christoph Möhl, Leiter Marketing und Produktentwicklung.

Das Museum ist eine Mischung aus Selbstdarstellung der Firma Möhl und Informationsvermittlung. «Klar ist uns die eigene Firmengeschichte wichtig, aber wir wollten bewusst auch eine gewisse Neutralität wahren», sagt Christoph Möhl. Ziel sei es, die eigene Marke zu stärken und gleichzeitig das Mostereihandwerk als regionales Kulturgut zu zelebrieren.

Das Museum, ursprünglich als reines Besucherzentrum angedacht, ist auch ein Event-Raum. «Die Raumaufteilung erlaubt die Durchführung verschiedener Anlässe», sagt Michael Hollstein von der Firma Aroma, welche das Konzept für das Museum erarbeitet hat. Eine zweite Ebene kann als Fläche für Empfänge dienen, in der Ausstellungshalle befindet sich ein Podest für Ansprachen, und in einer Ecke steht eine kupferne, funktionstüchtige Destillerieanlage für Workshops. «Solche Events sind natürlich auch eine weitere Einnahmequelle», sagt Möhl.

«Saft im Blut»

Für Hollstein steht die Authentizität im Vordergrund. Das Museum wurde mit regionalen Baumaterialien errichtet, und unter der Ausstellungshalle gärt Most im Bauch grosser Fässer aus Thurgauer Eichen. Ein herb-süsslicher erdiger Duft erfüllt das kühle Kellergewölbe, welches ein Teil des Museums ist. «Wir wollen Leben ins Museum bringen», sagt Patron Ernst Möhl in seiner kurzen Eröffnungsrede. Passend zu diesem Anspruch war der Arbeitstitel des Konzepts «Saft im Blut». Hollstein sagt:

«Diesen Saft wollen wir mit dem Museum in Wallung bringen.»

Unter dem Museum gärt Most in Eichenfässern.

Unter dem Museum gärt Most in Eichenfässern.

Rund zweieinhalb Jahre oder 1380 Sitzungsstunden plante die Familie Möhl mit der Firma Aroma am Konzept und an der Umsetzung. Rund acht Millionen Franken kostete der Bau, der nur mit privaten Geldern finanziert wurde.

Die Idee ist bereits zehn Jahre alt. Die Fachhochschule in Wädenswil, welche zuvor das Mostereimuseum beheimatete, benötigte mehr Raum. Sämtliche Ausstellungsexponate zügelten vom Zürich- an den Bodensee. Zwischen dem neuen Museum und der Stiftung der Hochschule Wädenswil besteht ein Leihgabevertrag über dreissig Jahre.

An der Eröffnungszeremonie am Donnerstag überreichte Andreas Balg, Stadtpräsident Arbons, Christoph Möhl ein «praktisches» Geschenk: Das Wirtepatent für den «Saftladen», den Barbereich im Eingangsfoyer.

Informationen

Das MoMö am Samstag. 6. September 2018, seine Tore für die Öffentlichkeit. Die regulären Öffnungszeiten sind von Mittwoch bis Sonntag von 9 bis 17 Uhr. Montags und dienstags ist es geschlossen. Der Eintritt beträgt für Erwachsene ab 16 Jahren neun Franken.

Weitere Informationen unter: www.momoe.ch

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